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Die beiden Initiatoren des Bürgerbegehrens Gerhard Knülle (links) und Willi Welte.

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Herrschinger Bürgerbegehren gibt Unterschriften gegen Gymnasium-Standort ab

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868 Herrschinger haben sich gegen den Gymnasiumsstandort im Mühlfeld ausgesprochen. Damit hat das Bürgerbegehren das Quorum erreicht. 

Herrsching – „Man hört, die Unterschriften sind zusammen“, sagte Herrschings Bürgermeister Christian Schiller noch am Montagabend in der Gemeinderatssitzung. Keine 24 Stunden später haben Willi Welte und Gerhard Knülle die Listen für ein Bürgerbegehren gegen den Gymnasiumsstandort im Mühlfeld abgegeben.

Demnach haben sich 868 Herrschinger auf den Listen eingetragen. Rund 730 sind erforderlich, damit sich der Gemeinderat mit dem Anliegen befasst – und es gegebenenfalls zum Bürgerentscheid kommt. Seit Mitte Dezember lagen die Listen aus. In der Zwischenzeit mussten sich die Herrschinger mit vielen auch gegenteiligen Informationen der jeweiligen Parteien auseinandersetzen.

„Eigentlich wollten wir die Unterschriften schon Anfang Februar abgeben“, sagte Knülle dem Starnberger Merkur. Dass es nun Mitte Februar geworden ist, sei keine große Sache. Es gebe immer noch Leute, die anriefen und unterschreiben wollten. Diese Unterschriften würden nachgereicht. Knülle: „Lassen wir uns überraschen, wie der Gemeinderat entscheidet.“

Lesen Sie auch: Der Konflikt hinter dem Bürgerbegehren

Der muss zunächst darüber befinden, ob das Bürgerbegehren überhaupt zulässig ist. Bürgermeister Schiller hat für Montag, 25. Februar, bereits eine Gemeinderatssitzung terminiert, in der es allein um das Bürgerbegehren geht. Die ursprünglich geplante Sitzung des Bauausschusses wird auf den 27. Februar verlegt.

Bereits gestern habe die Verwaltung begonnen, die Unterschriften zu prüfen, sagte Schiller. Vier Bürger hätten dem Rathaus schriftlich mitgeteilt, dass sie ihre Unterschriften zurückziehen. Zudem seien Juristen um eine Stellungnahme gebeten worden. Sie prüfen, ob die Fragestellung zulässig ist oder nicht. Sollte die Zulässigkeit gegeben sein, ist sich Schiller sicher, dass der Gemeinderat ein Ratsbegehren gegen das Bürgerbegehren formuliert. Dann würden bei einem Bürgerentscheid beide Positionen gegenübergestellt. „Aber soweit sind wir noch nicht“, sagte Schiller.

Wie berichtet, favorisieren der Gemeinderat und der Landkreis als Bauherr eine Fläche zwischen Mühlfeld- und Panoramastraße für das Gymnasium. Der Kreistag hatte erst im Dezember die Standortwahl bekräftigt. Die Planungen dort sind weit fortgeschritten, erst kürzlich habe sich die Planungsgruppe zum zweiten Mal getroffen, berichtete Schiller am Montag. Er gab sich zuversichtlich, dass der erste Entwurf pünktlich im Mai vorliege. Bereits am 1. März soll der Baubeginn für einen Kreisverkehr starten, der das Grundstück erschließen soll.

Für die Initiatoren ist eine Fläche an der Seefelder Straße besser geeignet

Welte und Knülle halten dagegen eine Fläche an der Seefelder Straße für besser geeignet. Was Bürgermeister und Landrat nicht gelungen sei, hätten sie nach langen Gesprächen erreicht, behaupten sie – nämlich erfolgreiche Grundstücksverhandlungen mit den Eigentümer der dortigen Flächen. Erst nachdem offizielle Verhandlungen gescheitert waren, war der Landkreis 2014 auf die Fläche am Mühlfeld ausgewichen.

Die Planungen des Landkreises bleiben vom Bürgerbegehren weitgehend unberührt und laufen weiter. Betroffen wäre das Projekt erst, wenn der Entwurf vorliegt und die gemeindliche Bauleitplanung fortgesetzt werden muss. „Das Verfahren würde dann um ein Jahr verzögert“, sagt Schiller. 

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