+
Versucht eine Rückkehr ins Herrschinger Rathaus: Christine Hollacher soll Bürgermeisterkandidatin der Freien Wähler werden. 

Kommunalwahl 2020

Hollacher will’s noch mal wissen

  • schließen

Die Freien Wähler schicken eine eigene Bürgermeisterkandidatin ins Rennen ums Herrschinger Rathaus – und sie ist keine Unbekannte: Christine Hollacher, Bürgermeisterin von 2002 bis 2008.

Herrsching – Es hatte sich angedeutet, und nachdem Christine Hollacher nicht mehr auf ihrer sonst angestammten Liste der Bürgergemeinschaft Herrsching aufgetaucht war, hatte es sich verfestigt: Herrschings ehemalige Bürgermeisterin arbeitete an einer erneuten Kandidatur. Nun steht es fest: Nach zwölf Jahren tritt sie erneut an. Diesmal ohne einen Ortsverband im Rücken, sondern vorgeschlagen vom Kreisverband der Freien Wähler.

„Ich mache jetzt mein eigenes Ding, gemeinsam mit dem Kreisverband“, sagt die 61-jährige Herrschingerin. Denn Christine Hollacher ist mittlerweile Freie Wählerin durch und durch. Für den Kreisverband steht ihr Name bereits auf der Kreistagsliste. Die Bürgergemeinschaft Herrsching, die vormals den Freien Wählern angehörte, hat sich in diesem Jahr gelöst, um frei und parteilos in den Wahlkampf starten zu können. „Nachdem die sich – auch gut, wie ich finde – neu erfunden haben, habe ich überlegt, wie wir die Freien Wähler platzieren können“, erklärt sie. Sie ließ sich von der Liste der Bürgergemeinschaft streichen.

In der Kürze der Zeit hätten sich nicht genug Kandidaten gefunden, um mit einer eigenen Gemeinderatsliste aufzutreten. Und da es das Wahlgesetz zulasse, dass eine Partei einen Kandidaten nominieren kann, nominiert der Kreisverband Christine Hollacher für Herrsching. Ganz dem Wunsch von Landratskandidat und Kreisvorsitzendem Matthias Vilsmayer entsprechend, der sich eigentlich in jeder Gemeinde einen Bürgermeisterkandidaten der Freien Wähler wünschte. Er ist es auch, der für Sonntag, 19. Januar, zur Nominierungsversammlung einlädt. Diese findet ab 19 Uhr im Gasthof zur Post in Herrsching statt.

Christine Hollacher war von 2002 bis 2008 Bürgermeisterin für die Bürgergemeinschaft Herrsching. Die Wählergemeinschaft – damals um Karl Sigl – schloss sich den Freien Wählern an, die ab 2008 zur Heimat der Herrschingerin wurden. Mit dem Einzug ins Maximilianeum wurde sie die erste Mitarbeiterin der Fraktion und baute die Geschäftsstelle auf. Mittlerweile ist sie Mitarbeiterin der Beauftragten der Bayerischen Staatsregierung für das Ehrenamt. Die Landespolitik ist ihre Welt geworden, aber die Kommunalpolitik war es auch. „Ich war einige Jahre weit weg vom Ortsgeschehen“, gesteht sie.

„Es gibt Themen, die nicht in der Gemeinde enden“, erklärt sie ihre Motivation, noch einmal anzutreten. Zum einen bedrücke sie die Klimaschutzdebatte, „es passiert wenig“. Dass sie vor einem halben Jahr Großmutter wurde, habe sie in ihrer Verantwortung für die zukünftige Generation bestärkt. Dann gibt es noch das Thema Gymnasium. „Das Konzept finde ich gut, dagegen hatte ich nie etwas einzuwenden“, sagt sie. Gegen einen Standort in Herrsching dagegen schon. „Wir haben drängendere Zukuftsaufgaben als den Neubau eines Gymnasiums.“ Und der aktuelle Standort in Mühlfeld sei völlig ungenügend. Christine Hollacher sagt ganz ehrlich: „Ich würde nach einer anderen Lösung suchen.“ Damit liegt sie auf der Linie der Freien Wähler auf Kreisebene, die stets dem Gymnasium skeptisch gegenüberstanden.

Christine Hollacher zieht kurz vor Toresschluss – am kommenden Donnerstag, 23. Januar müssen die Wahlvorschläge abgegeben sein – als fünfte Kandidatin in den Wahlkampf in Herrsching. Außer der 61-Jährigen kandidieren Fromuth Heene für die CSU, Alexander Keim für die FDP, der ortsfremde Matti Müller für die SPD und der amtierende und parteilose Bürgermeister Christian Schiller mit seinem Verein „Bürgermeister für Alle“.

Dass die bisherigen Konstellationen bei den Freien Wählern in Herrsching keine Zukunft hatten, war schon länger klar. Kreischef Vilsmayer hatte schon bei Aufstellungsversammlungen angedeutet, die FW könnten in Herrsching einen eigenen Ortsverband gründen. Denn: Auf der Kreistagsliste sind nur zwei Herrschinger vertreten.

Lesen Sie mehr zur Kommunalwahl im Landkreis hier

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Er machte alles richtig: Aber Autofahrerin übersieht Radler in Feldafing
Alles richtig gemacht hat ein 56-jähriger Radfahrer aus Starnberg in Feldafing, und doch wurde er bei einem Unfall verletzt – „aufgrund der Unachtsamkeit einer …
Er machte alles richtig: Aber Autofahrerin übersieht Radler in Feldafing
Mann übergibt Polizisten Marihuana - sie finden „einschlägige Gerätschaften“
Ein Joint vernebelt nicht nur die Sinne, wie es scheint, sondern lässt Menschen auch laut werden: das zeigt ein Polizeibericht aus Berg am Starnberger See.
Mann übergibt Polizisten Marihuana - sie finden „einschlägige Gerätschaften“
Wechsel zu Münchner Stadtbibliotheken: Judith Stumptner verlässt Evangelische Akademie
Die Evangelische Akademie Tutzing hat Judith Stumptner, stellvertretende Direktorin und Studienleiterin für Kunst, Kultur, Bildung, Digitales, offiziell verabschiedet. …
Wechsel zu Münchner Stadtbibliotheken: Judith Stumptner verlässt Evangelische Akademie
Grillhaus: Im Mittelpunkt steht das Produkt
Starnberg hat sein erstes Steakhaus. Im Ortsteil Percha hat am Wochenende das „Roomsteak“ seine Pforten geöffnet.
Grillhaus: Im Mittelpunkt steht das Produkt

Kommentare