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Groß und Klein, Jung und Älter wirkten mit beim Jahreskonzert der Musiklehrervereinigung Herrsching im Haus der bayerischen Landwirtschaft. 

Konzert

Musikalische Reise nach  Lateinamerika

Zum 24. Mal hatte die Musiklehrervereinigung (MLV) Herrsching zu einem Jahreskonzert eingeladen und zum dritten Mal stand eine geographische Schwerpunktsetzung auf dem Programm. Nach Afrika (2010) und den USA (2012) war heuer Lateinamerika an der Reihe.

Herrsching – Die Auswahl der Programmpunkte sei schwer gefallen. „29 Vorschläge für Arrangements landeten auf meinem Schreibtisch“, sagte der Dirigent und MLV-Schulleiter Karl Rellensmann, „Südamerika bietet eben ein schier unerschöpfliches Reservoir an Melodien.“

Als Einstieg wählte Rellensmann eine langsame Version von „Tico, Tico“, wobei man den gut Mitwirkenden noch etwas Nervosität anmerkte. Für Zutrauen sorgte dann aber die humorvolle und dabei sehr einfühlsame Doppel-Moderation. Julia Kiefer gab sich als Computer aus: Eine „Künstliche Intelligenz“ (KI), die zwar alle Fakten wusste, aber bei den Emotionen Unterstützung durch Ko-Moderator Samuel Flach benötigte.

Danach klang es gleich viel runder im „El condor pasa“. Auch dabei war das Tempo etwas zurückgenommen, schließlich galt es, auch die Fraktion der ganz jungen Musiker mitzunehmen, die rechts vom Dirigenten kaum größer waren als einer der restlos besetzten Stühle. Ein prägnanter Tambourinschlag brachte dennoch Temperament ins Haus der bayerischen Landwirtschaft, ganz zu schweigen vom Auftrieb durch Magdalena und Apollonia Schmidt, die im Duett dazu sangen: „I’d rather be a hammer than a nail…“

Ein Herrschinger Spezialstück war die Ineinanderblendung von Dvoraks „Aus der neuen Welt“ mit einer Melodie von Carlos Puente. Nach einem wuchtigen Streicherauftakt – hier dirigiert von Johanna Langmann – schob sich das bestimmende Trommeln das Schlagzeugs dazwischen und schickte kräuselnde Wellen über den Melodienspiegel. Wenn dieser kurz sanfter wellte, füllten mal Hackbretter, mal Saxofone die „Wellentäler“ und sorgten für schöne Effekte.

Bevor die endgültige Gänsehautgarantie Platz griff, gab es eine schmunzelnswerte Moderation. Traurig bekannte die „KI“, sie begreife nicht den Unterschied zwischen „Du“ und „Ich“. Darauf forderte Samuel Flach die „kleinen Iche“ zum Musizieren – und zielte damit zugleich auf die Aussprache von „Hijo de la luna“: Sohn des Mondes.

Sicher bewegten sich die 80 Kinder und Jugendlichen durch das offenkundige Lieblingsstück und definierten einerseits durch feinfühlige Querflöten, andererseits durch wuchtige Paukenschläge ein Gemälde aus Emotionen, das Mathilde Leitner durch tief angelegten spanischen Gesang ergänzte. Genau umgekehrt, nämlich hoch gelagert, sang Mona Mei durch den kubanischen „Chan Chan“.

Zwischendurch hatte sich noch Piazzollas „Libertango“ durch fein artikulierende Streicher entfaltet. Da stimmte weit mehr als nur der ohnehin überzeugend getroffene Ausdruck – und der lange Beifall war verdient. Darauf gab es eine schnellere, indes etwas kreativ strudelnde Version des „Tico, Tico“ sowie eine Zugabe aus dem Lieblingsstück, dem „Hijo de la luna“.

Von Andreas Bretting

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