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Im Sommer stand das Wasser hoch. Eigentlich gibt es ein freies Kiesufer, das zum Bedauern von Bettina Simmerl und Hausmeister Stefan Scheifele aber bislang nicht zugänglich ist. Das könnte sich nach der Diskussion heute im Kreisausschuss noch ändern. 

Ammersee

Hoffnung auf freien Seezugang

Bettina Simmerl, Leiterin des Schullandheims Wartaweil, schöpft wieder Hoffnung für einen direkten Seezugang. Heute ist die Einrichtung des Landesverbandes für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen Thema im Landsberger Kreisausschuss.

Wartaweil – Bettina Simmerl, Leiterin des Schullandheims Wartaweil, schöpft wieder Hoffnung für einen direkten Seezugang. Die Einrichtung des Landesverbandes für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen in Wartaweil ist beliebt bei Menschen mit und ohne Behinderung und ist heute Thema im Kreisausschuss des für den Ammersee zuständigen Landratsamtes Landsberg.

Wie beliebt die Einrichtung ist, bewiesen gestern fünf vierte Klassen aus Dießen,München und Vierkirchen, die im erst 2012 eröffneten Naturerlebnispark herumtollten. Schon seit 2009 gib es einen barrierefreien Steg, der es Menschen mit Behinderung ermöglicht, in den See zu gelangen. Dies geschieht über eine Hebeanlage, die das Projekt Segeln für Menschen mit Behinderung möglich macht. Was bislang fehlt, ist ein direkter Zugang am Steg entlang. Man müsste auf einer Länge von etwa zweieinhalb Metern einen zwei Meter breiten Weg freischneiden. Das Landratsamt Landsberg hatte dies im Juli abgelehnt und eine Welle der Empörung ausgelöst. Das Vorhaben sei nur als privilegiertes Vorhaben genehmigungsfähig. Auch Herrschings Bürgermeister Christian Schilling war damals wütend. „Diese Entscheidung ist ein Faustschlag ins Gesicht aller, die sich für Inklusion und Barrierefreiheit in Bayern einsetzen“, hatte er geschimpft.

Dabei soll der geplante Zugang ebenso wie schon der Steg über den Wartungsweg der Ringkanalisation der Öffentlichkeit zugänglich sein. Herrschings Beauftragter für Behinderte und Senioren, Alfred Ploetz, gehört auch dazu. Gemeinsam mit seiner Frau, die im Rollstuhl sitzt, geht er hier leidenschaftlich gern segeln. Aber auch ihm wäre daran gelegen, einen freien Seezugang zum Kiesufer hin zu schaffen. Auf Initiative der Behindertenbeauftragten des Landkreises Landsberg, Barbara Juchem, steht das Anliegen heute ab 15 Uhr also erneut zur Diskussion.

Die Erstellung eines Seezugangs neben dem Steg soll den Besuchern des Schullandheims zukünftig einen ebenerdigen Zugang zum Wasser ermöglichen. Da das ursprünglich offene Kiesufer zugewuchert ist, gibt es vor dem Grundstück des Schullandheims keine Möglichkeit für bewegungseingeschränkte Gäste, ebenerdig an das Wasser zu gelangen. Dies sei bei der Eröffnung der Bildungs- und Begegnungsstätte im Jahr 1995 noch möglich gewesen, heißt es im Sachvortrag. Bettina Simmerl, die seit 20 Jahren die Geschäfte vor Ort leitet, kann sich schon nicht mehr daran erinnern. Die nächste Möglichkeit für bewegungseingeschränkte Besucher, an das Wasser zu gelangen, ist der Seezugang beim Übungsgelände des THW in etwa 280 Meter Entfernung. Diesen zu nutzen, sei für viele der Schullandheimgäste aber nicht selbstständig möglich. Sogar mit Betreuung wäre es schwierig, bei Pflegebedarf die Einrichtung rechtzeitig wieder zu erreichen.

Auf Initiative Juchems soll nun der Landkreis als Antragsteller die für die Privilegierung erforderliche wasserrechtliche Genehmigung für den geplanten Seezugang einreichen. Kostenträger bleibt die Wartaweil gGmbH. Dem Landkreis Starnberg entstünden durch die geplante Maßnahme keine Kosten. Und so traurig Bettina Simmerl nach der ersten Entscheidung im Juli war, so „hoffnungsvoll“ schaut sie der heutigen Diskussion entgegen.

Andrea Gräpel

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