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Die Bahnhofshalle in Herrsching wurde im Herbst nach der Umsiedlung neu gestrichen und gesäubert in der Hoffnung, dass weder Rauchschwalben noch Tauben hier wieder eine Heimat suchen.

Pilotprojekt

Gespanntes Warten auf die Schwalben

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Acht Vogel-Pärchen waren schon da, aber unerwartete Kältephase vertreibt die ersten Gäste gleich wieder.

Herrsching – Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Und doch war die Freude groß, als am Wochenende vor Ostern die ersten Rauchschwalben in Herrsching eintrafen. Sie wurden mit Spannung erwartet, denn in diesem Jahr entscheidet sich, ob der Umsiedlungsversuch, raus aus der Bahnhofshalle, hinein in das für sie konzipierte Schwalbenhäuschen auf dem Bahnsteig funktioniert. Der Kälteeinbruch trübt die Freude. Denn um zu überleben, mussten sich die Schwalben schnell ein wärmeres Plätzchen suchen. Die Spannung also bleibt.

Schon 2015 waren weniger Zugvögel angekommen

Die Rauchschwalbe braucht lehmigen Boden, um ihr Nest herzurichten.

Bestenfalls haben die acht Pärchen, die am Wochenende vor Ostern gezählt wurden, im Schilf Unterschlupf gefunden. Dort gibt es möglicherweise auch noch Insekten, die rumfliegen. Am Bahnhof ist es dafür zu kalt. Schlechtestenfalls sind die geschützten Vögel wieder gen Süden geflogen. „Es könnte sein, dass dieses Jahr ein ohnehin schlechtes Jahr für Schwalben ist“, räumt Franziska Kalz ein. Schon 2015 waren weniger Zugvögel angekommen. Die Umweltreferentin im Rathaus Herrsching betreut das Pilotprojekt „Umsiedlung“ vertretungsweise für den Ornithologen Dr. Herbert Biebach.

Der ehemalige Grünen-Gemeinderat hatte das Projekt vor vier Jahren ins Leben gerufen, nachdem nicht nur die zunehmende Verschmutzung des Bahnhofs ein Problem wurde, sondern auch die Tatsache, dass die Gemeinde als Eigentümerin der Immobilie, die Räumlichkeiten öffentlich nutzen will, sobald das Gebäude von der Bahn entwidmet ist.

Erfolg des Projekts entscheidet sich erst in wärmeren Tagen

Im September vergangenen Jahres hatte sich Biebach gefreut, dass der Umzug abgeschlossen werden konnte. Insgesamt waren es neun Nester, die umgezogen wurden. Zwei Paare brüteten von Anfang an draußen. Das endgültige Ergebnis kann aber erst in diesem Frühjahr vorliegen, sobald die Nester wieder belegt sind. „Leider waren die Schwalben zu schnell wieder weg“, sagt Franziska Kalz. Bevor die Männchen den Weibchen das Nest einrichten konnten, brach die Kältephase ein.

Besorgte Beobachter hatten gesehen, dass die Schwalben, als sie ankamen, flugs wieder die Bahnhofshalle angeflogen hatten. „Das sagt nichts aus“, beruhigt Franziska Kalz. „Die suchen erstmal ihr Nest.“ Da könne es passieren, dass sie die neue Unterkunft auf dem Bahnsteig nicht direkt anfliegen. Das bedeute aber nicht, dass das Pilotprojekt, in das die Gemeinde Herrsching einen fünfstelligen Betrag investierte und das von der Oberen Naturschutzbehörde genehmigt werden musste und von ihr aufmerksam begleitet wird, missglückt sei.

Insofern werden die nächsten wärmeren Tage mit Spannung erwartet. Erst dann entscheidet sich, ob die geschützten Rauchschwalben erfolgreich umgesiedelt werden konnten.

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