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Der gelbe Trog mit Flo Schell und Jonas Schmidt behielt die Oberhand gegen die roten Bennet-Brüder.

Fischerstechen und Sautrog-Rennen

Himmelsschleusen bis zur Siegerehrung dicht

Fischerstechen und Sautrog-Rennen waren auch beim 44. Herrschinger Schlossgartenfest eine Riesen-Gaudi für Zuschauer und Teilnehmer. Auch das Wetter spielte mit.

Herrsching – Ein bisschen Regenwolken-Bibbern, das hat fast Tradition beim Herrschinger Schlossgartenfest. Es wagten sich jedoch kaum Tropfen heraus. Fast beste Bedingungen also, denn am Wochenende wurde zum 44. Mal im Park der Scheuermann-Villa gefeiert. Nach dem Auftakt am Freitag mit der Munich Swing Junction Bigband folgten am Samstag der Einmarsch der Vereine und das traditionelle Standkonzert der Blaskapelle Herrsching. Ein erster Höhepunkt war das Fischerstechen am Nachmittag.

„Die weltweit 16 mutigsten Fischerstecher und -stecherinnen“, begrüßte Alexander Tropschug in seiner mit Flausen gespickten, erfrischend spaßigen Moderation. Bereits die erste Paarung der „inoffiziellen Weltmeisterschaft“ zeigte ganz klar einen Favoriten fürs Finale: Stefan Bachmeier, der mit seiner Kampfposition in der Hocke einen sicheren Stand hatte.

Etwa 400 Zuschauer verfolgten das Fischerstechen

Musik-Höhepunkte vom Techno bis zum Bayerischen Defiliermarsch sorgten für Anfeuerung sowohl bei den etwa 400 Zuschauern auf der Ufermauer als auch bei den Kampfesmutigen auf den Planken der Zillen. Als die beiden Boote neue Sparringpartner aufnahmen, erläuterte Tropschug kurz die Geschichte des Fischerstechens. Dieses sei erstmals 1592 aus Nürnberg verbürgt.

Dass das Stechen mit Kostüm eine Gaudi ist, zeigte Marius Schölch. Gemäß seinem Kampfnamen „The Cook Tim Pfälzer“ stieg er mit Kochschürze auf die Planken. Als Jugendpaarung stieß der kleinste, Jonas Reich (13), den Älteren Korbinian Knopp (einen Tag vor dessen 15. Geburtstag) über Bord. Schließlich traute sich auch eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts an die Lanze: Anna Garschhammer trat gegen Erik Fiedler an. Das Gefecht verlief so leidenschaftlich, dass Schiedsrichter Manu Tropschug sogar jedem „Gladiator“ gelbe Karten verpassen musste. Trotz vieler Anfeuerungsrufe verlor Anna.

Ein Glanzstück war das Duell des mehrfachen Pokalgewinners und Titelverteidigers Lars Schöppe gegen den tief stehenden Stefan Bachmeier. „Ich muss kontrollieren, ob die sich nicht etwa festgenagelt haben“, entfuhr es dem fassungslosen Schiri, als auch nach zehn Minuten Stoßen und Schieben noch keiner der beiden nass geworden war. Nach knapp einer Viertelstunde verteidigte Schöppe seinen Einzug ins Finale.

Lars Schöppe wurde Fischerkönig

Analog zum Fußball war die Schlussphase in verschiedene Finalrunden gegliedert. Da kegelte es den Skigymnastik-Positionsprofi Bachmeier von den Plätzen, Platz drei erstritt „Bob Schanning“, Platz zwei Karl Sender und der Sieg ging – diesmal nach einem Sekundenkampf – wieder an Lars Schöppe, der damit als mehrfacher Fischerkönig auf dem Weg zur Legende am Ammersee ist.

„Allen Wetter-Apps zum Trotz“, so Alexander Tropschug, konnte am Sonntag sogar das Sautrogrennen starten. Die Tropschug-Brüder entschieden sich für einen verkürzten Ablauf der Auseinandersetzung. Zuletzt blieben drei Zweierteams übrig.

Den ersten Platz holten die Vorjahressieger Flo Schell und Jonas Schmidt, den zweiten belegten Christopher Bennet und dessen neuer Partner Robert Frühling, der bis aus Hamburg zum Wettrennen angereist war. Der ditte Siegtrog gehörte dem Damenteam aus Benita Oberhofer und Miriam Thurner.

„Es waren ideale Bedingungen – am Samstag war der See so glatt wie selten, und am Sonntag fielen erst ein paar Tropfen, als die Siegerehrung vorbei war“, sagten die beiden Tropschug-Brüder.

Von Andreas Bretting

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