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Nach Einbruch: Kaya will’s wissen

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Von: Andrea Gräpel

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Ist noch immer stinksauer auf den Einbrecher: Fachgeschäft-Inhaber Mustafa Kaya hatte seinen Laden bereits mit Alarmanlage und Kameras ausgestattet – jetzt wird „aufgerüstet“, wie er sagt.
Ist noch immer stinksauer auf den Einbrecher: Fachgeschäft-Inhaber Mustafa Kaya hatte seinen Laden bereits mit Alarmanlage und Kameras ausgestattet – jetzt wird „aufgerüstet“, wie er sagt. © Dagmar Rutt

Ein Einbruch allein ist schlimm genug. Behördengänge und Telefonate, die Geschädigte hinterher erledigen müssen, sind ebenso zeitraubend wie unangenehm. Nicht anders geht es Mustafa Kaya (37), in dessen Radfachgeschäft in Herrsching in der Nacht zum Montag eingebrochen worden ist. Über soziale Medien hofft er auf Hinweise.

Herrsching – Noch hat sich die Aufregung bei Mustafa Kaya (37) nicht gelegt. Wie berichtet, sind Unbekannte in der Nacht auf Montag in sein Radfachgeschäft „Bike Life Kaya“ an der Heinestraße in Herrsching eingebrochen und haben neun hochwertige Fahrräder mitgehen lassen. Der Wert von nur einem E-Bike reicht bereits an fünfstellige Summen heran. „Es kommt immer auf die Ausstattung an“, sagt er. Drei der gestohlenen Räder aus dem Fachgeschäft waren bereits verkauft. „Wir haben nur noch auf Zubehör gewartet oder auf das Okay der Leasingbank“, ärgert sich Kaya.

„Mussi“, wie Kayas Freunde und Kunden den Händler nennen, ist stinksauer. Durch die vielen Lieferschwierigkeiten während der Corona-Pandemie gibt es aktuell ohnehin nur begrenzte Stückzahlen bei den begehrten E-Bikes und lange Wartezeiten. Sein einziger Trost ist, versichert zu sein. Seine Stimmung hellt das aber nicht weiter auf. „Das bringt mir die Räder nicht wieder“, sagt er.

Erst im November war Kaya von der Gewerbe- in die Heinestraße 3 gezogen. In diesem Jahr feiert der 37-Jährige sein zehntes Firmenjubiläum. „Das hat’s nicht gebraucht“, sagt er und meint den Einbruch. Über die sozialen Medien unter dem Hashtag #bikelifekaya hat er alle Daten der neun gestohlenen Fahrräder der Marken Giant und Liv veröffentlicht. In der Hoffnung, dass die Räder wieder auftauchen oder es Hinweise auf den oder die Täter gibt. „Allein mit meinem ersten Post hab ich 25 000 Menschen erreicht, 148-mal wurde er geteilt“, erzählt er begeistert. Deshalb gibt er die Hoffnung nicht auf und hält die, die ihm folgen, auf dem Laufenden.

„Ein paar Mal war der hier im Laden“, sagt Kaya über den Mann, der auf Aufnahmen der Überwachungskamera zu sehen ist. Der schlanke Mann trägt darauf eine blaue Jacke mit Applikationen und eine graue Baseballkappe mit schwarzem Schild. Kaya war er schon über die Kamera aufgefallen: „Der stand vorm Schaufenster“ sagt er. „Auffällig ist sein kahl rasierter Kopf“, teilte die Polizei gestern nach Auswertung aller Aufnahmen mit. „Leider gibt es keine Aufnahmen, wie die Bikes herausgebracht werden“, sagt Kaya. Der Täter besprühte die Kamera mit Lack und zerstörte die Alarmanlage.

„Der Schaden an geklauten Rädern, Kratzern durch umgeworfene Räder, Schäden am Gebäude und Einrichtung liegt bei aktueller Schätzung zwischen 60 000 und 80 000 Euro“, so der Zweiradmechanikermeister. Er will das Sicherheitssystem nun aufrüsten und zum Sicherheitsdienst aufschalten. „Das ist halt schweineteuer“ – aber besser als noch ein Einbruch.

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