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Kleines Dorf, großes Wachstum

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Von: Andrea Gräpel

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Der Bauplatz befindet sich zwischen Senke und Gemeindehaus..
Der Bauplatz befindet sich zwischen Senke und Gemeindehaus. © Googlearth

Den Widdersbergern war schon die Senke an der Dorfstraße heilig. Nun müssen sie sich von einer weiteren freien Fläche verabschieden, was am Montag auch den Gemeinderäten im Bauausschuss schwerfiel. Denn genau oberhalb dieser Senke sind nun sieben Einfamilienhäuser geplant, und allem Anschein nach nicht zu verhindern. „Das verändert das Dorfbild gewaltig“, prophezeite Christiane Gruber (BGH).

Widdersberg - Durch das beschauliche Widdersberg war vor sechs Jahren ein Aufschrei zu hören, als die Senke an der Dorfstraße mit vier statt mit den im Rahmenplan vorgesehenen zwei Einfamilienhäuser bebaut werden sollte. Im ersten Anlauf konnten sie das Projekt dem Bauherrn sogar erfolgreich vermiesen. Als ein Bauträger kurz darauf gleich sechs Häuser und Tiefgaragen plante, wurde es auch den Gemeinderäten zu viel. Eine Veränderungssperre erfolgte und ein Bebauungsplan wurde aufgestellt. 2019 wurden schließlich vier Einfamilienhäuser erreichtet.

Die Fläche oberhalb der Senke ist mit vier Gebäuden aktuell nur locker bebaut. Einen Bebauungsplan gibt es nicht. Auf der freien Fläche sollen nun sieben zweigeschossige Einfamilienhäuser entstehen und eine entsprechende Erschließungsstraße von der Dorfstraße aus. Die Gebäude mit Satteldächern sollen jeweils eine Grundfläche von 90 Quadratmeter erhalten. Nach Art und Maß der baulichen Nutzung füge sich das Vorhaben in die nähere Umgebung ein, erklärte Oliver Gerweck vom Herrschinger Bauamt, „wir wüssten keinen Ablehnungsgrund“. Damals in der Senke wurde der Bauwerber mit einem Bebauungsplan ausgebremst, in diesem Fall sei dies nicht möglich. Bauamtsleiter Guido Finster meinte, dass die Gemeinde in dem Fall sogar schadensersatzpflichtig werden könnte.

„Da hat kein einziger Baum mehr Platz“, bedauerte Christiane Gruber. Sie konnte sich nicht dazu durchringen, das Vorhaben gutzuheißen, auch wenn die Gemeinde keine Handhabe habe. Roland Lübeck (CSU) konnte diese Bedenken nicht teilen. „Ich finde das gut. Das kann man gut gestalten“, sagte er. Auch wenn er mit dieser Meinung ziemlich allein blieb, stimmten seine Ratskollegen mit ihm – mit Ausnahme von Christiane Gruber, die sich mit ihrem Gewissen den Tatsachen nicht fügen konnte. Auch ihr Fraktionskollege Dr. Rainer Guggenberger stimmte für das Vorhaben, obwohl ihm die Erschließungsstraße zu viel Fläche kostet. „Die nimmt ja genauso viel Platz ein wie die Bebauung.“ Sein Hinweis wurde aufgenommen.

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