+
So stellen sich die Planer die Zukunft des Bahnhofplatzes in Herrsching vor.

Ortsentwicklung

„Das ist etwas für Jahrzehnte“

  • schließen

Der Sieger des Architektenwettbewerbs für die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes in Herrsching steht fest. Ein Büro aus Ulm überzeugt die Jury mit „Einfachheit und Klarheit“.

Herrsching– Die ersten Details hatte Bürgermeister Christian Schiller bereits im jüngsten Gemeinderat verraten (wir berichteten), am Donnerstag nun fand die große Prämierung im Wettbewerb um die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds Herrsching auf dem Programm. „Es ist ein bisserl wie eine Hochzeit“, fand Schiller, der Preisgericht und Gemeinderat bei dieser Gelegenheit in den Räumen der VR Bank zusammenführte.

Zehn Architektenbüros hatten an dem Wettbewerb teilgenommen. Professor Ludwig Schegk, der die Vorbereitung darauf seit eineinhalb Jahren begleitet, hatte ein exquisites 17-köpfiges Preisgericht unter dem Vorsitz des renommierten Stadtplaners Jochen Baur zusammengestellt: Es ermittelte in einer zwölfstündigen Sitzung den Sieger, nämlich das Büro Silands, Gresz und Kaiser Landschaftsarchitekten aus Ulm. Teil der Jury war auch Professor Christian Schiebel von der Obersten Baubehörde. Anwesend bei der Entscheidungsfindung im Preisgericht waren zudem Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen und als Vertreter des direkten Nachbarn am Bahnhofsvorplatz Johann Oberhofer von der VR Bank.

Oberhofer war tief beeindruckt von der Professionalität der Jury und ist mit dem Ergebnis höchst zufrieden, Die Planung von Roberto Kaiser setzte sich sogar so weit von den anderen Vorschlägen ab, dass das Preisgericht auf einen zweiten Platz verzichtete. Baur erklärte, weshalb: „Das Konzept besticht durch Einfachheit und Klarheit. Das hat mir imponiert.“

Ein wichtiger Punkt sei dabei gewesen, dass die Planer aus Ulm ein Vorfeld für den Bahnhof geschaffen haben, das wohl strukturiert ist, mit einer Straßenführung, die von der Straße Am Landungssteg über eine Brücke an der VR Bank vorbei, zwischen den bestehenden Gebäuden der alten Post und der Herrschinger Insel in die Ladestraße mündet. „So entsteht eine verkehrsfreie Situation als Auftakt zur Ortsmitte“, lobte Baur. Die Anfahrt für die Busse sei zudem klar geregelt.

Schiebel ergänzte die Ausführungen mit einem Lob für die Planung auf dem Gelände der alten Post, nämlich ein großer Komplex, ein so genanntes Mobilitätszentrum, das dort entstehen könnte. „Vielleicht mit Platz für ein Kino.“ Bekanntlich stellt das alte Kino Breitwand seinen Betrieb bald ein. Schiebel ermutigt die Gemeinde, diesen ersten Platz nun auch umzusetzen. Er sprach von einer „tollen Lösung für Herrsching“. Der Wettbewerb wurde von seiner Behörde zu 60 Prozent gefördert, er freute sich darauf, dies nun auch über das Städtebauförderungsprogramm weiter zu begleiten. „Das ist etwas für Jahrzehnte.“

Städteplaner Schegk wiederum war es wichtig zu betonen, dass der Aufwand der Büros für diesen Wettbewerb nicht unerheblich gewesen sei. Sechs Teilnehmer „bekommen aber außer Gottes Lohn nichts“. Darum galt sein Dank allen teilnehmenden Büros. Der erste Preis ist übrigens mit 32 000 Euro dotiert, der dritte Preis mit 16 000 Euro und zwei Anerkennungspreise mit jeweils 6500 Euro. Die eingereichten Vorschläge sind in vollem Umfang ab sofort bis zum 29. Dezember zu den Öffnungszeiten in den Räumen der VR Bank ausgestellt. Die Erstplatzierten präsentieren ihre Planung im Detail in der Gemeinderatssitzung am 22. Januar und ein weiteres Mal am 25. Januar in der großen Bürgerversammlung in der Martinshalle.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Großeinsatz am Wörthsee: Herrenlose SUPs lösen Suchaktion aus
Zwei herrenlose SUPs haben auf dem Wörthsee eine großangelegte Vermisstensuche ausgelöst. 
Großeinsatz am Wörthsee: Herrenlose SUPs lösen Suchaktion aus
Kostenexplosion: Abwasserverband kauft sich Kamera
Weil die Kosten für Kanaluntersuchungen durch Firmen explosionsartig gestiegen sind, baut der Abwasserverband Starnberger See eine eigene Abteilung dafür auf. …
Kostenexplosion: Abwasserverband kauft sich Kamera
Ein Bundeswehr-Platz zum Üben, nicht zum Spielen
Für den Standortübungsplatz Maxhof bei Pöcking sollten Besucher etwas beachten, sagt der Brigadegeneral Frank Schlösser.
Ein Bundeswehr-Platz zum Üben, nicht zum Spielen
Feuerwehrleute suchen Brand
Die Starnberger Feuerwehr ist am Dienstagnachmittag an die Maximilianstraße ausgerückt. 
Feuerwehrleute suchen Brand

Kommentare