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Die ersten Gratulanten Christian Schillers waren die Mitbewerber Christine Hollacher und Alexander Keim.  

Kommunalwahl 2020

Durchmarsch im ersten Anlauf

  • vonAndrea Gräpel
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Damit hatte er nicht gerechnet, „wenn das stimmt mit 60 Prozent, das wäre der Wahnsinn“, freut sich Bürgermeister Christian Schiller nach der vorläufigen Schnellmeldung durch Gemeindewahlleiter Hans Wannenmacher. Am Ende waren es sogar 61 Prozent.

Herrsching – Die Technik machte es dem Wahlleiter am Sonntagabend nicht leicht. Schon bevor die letzten drei Wahlbezirke ausgezählt worden waren, hat Wannenmacher deshalb einen Zwischenstand gegeben. „Wenn das wirklich wahr wird“, sagte Schiller erleichert. Die dritte Amtszeit ist sicher. Der Bürgermeister war seit 18.50 Uhr im Rathaus, hatte sich die Stunden vorher abgelenkt. Er war am Tegernsee gewesen, wo seine Schwester Elisabeth ebenfalls kandidiert als Spitzenkandidatin für die CSU. Zusammen gönnten sie sich nochmal einen Tag Entspannung. „Als meine Schwester ins Wahllokal musste, sind wir auch aufgebrochen.“

Im Sitzungssaal wartet mit Schiller erwartungsvoll seine Familie und die beiden Gegenkandidaten Alexander Keim (FDP) und Christine Hollacher (FW). Matti Müller (SPD) hatte schon frühzeitig mitgeteilt, dass er wegen eines Krankheitsfalls in der Familie verhindert ist. Fromuth Heene kam nicht.

Keim stößt mit Schiller an und ist nicht wirklich enttäuscht über sein einstelliges Ergebnis. „Ich habe gestern noch zu meiner Frau gesagt, in Krisenzeiten wie diesen braucht ein Ort wie Herrsching Stabilität. Und das spiegelt das Ergebnis wider“, sagt er. Christine Hollacher erreicht 7, Matti Müller 10 Prozent und Fromuth Heene für die CSU 17 Prozent.

8333 Stimmberechtigte gab es in diesem Jahr in Herrsching. 130 Helfer waren in 17 Wahllokalen tätig, „alles war in keiner Weise von Corona beeinträchtig“, freut sich der Gemeindewahlleiter. Die Wahlbeteiligung liegt bei 57 Prozent, vor sechs Jahren waren es 53 Prozent.

Während die anderen Kandidaten die Auszählung der letzten beiden Stimmbezirke gar nicht mehr abwarten, freut sich Schiller über 60 wohl sichere Prozent. „Der Wahnsinn“, sagt er am Telefon, denn es gibt viele, die ihn jetzt anrufen. Er bleibt noch bis zum Ergebnis im Sitzungssaal, später wird bei Schillers zu Hause gefeiert.

„Letztes Mal“, erinnert sich Schiller in der Wartezeit, „bin ich gegen Donald Duck und Mickey Mouse angetreten, weil es keine Gegenkandidaten gab, wurden Fantasienamen auf den Stimmzettel geschrieben.“ Dass er dieses Mal gegen gleich vier leibhaftige Kandidaten den Durchmarsch schaffte ohne Stichwahl, lässt ihn natürlich jubilieren. „Mich wundert es schon sehr, dass es heuer auch so lange dauert“, 2014 hatten die Fantasienamen zu Verzögerungen geführt.

Eva Schiller freut sich ebenso wie ihr Mann, „ich habe fast auf die Zahl genau dieses Ergebnis getippt, ist doch der Hammer, oder?“. Seit September haben sie und die beiden Söhne mit ihrem Vater mitgezittert. „Dass dieser Wahlkampf vorbei ist, ist für uns alle eine Last weniger“.

Als schließlich Landrat Karl Roth anruft und Schiller gratuliert zu 61,17 Prozent (3128 Stimmen), weiß Roth das Endergebnis schneller als der Sieger selbst. Bevor es nach Hause geht, macht er dann doch noch ein Fläschchen Sekt auf. Als auch noch die Grünen-Gemeinderätin Anke Rasmussen als Biene verkleidet in den Sitzungssaal stürmt und ihm um den Hals fällt, gibt es kein Halten mehr. Sie löst eine Wette ein: Wenn Schiller es im ersten Wahlgang schafft, kommt sie als Biene.

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