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Die Meisterschaften der bayerischen Jugend in Wartaweil waren eine Werbung für den Schachsport.

Jugendschachmeisterschaft

Mit Bauernopfer zum fulminanten Sieg

Der SC Ammersee hat im Schullandheim Wartaweil die Jugendschachmeisterschaft ausgerichtet.

Wartaweil – Am Ende ging für Laurin Stegert doch noch alles gut: Das Nachwuchstalent vom Schachclub Ammersee gewann bei den Oberbayerischen Jugendeinzelmeisterschaften in der Altersgruppe „U14 männlich“ praktisch im Foto-Finish den Titel. Es war laut Veranstalter Christoph Schöner ein verdienter Erfolg, denn Laurin hatte den punktgleichen Nicolas Mooser vom PSV Dorfen in der zweiten von sieben Turnierrunden mit einer Eröffnung mit Bauernopfer „in weniger als 20 Zügen fulminant geschlagen“ – nur weil es Unklarheiten hinsichtlich der Fein-Wertung gegeben hatte (beide erreichten 5,5 Punkte), herrschte eine Zeit lang Ungewissheit, wer letztlich auf Platz 1 gelandet war.

Die am Wochenende im Schullandheim Wartaweil ausgetragenen Meisterschaften führten insgesamt 75 Mädchen und Jungen in zehn Altersklassen an die Schachbretter, von der „U 10“ bis zur „U 18“, wobei Mädchen und Jungen in getrennten Klassements antraten. „Das Turnier verlief reibungslos“, bilanzierte ein zufriedener Christoph Schöner und bekam zu seinem eigenen „Erschrecken“ von vielen Seiten zu hören, was auch die Bezirksjugendleiterin Maria Stadler als Wunsch zum Ausdruck brachte: „Hoffentlich richtet der SC Ammersee bald wieder eine oberbayerische JEM aus!“

Angesichts der vielen damit verbundenen Arbeit fühle er sich zwar geschmeichelt, so Schöner (der 2016 auch schon das Mädchen-Team des SC Ammersee bis zu Bayerischen und Deutschen Meisterschaften geführt hat), „doch ich erschrecke zugleich“.

Das trotz eines umgehenden Grippe-Virus rundum gelungene Turnier war eine Werbung für den Schachsport, denn neben den Pokalen, Urkunden und Sachpreisen (letztere für alle Teilnehmer) wurde diesmal auch ein Fairness-Preis vergeben: Aurelian Krüger vom SC Gröbenzell (3. Platz in der „U 12“) verzichtete in einer Partie auf die Anwendung der „Losgelassen-ist-losgelassen“-Regel, als der Gegner auf dem Weg seiner Dame vom Feld „a1“ nach „e1“ diese unterwegs ungeschützt auf dem Feld „d1“ parkte, um vor Vollendung seines Zuges eine versehentlich umgerissene Figur Aurelians aufzustellen. Der erklärte den Schiedsrichtern, dass es „völlig klar gewesen“ sei, wohin der Gegner seine Dame eigentlich ziehen wollte, bestand somit nicht auf „Dame nach d1“ – und verlor die Partie sogar noch.

„Ich halte das für einen außerordentlichen Akt der Fairness“, lobte Christoph Schöner, der auch mit seinen eigenen Schützlingen sehr zufrieden sein konnte, denn der gastgebende SC Ammersee holte insgesamt vier Pokale: Helen Stegert gewann mit 100 Prozent der Punkte die „ U 12 weiblich“, Sabrina Heinze schaffte trotz zwischenzeitlicher Erkrankung samt kampflosem Partieverlust noch Rang 3 in der „U 16 weiblich“, Johannes Pachmann landete in der „U 14 männlich“ (Sieger: Laurin Stegert) auf Platz 13, Simon Gabler wurde hier 13.

Thomas Lochte

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