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Das Hinterglasbild übergibt Erwin Leinfelder in Herrsching den Pfarrerinnen Angela Smart (l.) und Susanne Parche.

Reformationsjubiläum

Seegottesdienst hinter Glas

Vor 500 Jahren hat Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg genagelt. Vor einem Jahr hat Erwin Leinfelder begonnen, ein Hinterglasbild zu malen, das nie entstanden wäre ohne den Kirchenreformator Luther.

Herrsching Erwin Leinfelder aus Inning malt. Seit einigen Jahren befasst er sich auch mit der Hinterglasmalerei. Anlässlich des 500. Reformationsjubiläums kam ihm bereits im vorigen Jahr die Idee für ein Motiv, das er hinter Glas verewigen wollte. „Ich habe dieses Bild anlässlich des 500. Jubiläums von Luthers Thesenanschlag gemalt und wegen des Seegottesdienstes, der dieses Wochenende auf dem Ammersee gefeiert wird“, erzählt der Inninger.

Das Bild mit dem Titel „Protestanten von Dießen“ zeigt Fischer, wie sie sich vor 500 Jahren anstatt in der Kirche in ihren Ruderbooten auf dem See trafen, um dort ungestört Gottesdienst nach protestantischem Ritus abzuhalten. An diese Begebenheit erinnert der Seegottesdienst, der an diesem Sonntag von evangelischen Christen auf dem Ammersee gefeiert wird mit Regionalbischöfin .Susanne Breit-Kessler (11 Uhr, Wartaweil).

Am Donnerstag hat sich der Künstler mit den beiden Pfarrerinen Angela Smart und Susanne Parche vor der Erlöserkirche in Herrsching getroffen. Leinfelder übergab den beiden Seelsorgerinnen und somit der evangelischen Kirchengemeinde Herrsching seine Hinterglasmalerei. „Wir freuen uns natürlich über so ein schönes Geschenk“, sagte Susanne Parche und bedankte sich.

Erwin Leinfelder ist als der „bairische Maler“, wie er sich selbst manchmal nennt, mit seinem Bilderzyklus „Sagen vom Ammersee“ bekannt geworden. Dieser Zyklus ist auf dem Heiligen Berg Andechs in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert worden. „Das Besondere an der Glasmalerei ist, dass man alles spiegelverkehrt malt und man mit dem Vordergrund beginnt“, erklärt er. Erst am Ende werde das Glas umgedreht und das eigentliche Bild zeigt sich dem Betrachter. „Ich freue mich, diese Kunst ausüben zu können, da ich sie abenteuerlicher finde als gewöhnliche Ölmalerei“, bekennt der Inninger. „Leider wird sie meiner Meinung nach zeitgenössisch zu sehr vernachlässigt“, beklagt Leinfelder.

Wo seine Hinterglasmalerei „Protestanten von Dießen“ schlussendlich einen Platz finden wird, ist noch nicht entschieden. „Aber wir werden sicher noch einen geeigneten Platz für das Kunstwerk finden“, versichern die beiden Pfarrerinnen.

Felix Schmidt

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