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Ziel Weltrekord: Andy Laufer verpasste im November in Lüderitz/Namibia die Bestmarke von 53,27 Knoten. I n diesem Jahr wird er es wieder versuchen, den Rekord zu knacken.

Windsurfen

Andy Laufer erneut Bayerischer Speed-Kini

Keiner ist schneller als Andy Laufer: Der Herrschinger hat zum sechsten Mal in Folge den Windsurf-Wettbewerb „Bayerischer Speed-Kini“ gewonnen.

Herrsching – Andy Laufer raste mit 75 Stundenkilometern über bayerische Seen und mit exakt 100,62 Sachen über einen künstlichen Kanal in Namibia: Der Windsurfer wurde zum sechsten Mal in Folge der König der Geschwindigkeit beim Wettbewerb „Bayerischer Speed-Kini“ – und hielt in Namibia für ein paar Stunden den Deutschen Rekord im Speedsurfen.

Gemessen werden Speedsurfer an der Höchstgeschwindigkeit auf 500 Meter. Also rein in die Fußschlaufen, Segel dicht ziehen und davonpreschen. „Geradeausballern“ nennt das der 49-Jährige. Bis 2005 war der Herrschinger als Profiwindsurfer unterwegs. Danach zog er sich fast komplett aus der Surfszene zurück, gründete eine Familie und konzentrierte sich auf die Berufskarriere. 2011 stieg er wieder ein. Als Speedsurfer – und wagte sich 2019 auf die gewohnte Plattform zurück, manövrierte beim Weltcup auf Fuerteventura Brett und Segel im Slalom durch das Bojenfeld. Den 40. Platz wolle er heuer verbessern, sagt er. Seine Lieblingsdisziplin ist und bleibt allerdings als amtierender Vize-Weltmeister das Speedsurfen. Beim Kini, im Rahmen dessen im vergangenen Jahr 100 Windsurfer und Foilsurfer beider Geschlechter bei Wind und Wetter über die bayerischen Seen fegten, holte er sich erneut den Sieg. Der dreifache Vater hat einen klaren Heimvorteil mit dem Haus direkt am Ammersee, in dem er mit seiner Familie lebt. Ein Blick aufs Wasser, und ihm fällt die Grillgabel aus der Hand, damit er mit der nächsten Böe einen Geschwindigkeitsrekord aufstellen kann. Surfen ist ein fester Bestandteil seines Alltags, die Wind- und Wettervorhersagen checkt er täglich und manchmal stündlich.

Denn die Voraussetzungen für die Bestleistung in Namibia sind klar definiert: „Windfinder 32 bis 40 Knoten, Predictwind 32 bis 50 Knoten und Wetteronline 50 bis 90 Stundenkilometer“, verrät Laufer in seinem Beitrag auf windsurfers.de. Nach der vielversprechenden Vorhersage buchte er im Herbst kurzerhand den Flug zur Lüderitz Speed-Challenge nach Afrika. Dort haben die Surfer die Möglichkeit, innerhalb von sechs Wochen nationale Rekorde oder den Weltrekord zu brechen. Laufer flog nach Kapstadt und fuhr im Auto nach Namibia – und knackte kurz darauf die 51-Knoten-Marke. Wäre ihm beim Abbremsen nicht das 5,2er Segel gerissen, hätte er gute Chancen auf den Weltrekord gehabt, glaubt er. Das 5,6er Segel war zu groß, und ihm blieb nur, seinen Konkurrenten dabei zuzusehen, wie sie ihn übertrumpften.

Das zeigt, welche bedeutende Rolle im Wettbewerb dem Material zufällt. Deshalb tüftelt Laufer mit seinem Boardshaper Werner Gnigler und Finnenbauer Günter Lorch regelmäßig an einer optimalen Surfausstattung. An speziellen Carbon-Finnen, oder an wasserskiähnlichen Brettern. Wenn die Bedingungen passen, jagt er damit auch schon mal kurz nach Sonnenaufgang über irgendeinen See. Wassertemperaturen oder Kälte schrecken ihn nicht ab. Egal ob März, Juli, Oktober oder Dezember: Wenn der Wind aufdreht, ist Laufer nicht mehr zu halten.

Die Frage drängt sich geradezu auf: „Wann arbeitest Du eigentlich?“ „Ich habe einen Vollzeitjob bei der neubau kompass AG, die mich dahingehend sehr unterstützt“, so der Key-Account-Manager. Er profitiere von flexiblen Arbeitszeiten, die ihm Surfsessions tagsüber ermöglichten. Für die Reisen nach Namibia und Fuerteventura habe er Urlaub genommen.

Sein Ziel für 2020 ist, den Weltrekord von 53,27 Knoten des Franzosen Antoine Albeau zu toppen. Weil ihm „das Surfen noch mehr Spaß macht als früher“, sieht er diesbezüglich sehr gute Chancen. Und sollte er tatsächlich einmal zu alt für den Spitzensport sein, steht der dreijährige Sohn bereits in den Startlöchern. „Marlon will jetzt schon surfen“, erzählt Laufer. „Dazu muss er aber erst Schwimmen lernen.“

Ergebnis Bayerischer Speed-Kini 2019

Durchschnittswertung aus Topspeed und über 500 Meter:

Herren: 1. Andy Laufer 38,35 Knoten, 2. André Wacke 35,09, 3. Florian Seitz 34,47

Junioren: 1. Frederik Arbs 31,39 Knoten, 2. Luca Kurz 29,41, 3. Erik Telser 26,69

Damen: 1. Andrea Krüger 30,41 Knoten, 2. Nadine Zidek 28,94, 3. Edith Weber 25,71

Foil-Surfer: 1. Jeremias Wamser 26,97 Knoten, 2. Thomas Kurz 25,99, 3. Stephan Hecker 25,95

Michèle Kirner

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