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Kommunalwahl 2020

SPD schickt Müller ins Rennen

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Den letzten Spitzenkandidaten stellte Herrschings SPD mit Werner Odemer vor zwölf Jahren, in diesem Jahr gab es gleich zwei Bewerber ums Bürgermeisteramt: Thomas Allner-Kiehling, den der Vorstand ablehnte, und nun Matti Müller, der am 20. Dezember nominiert werden soll.

Herrsching – In der Diskussion um Allner-Kiehling hatte der langjährige Gemeinderat Wolfgang Schief den Ortsverband verlassen und war als Zähl-Mitglied nach Seefeld gewechselt (wir berichteten). Eben dort hatte auch Matti Müller schon Gespräche geführt. „Äußerst unterschwellig“, sagt er. Was in Seefeld nicht funktionierte, will der 52-Jährige nun in Herrsching versuchen. In einer nichtöffentlichen Mitgliederversammlung habe er sich bereits vorgestellt. Er geht davon aus, dass die Nominierung eine Formalie sein wird.

Müller ist im Landkreis gänzlich unbekannt, aber in der bayerischen Politik kein unbeschriebenes Blatt. Der Jurist mit finnischen Wurzeln mütterlicherseits war von 2008 bis 2014 Bürgermeister der schwäbischen Gemeinde Oettingen. Danach arbeitete er knapp fünf Jahre lang in der SPD-Landtagsfraktion. Seit einem Jahr ist er Jurist beim Bayerischen Lehrerinnen- und Lehrerverband. Aktuell lebt der verheiratete Vater von zwei Kindern mit seiner Familie in Diedorf bei Augsburg.

Marion Koppelmann, Vorsitzende der SPD Seefeld, bestätigt, dass es Gespräche mit Müller gegeben hatte. „Vor drei Monaten“, sagt sie. Sie blieben ohne Ergebnis. Seit Frühherbst sei Müller aber auch im Gespräch mit der Herrschinger Vorstandschaft, die nun einen „hervorragenden Kandidaten in das Rennen um das Bürgermeisteramt schicken“ will, wie Vorsitzender Odemer betont. Er sei es gewesen, der auf Müller zugegangenen sei, als er erfahren habe, dass die SPD Seefeld lieber den Grünen-Kandidaten Thomas Zimmermann unterstütze als einen eigenen Kandidaten zu präsentieren, sagt Odemer.

Weil die Bürgermeisterkandidatur nach dem bayerischen Wahlrecht demokratisch und damit anderen offen bleiben muss, „können sich natürlich auch andere Kandidaten bewerben“, heißt in der Einladung zur Aufstellungsversammlung. Das könnte im Zweifelsfall bedeuten, dass geneigte SPD-Mitglieder Allner-Kiehling erneut ins Spiel bringen könnten. „Das wäre absurd“, sagt Odemer dazu.

Kandidaturen außerhalb der Heimatgemeinde seien nicht ungewöhnlich, sagt Müller auf die Frage, was ihn als Diedorfer bewegt, im Landkreis Starnberg anzutreten. Durch seine Arbeit im Landtag kenne er viele Genossen und komme ins Gespräch. „Das läuft halt so in der Politik“, sagt er. Die Landratskandidatin der SPD, Christiane Kern, kommt auch nicht aus dem Landkreis, hat aber seit Bekanntwerden ihrer Kandidatur einen Wohnsitz in Starnberg. Man müsse für ein hauptamtliches Wahlamt nicht einmal im Kreis oder Ort gemeldet sein, weiß Müller.

Er wäre bei einem positiven Votum der SPD-Mitglieder neben Amtsinhaber Christian Schiller, CSU-Kandidatin Fromuth Heene und FDP-Kandidat Alexander Keim die Nummer vier im Rennen. Ob es noch eine Nummer fünf gibt, hängt wohl von den Freien Wählern ab, deren Landratskandidat Matthias Vilsmayer sich zum Ziel gesetzt hat, in jedem Ort einen Bürgermeisterkandidaten zu stellen. Einen Ortsverband der Freien Wähler gibt es in der Ammerseegemeinde (noch) nicht, aber Herrschings ehemalige Bürgermeisterin Christine Hollacher ist Mitglied der Freien Wähler und in diesem Jahr nicht auf der sonst angestammten Liste der Bürgergemeinschaft zu finden.

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