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Lieblingsspeise für den zwölfjährigen Mischling: Elisabeth Walch hat kleingewürfeltes Hähnchenfleisch bereit.

Geschäftsidee

Von Hunde-Menüs und „Hundebia“

Im Herrschinger Gasthof Post werden nicht nur die Gäste verköstigt. Sondern auch deren Zamperl. 

Herrsching Hunde, die im Gasthaus „Post“ in Herrsching einkehren, werden ähnlich verwöhnt wie ihre zweibeinigen Begleiter. Und sie müssen sich, wie ihre Herrchen, an Benimmregeln halten. Nachzulesen sind diese zehn Gebote des „Posthundes“ auf der Rückseite einer Hunde-Speisenkarte. „Vorsicht vor der Wirtin! Der Hund ist harmlos“, ist darin zu lesen. Vor allem aber gibt es auf dieser Speisenkarte Standard- oder Luxus-Menüs für den Hund und sogar ein „Hundebia“.

Die Warnung vor der Wirtin sollte man nicht allzu ernst nehmen. Zwar sind der Wirtin Elisabeth Walch Gerechtigkeit und Fairness ein großes Anliegen, doch zubeißen, nein, das würde sie nicht. Die 47-jährige gelernte Erzieherin ist in Herrsching aber mehr noch für ausgefallenen Ideen bekannt. Diese liefert sie scheinbar am laufenden Band. Nach Benefizaktionen, Adventskalender und „Wir wollen Freude schenken“, Eislauffreuden im Biergarten oder Teilnahmen an Fernseh-Dokus wie „Mein himmlisches Hotel“ auf Vox oder zuletzt an einer Kissenschlacht auf RTL ist sie nun auf den Hund gekommen.

Die Idee mit den extra Speisenkarten nahm mit der Kinder-Speisenkarte ihren Anfang, die es in vielen Wirtshäusern gibt. Damit den Kleinen nicht langweilig wird, gibt es darin Malvorlagen, Irrwege und Kreuzworträtsel. In der „Post“ gibt es darauf zudem den „Post-Kinder-Anti-Knigge am Tisch“. Rat Nummer sieben: „Wenn es grün ist, igitt, wenn es nach Gemüse ausschaut – nicht probieren. Essen Komplettverweigerung.“ Das Spezial lautet: „Unbeaufsichtigte Kinder bekommen entweder einen Hundewelpen oder einen doppelten Espresso geschenkt.“

Die neue Speisenkarte für Hunde „ist nun ein richtiger Hype geworden“, freut sich Elisabeth Walch. In Zusammenarbeit mit dem Tierladen in Herrsching stehen gängige Futtermittel auf der Karte, die liebevoll drapiert in einer Schüssel serviert werden. Im Angebot sind aber auch frische Gerichte aus Küchenresten, beispielsweise kleingewürfeltes und ungewürztes Hähnchenfleisch. „Ehrlich gesagt, es bedeutet für uns ein Erhebliches an Mehraufwand, da wir die Menüs in einem extra Raum zubereiten müssen.“ Die hygienischen Bedingungen müssen stimmen. „Aber es macht auch unheimlich Spaß, dass die Idee so gut angenommen wird.“ Die Preise reichen von 2,50 bis 8,50 Euro.

Selbstverständlich ist sowohl für die Wirtin als auch für ihre Servicekräfte, dass jeder Hund sofort eine Schale Wasser hingestellt bekommt. „Wenn wir dich übersehen, mach dich bemerkbar, dass du durstig bist“, ist auch in den zehn Geboten auf der Rückseite der Hunde-Speisenkarte aufgeführt. Dort steht aber auch, dass der vierbeinige Gast an die Leine muss und auf den Bänken und Stühlen nichts verloren hat. „Belle nicht oder, wenn es nicht anders geht, leise und nur kurz.“ Benimmregeln gelten eben auch für mitgebrachte Tiere – und ihre Herrchen.

Der Clou aber ist das selbst gebraute „Hundebia“, hergestellt in „der ersten Hundebia-Manufaktur Herrsching“. Mit dieser Idee werden zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. „Wir verwerten dabei Küchenreste wie Hähnchenknochen, Gemüse oder Fleisch, verkochen dies und geben Maische dazu, die wir von der Augustiner-Brauerei geliefert bekommen. Daraus entsteht ein für Hunde erfrischender, aber auch gut schmeckender Sud“, verrät die Post-Wirtin. 0,33 Liter kosten 3,50 Euro. Na, dann guten Appetit.

Uli Singer

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