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Der Nachwuchs aus 15 Herrschinger Handwerksbetrieben freute sich über d ie Einladung der Kolpingsfamilie ins Haus der bayerischen Landwirtschaft. 

Kolpingsfamilie Herrsching

Von Azubi zu Azubi

Mit einem feierlichen Empfang würdigte die Kolpingsfamilie Herrsching die Arbeit von Auszubildenden in Handwerksbetrieben. Um junge Menschen für eine handwerkliche Ausbildung zu begeistern, ist nächstes Jahr eine weitere Veranstaltung geplant. 

Herrsching– Ihre Arbeit zu würdigen, darum ging es beim Empfang für Auszubildende im Handwerk. Eingeladen hatte die Kolpingsfamilie Herrsching, anlässlich des Todestages von Adolph Kolping vor 150 Jahren. Kolping selbst war Handwerkslehrling und sorgte sich später, als er selbst schon Priester war, um deren Situation.

„Wir wollen mit den jungen Handwerksauszubildenden feiern, ihren Ausbildungsweg würdigen und sie unterstützen“, sagte Pfarrer Simon Rapp. Insgesamt 43 Betriebe gibt es in Herrsching, viele haben aktuell gar keine Auszubildenden. Beim Empfang vertreten waren davon 15 – und etwa 20 Azubis. „Zwei Projekte laufen gerade: Heute das Kennenlernen und die Würdigung derjenigen, die bereits einen Ausbildungsplatz haben. Nächstes Jahr, im Rahmen des 60. Jubiläums der Kolpingsfamilie Herrsching, wollen wir möglichst viele junge Menschen dafür begeistern, sich ebenfalls mit handwerklichen Ausbildungen auseinanderzusetzen“, sagte Konrad Rausch, der Beauftragte des Jubiläums.

Schulen und Vereinen sollen Handwerksberufe präsentiert werden

Wie genau die Veranstaltung ablaufen soll, steht nicht fest. „Wir hoffen, weitere Azubis und deren Ideen für das Projekt zu gewinnen“, sagte Rausch. Man wolle in Schulen, Vereinen und Jugendgruppen Handwerksberufe präsentieren und dabei auf die Erfahrungsberichte der Azubis zurückgreifen.

Diese klingen durchwegs sehr positiv: Melisa Unterlercher (19) und Saied Hasani (16) haben dieses Jahr ihre Ausbildung im Friseursalon sasa pure style in Herrsching begonnen und sind sehr zufrieden. „Mein Onkel ist auch Friseur, und ich habe während der Schulzeit schon zwei Praktika bei sasa pure style gemacht. Danach wollte ich gerne die Ausbildung machen“, erzählte Saied, ein junger Afghane, der 2015 aus dem Iran nach Deutschland kam. Auch Melisa ist begeistert – ihre zunächst begonnene Lehre im Büro habe ihr nicht so zugesagt. „Diese Ausbildung macht uns Spaß“, sagte sie.

Die 17-jährige Emelie Neumann ist schon im zweiten Ausbildungsjahr und pendelt von Gilching zum selben Salon. „Mein dreitägiges Probearbeiten hatte mir gut gefallen. Danach habe ich mich für die Ausbildung entschieden“, erzählte Emelie.

Quincy Novacek macht eine Ausbildung zum Maurer in Breitbrunn

Auch der 19-jährige Quincy Novacek macht eine handwerkliche Ausbildung. Er hat in diesem Jahr als Maurer bei Kaindl in Breitbrunn angefangen. „Es gefällt mir sehr gut, auch wenn es manchmal körperlich extrem anstrengend und schwer ist. Herr und Frau Kaindl sind die nettesten Chefs, die ich mir vorstellen kann“, sagte er. Zu der Stelle kam er über einen Tipp seiner Lehrerin. Besonders gut gefalle ihm, dass er bei seiner Ausbildung gemeinsam mit Ausländern arbeitet.

Sixtus Kraft (20) befindet sich im letzten Ausbildungsjahr. Ende Juli will er mit seiner Ausbildung in der Schreinerei Darchinger fertig sein. Nach seinem Abitur sei es ihm wichtig gewesen, ein kreatives Handwerk zu erlernen. „Gut finde ich, dass die Schreinerei auf Innenausstattung spezialisiert ist. Das interessiert mich sehr“, erzählte er. Gerne unterstütze er auch das Projekt der Kolpingsfamilie, andere junge Menschen für handwerkliche Berufe zu begeistern.

„Die Erfahrungen von Gleichaltrigen zu hören, leitet dazu an, sich mit einer Ausbildung auseinanderzusetzen“, erklärte er. Über einige neue kreative Ideen von Azubis, die das Projekt unterstützen möchten, konnte sich die Kolpingfamilie schon jetzt freuen.

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