+
Melanie Wederhake (l.), Direktorin Riita Menzel-Stuck (2.v.r.) und Andreas Drexl (r.) fiebern mit den Kindern mit.

Pausenhofkonzert

Realschule kurz vorm großen Coup

Herrsching - Kaum eine Schule im Landkreis Starnberg, die sich nicht um ein Antenne-Bayern-Pausenhofkonzert bewirbt. Die Realschule Herrsching hat es in der laufenden dritten Runde nicht nur unter die Top 20 geschafft, sondern steht seit Tagen auf Platz 1. Mit jedem Tag steigt die Spannung.

Ob es die Realschüler sind, die sich tatsächlich auf ein Konzert im Pausenhof freuen können, erfahren sie erst am Dienstag um 7.30 Uhr. Die Abstimmung läuft bis Montag, 12 Uhr. Jeder Klick zählt. Ob Lehrer, Schüler, Eltern oder Freunde – das Handy darf an diesem Wochenende nicht stillstehen.

Allerbeste Chancen für die Herrschinger: "Das haben wir nicht erwartet"

Pausenhofkonzerte gab es schon in den Vorjahren. Auch für die Realschüler ist es nicht das erste Mal, dass sie sich darum bewerben. Allerdings gab es beim ersten Mal kein Konzept. „Und das hat überhaupt keinen Sinn gemacht“, sagt Lehrerin Melanie Wederhake. Sie und Andreas Drexl sind die Verbindungslehrer in der Realschule. Als die Schüler auf sie zukamen und darum baten, einen weiteren Anlauf zu starten, waren sie sofort begeistert, „aber nur mit Konzept“. Das war die Bedingung. Um daran zu arbeiten, wurde die zweite Runde im Wettbewerb des Münchner Radiosenders ausgelassen. Auch auf die Gefahr hin, dass es keine dritte Runde gibt, sagt Melanie Wederhake. Aber es gab sie, und siehe da, die Realschule Herrsching hat die allerbesten Chancen für ein Konzert in ihrem Pausenhof.

„Das haben wir nicht erwartet“, freut sich Melanie Wederhake. Gemeinsam mit den fünf Schülersprechern der Schule haben sie und ihr Kollegen überlegt, wie man die Werbetrommel rühren kann. Es gab Elternbriefe, Aufrufe über private Konten in sozialen Netzwerken, Plakate und Flyer. Mit einer großzügigen Spende des Fördervereins der Schule, war sogar der Druck bunter Plakate und Flyer möglich, die nun überall in der Ammerseegemeinde aushängen.

Für die Abstimmung: Handy-Verbot wurde für die Pausen aufgehoben

Seit vergangenen Montag kann auf der Internetseite des Radiosenders abgestimmt werden. Für die jeweilige Schule, alle fünf Minuten. Es gibt Eltern, die das Handy während der Arbeit nicht mehr aus den Augen lassen, um ihren Kinder dieses Ereignis zu ermöglichen. Und wohl auch ihnen, denn wer will sie nicht live erleben – Stars wie Sunrise Avenue oder Rea Garvey im vergangenen Jahr oder zuletzt die Band Silbermond, die das Werner-von-Siemens-Gymnasium in Weißenburg rockte.

Was den Eltern vom Büro aus schnell mal möglich ist, war in der Realschule azunächst einmal ausgeschlossen, denn dort gilt absolutes Handy-Verbot, auch während der Pausen. Die Schüler sollten über die Computer im IT-Unterricht abstimmen. So hatte es sich die Schulleitung vorgestellt. Am ersten Abstimmungstag stellte sich dann heraus, dass diese Computer alle dieselbe IP-Adresse haben. Zu dumm. Das heißt, die knapp 1000 Schüler hätten untertags alle zusammen nur eine Stimme alle fünf Minuten. „Das ging gar nicht“, sagt Melanie Wederhake. Darum wurde die Aufhebung des Handy-Verbots zumindest für die Pausen beantragt – und genehmigt. Seit Dienstag wird deshalb in den Pausen also fleißig geklickt. „Aber auch nur in den Pausen“, sagt Melanie Wederhake stolz. Die Schüler seien sehr diszipliniert, es habe noch keinen Verweis gegeben.

"Vielleicht gibt es Montag sogar eine zweite Pause"

Der Wettbewerb schweißt offenbar auch zusammen. „Plötzlich sieht man, wie der der Zehntklässler dem Fünftklässler sein Ladegerät ausleiht“, freut sich die 31-jährige Verbindungslehrerin. Sie und ihr Kollege Andreas Drexl fiebern genauso mit. Unterstützung erhalten sie auch von ihren Kollegen Florian Friedl und Bianca Leidecker und natürlich von Direktorin Rita Menzel-Stuck.

Vor diesem Wochenende ist nochmal an alle Eltern eine Brand-Mail rausgegangen: „Wir brauchen noch mal tatkräftige Unterstützung“ heißt es darin. Und weil es am Montag nur eine Pause gibt, vor allem im Endspurt bis 12 Uhr auch an diesem Tag. „Wir wissen noch nicht, wie wir das regeln. Vielleicht gibt es Montag sogar eine zweite Pause“, überlegt Melanie Wederhake. Das entscheide sich aber erst am Sonntag. „Wir wollen erst sehen, ob wir dann immer noch so gut dastehen.“ Ist dies der Fall, kennt der Jubel in Herrsching wahrscheinlich keine Grenzen – egal wer am Ende auf der Bühne steht.

Hier geht es zur Abstimmung

Wer die Herrschinger unterstützen möchte, kann dies unter http://aby.fm/491 

Das Voting ist alle fünf Minuten möglich.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Damit werden wir leben müssen“
Umgestürzte Bäume nach einem Sturm: Darauf können wir uns in Zukunft öfter einstellen. Nach Meinung der Experten ist das eine Folge des Klimawandels und hat nichts mit …
„Damit werden wir leben müssen“
Der erste Alpenpass ist geschafft
Starnberg-Torbole am Gardasee. 430 Kilometer und 4000 Höhenmeter liegen vor 22 Jugendlichen und ihren sechs Betreuern vom Kreisjugendring (KJR) Starnberg. Über die …
Der erste Alpenpass ist geschafft
„Bufdi“ am Werk: An jedem Tag etwas Neues
Maja Kettinger sagt nach ihrem sozialen Jahr im Seefelder MehrGenerationenHaus, für wen der Bundesfreiwilligendienst geeignet ist. Majas ehemalige Wirkungsstätte sucht …
„Bufdi“ am Werk: An jedem Tag etwas Neues
Turnier spitze, Ergebnis durchwachsen
Das macht Lust auf mehr. Die erstmals ausgetragenen Starnberg Open waren ein voller Erfolg für den Golfclub Starnberg. Nur einer hatte keinen Grund, zu strahlen.
Turnier spitze, Ergebnis durchwachsen

Kommentare