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Mit spektakulären Abwehraktionen glänzte Libero Ferdinand Tille vor allem im dritten Satz – letztendlich vergebens. 

Volleyball

Herrsching geht am Main baden

Die Tür zum Halbfinale um die Deutsche Volleyball-Meisterschaft ist für den TSV Herrsching nur noch einen Spalt breit offen. Am Mittwochabend verloren die Ammerseer bei den United Volleys Rhein-Main in Frankfurt deutlich mit 1:3 (19:25, 18:25,25:19, 15:25).

Herrsching– Die Hausherren waren vor knapp 1000 Zuschauern den Gästen in allen Belangen überlegen. Im ersten Satz hatten die Gäste gar keinen Auftrag. Allein bis zur ersten technischen Auszeit wurden Tom Strohbach und Christoph Marks jeweils dreimal geblockt oder sie knallten das Spielgerät ins Aus. Danach wurde es kurzzeitig besser. Zwar konnten Andre Brown und Jose Gomes mit drei erfolgreichen Aktionen am Netz das Ergebnis erfreulicher gestalten – mit einem Schmetterball aus dem Hinterfeld konnte Gomes auf 9:11 verkürzen –, aber dann war der Main-Block wieder auf dem Posten. Gegen die hochgewachsenen Mittelblocker war kein Kraut gewachsen. Nach dem 20:12 ließen es die Hausherren etwas zu locker angehen, Herrsching konnte bis auf 16:20 ranschnuppern. Doch Frankfurt brachte den Satz gerade mal 21 Minuten locker mit 25:19 nach Hause.

Nicht wesentlich länger, nämlich 23 Minuten, dauerte der zweite Durchgang. Zunächst sah es zwar etwas besser aus, immerhin bis Mitte des Satzes war Herrsching mit Frankfurt gleichauf (13:13), doch dann drückten die Hessen wieder auf die Tube. Mit 25:18 ging auch dieser Umlauf an die Hausherren.

In der knapp zehnminütigen Pause schien Hauser die richtigen Worte gefunden zu haben. Zudem wechselte er Zuspieler Michal Sládecek gegen dessen Back-up Martin Krüger aus. Die Annahme stand stabiler, vor allem Libero Ferdinand Tille (Annahmequote 73 %) und der noch immer nicht ganz fitte Tom Strohbach (70 %) glänzten mit spektakulären Abwehraktionen. Und im Angriff segelte jeder Ball ins Frankfurter Feld. 8:2 hieß es zur ersten technischen Auszeit, 16:9 zur zweiten. Die United Volleys konnten zwar noch mal bis auf drei Zähler heranschmecken, aber der Satzgewinn war den Herrschingern nicht mehr zu nehmen.

Doch damit hatten die Ammerseer ihr Pulver verschossen. Bis zum 6:6 konnte Herrsching den vierten Satz ausgeglichen gestalten, danach zog Frankfurt mit Sieben-Meilen-Stiefeln davon. Am Ende ging der Durchgang deutlich mit 25:15 an die United Volleys, die somit auch das dritte Aufeinandertreffen in dieser Saison für sich entscheiden konnten.

Gewinnen die Hessen auch das vierte Saisonduell am Samstag (19 Uhr, Vilsbiburg), war’s das für den TSV Herrsching. Insgesamt war es aber deutlich zu wenig. Die besten Werte im Angriff hatten die beiden Mittelblocker Andre Brown (38 %) und Wilhelm Nilsson (36 %). Christoph Marks war zwar wieder punktbester Herrschinger, doch die Angriffsquote von 34 % ist für den Bundesliga-Topscorer sicherlich enttäuschend.

Ein alter Bekannter sitzt übrigens seit knapp drei Wochen auf der Bank der United Volleys Rhein Main. Thomas „Bob“ Ranner übernahm von Jan Kahlenbach den Posten des Co-Trainers von Chefcoach Michael Warm. Kahlenbach wechselte in seinen eigentlichen Beruf und tritt eine Stelle als Assistenzarzt im Klinikum Frankfurt-Höchst an. Ranner, der auch das Beachvolleyball-Nationalduo Chantal Laboureur/Julia Sude betreut, war zuletzt Coach der Volleyball Akademie Stuttgart. In der Saison 2014/2015 gehörte Ranner dem Bundesliga-Kader des TSV Herrsching an.

Dirk Schiffner

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