Hängende Köpfe (v.l.): Ferdinand Tille, David Wieczorek, Trainer Mach Hauser, Tim Peter und Iven Ferch. Foto: A. Jaksch
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Hängende Köpfe (v.l.): Ferdinand Tille, David Wieczorek, Trainer Mach Hauser, Tim Peter und Iven Ferch.

Volleyball-Bundesliga

WWK Volleys ziehen erneut den Kürzeren

  • vonDirk Schiffner
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Befinden sich die WWK Volleys Herrsching in der Krise? Am Samstag verloren sie das Heimspiel gegen Frankfurt mit 0:3 - es war die dritte Pleite in der Bundesliga in Folge.

Herrsching – „Es lag einfach an uns. Wir haben uns selbst um ein besseres Ergebnis gebracht.“ So fasste Max Hauser die 0:3 (26:28, 22:25, 23:25)-Heimniederlage am Samstag gegen die United Volleys Frankfurt zusammen. Der 37 Jahre alte Trainer der WWK Volleys Herrsching war nach der dritten Niederlage in Folge sichtlich bedient. „Die Niederlage war sehr bitter, sie schmerzt sehr.“ In der Tabelle der Volleyball-Bundesliga zogen die Hessen nach Punkten mit den Herrschingern gleich (18). Aufgrund des besseren Satzverhältnisses (22:21 gegenüber 23:23) tauschten beide Teams die Plätze. Der Kampf um die Playoff-Plätze wird somit immer spannender. Zwischen Platz vier (Bisons Bühl) und Platz neun (SVG Lüneburg) liegen gerade mal vier Zähler. Bei den Nordlichtern müssen die Ammerseer am kommenden Wochenende antreten.

Lange Zeit sah es gar nicht nach einer Niederlage aus. Die Hausherren waren über weite Strecken des Spiels Herr des Geschehens. Doch jeweils in der entscheidenden Phase leisteten sich Kapitän Johannes Tille & Co. fast schon ungeahnte Schwächen. Nicht nur mit sich selbst haderten die WWK Volleys, auch mit dem Schiedsgericht war man nicht immer einer Meinung. Fast schon krönender Höhepunkt der Zwistigkeiten war der letzte Ball des Spiels. Jalen Penrose setzte seinen Aufschlag genau auf die Linie. Der US-Amerikaner feierte mit seinen Kollegen das Ass zum 24:24-Ausgleich, doch Schiedsrichter Erik Scheu (Altdorf) gab einmal mehr den Spielverderber und sah den Ball im Aus. Punkt, Satz und Spiel für Frankfurt.

Fast alle fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen fielen gegen die Ammerseer aus. Ferdinand Tille, emotionaler Ober-Motzki im Team der WWK Volleys, diskutierte noch lange Zeit nach dem Spiel mit den Unparteiischen. Doch Scheu und Konsorten ertrugen es mit Fassung und zeigten Tille nach dessen Schimpftirade stattdessen die Rote Karte. Anders als zum Beispiel im Fußball hat die jedoch keine Auswirkung auf die kommende Partie.

Im ersten Satz waren die Hausherren schnell auf Betriebstemperatur, führten mit 8:4, später sogar mit 21:15. Doch dann kam ein Bruch ins Spiel der WWK Volleys. „Wir haben es selbst verschuldet“, erklärte Hauser den Satzverlust. „Im Angriff haben wir keine Punkte mehr gemacht. Wir waren nicht fähig, den Ball tot zu machen.“ Auch der bis dahin „brillante Aufschlag“ (Hauser) klappte nicht mehr. Die Hessen hatten nahezu leichtes Spiel und drehten den Satz noch zu ihren Gunsten. Ausgerechnet der Ex-Herrschinger Daniel Malescha zurrte den Satzgewinn (26:28) fest.

Überhaupt war Malescha die Konstante im Frankfurter Spiel und mit 18 Punkten der erfolgreichste Angreifer des Abends. Aufseiten der Gastgeber erzielte Diagonalangreifer Jalen Penrose 14 Punkte.

Im zweiten Satz rannten die Hausherren von Beginn an der Musik hinterher, der gebürtige Münchner Malescha machte schließlich den Satzgewinn (22:25) klar. Im dritten Umlauf ging es lange Zeit hin und her. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen. Wieder war es ein Herrschinger Ex-Spieler, der die Wende herbeiführte. Der eingewechselte Leon Dervisaj stellte die Annahme der WWK Volleys vor große Probleme. Nach drei Dervisaj-Assen hatten die Gäste den Rückstand wettgemacht und steuerten unaufhaltsam dem Sieg in einem „außergewöhnliche Match“ (Gäste-Trainer Juan Manuel Serramalera ) entgegen.

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