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Symbolbild

Aus dem Gerichtssaal

Nachts auf den Olympiaturm

Fotografieren ist seine Leidenschaft, und dabei schreckt ein Herrschinger Student auch nicht vor besonderen Örtlichkeiten zurück. Das brachte ihm jetzt vor Gericht gehörigen Ärger ein.

Herrsching – Ärger bekam der 20-Jährige im Herbst 2016 wegen eines Fotoausfluges auf den Olympiatrum. Einen Monat später wurde der Student zudem an Notausgangstüren der Münchner U-Bahn erwischt. Jetzt musste er sich wegen Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung sowie vorsätzlichen Besitzes und Führens einer verbotenen Waffe vor dem Starnberger Amtsgericht verantworten.

Er räumte ein: „Das war blöd. Ich wollte nur fotografieren. Den Olympiaturm fand ich spektakulär, weil es der höchste Punkt Münchens ist.“ Der besondere Reiz habe für den Studenten dabei in der Veröffentlichung auf dem Online-Portal Instagram bestanden. Im Rahmen des so genannten „Urban Exploring“ sei es derzeit durchaus angesagt, Stadtfotos von allerlei unüblichen Plätzen zu schießen und anschließend im Netz zu veröffentlichen.

Die Rechnung geht an den Fotofreund

Nachdem der Herrschinger unbemerkt auf dem Olympiaturm nahe einer Sendeanlage übernachtet und dort auch einige Kugelschreiberkritzeleien hinterlassen hatte, mussten die Geräte überprüft werden. Die Deutsche Funkturm GmbH stellte dem jungen Mann 1351 Euro für die Antennenanlagenüberprüfung in Rechnung.

Um einiges harmloser nahm sich die Stippvisite des Herrschingers im U-Bahngelände an Ostbahnhof und Theresienhöhe aus. In Begleitung eines Freundes soll der Student laut Anklage Vorhangschlösser an Notausgangstüren zerstört haben. Im Gerichtssaal versicherte der Angeklagte allerdings, dass er die Schlösser lediglich mit einem Dietrich aufgesperrt habe. Danach öffneten die Freunde eine Sicherheitstür und wurden prompt von der U-Bahnwache überrascht: „Wir waren nicht in den Räumen drin, wir haben die Türen lediglich aufgemacht“, beteuerte er.

Zwar stellte Richter Ralf Jehle das Verfahren wegen des U-Bahn-Unsinns ein, das vom Studenten in der U-Bahn mitgeführte Einhand-Messer blieb jedoch als Tatvorwurf stehen. Pluspunkte sammelte der Herrschinger vor allem mit seiner reumütigen und einsichtigen Haltung. Sühnen muss der 20-Jährige sein Abenteuer mit 16 Sozialstunden und einer 150 Euro teuren Geldauflage.

Von Nilda Höhlein

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