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Stiller Protest: Mit Grablichtern drücken die Herrschinger ihr Missfallen darüber aus, dass die über 100 Jahre alte Weihnachtsfichte vor dem Martinskircherl so kurz vor den Feiertagen umgesägt wurde.

Baumfällung

Herrschinger trauern um ihre Weihnachtsfichte

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Die Fichte vor dem Martinskircherl war nicht mehr verkehrssicher - die Gemeinde entschied sich für eine Fällung.

Herrsching – Es gibt Bäume, die liegen den Herrschingern besonders am Herzen. Dies zeigte sich nicht erst an der alten Silberweide am Sportplatz, die im vergangenen Jahr in einer Nacht- und Nebelaktion gefällt werden musste. Es zeigt sich nun wieder mit der Fällung der nicht mehr verkehrssicheren Fichte vor dem Martinskircherl – über Jahrzehnte war dies an Weihnachten das Wahrzeichen Herrschings.

Bis Bürgermeister Christian Schiller in der vorletzten Gemeinderatssitzung des Jahres bekannt geben musste, dass schon allein eine Beleuchtung die Vekehrssicherheit gefährde. Die Spitze der großen Fichte sei nicht nur durch einen eingewachsenen Eisenring beschädigt, sondern auch vom Borkenkäferbefall. „Am unteren Stamm war davon nichts zu sehen“, so Schiller. Als der Baum nun gefällt wurde, war die Empörung groß. 

Schiller: Drei Experten sprachen sich für Fällung aus

Denn die Herrschinger sahen den unbefallenen unteren Baumstamm, zählten mehr als 100 Jahresringe und konnten keinen Grund erkennen, warum der Baum überhaupt gefällt werden musste. Der Bürgermeister wurde dafür auch auf dem Weihnachtsmarkt beschimpft. „Aber wenn drei Experten sagen, der Baum muss gefällt werden, was sollen wir denn machen?“, fragt er.

Vielleicht hätte man mit der Fällung wenigstens bis nach Weihnachten warten können, meinen einige Herrschinger. Aber dafür ist es zu spät. Von der Fichte ist nur noch ein Baumstumpft zu sehen. Anfang nächsten Jahres soll eine Ersatzpflanzung erfolgen. Bis dahin trauern die Herrschinger auf ihre Weise um den alten Christbaum – mit vielen kleinen Grablichtern auf dem Stumpf des einst stolzen Stammes.

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