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In der Familie gut aufgehoben: Christian Schiller lässt sich nach dem einstimmigen Ergebnis von seinen Unterstützern hochleben, Sohn Valentin nahm dies wörtlich.

Kommunalwahl 2020

„Ich brenne für diese Gemeinde“

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Bürgermeister Christian Schiller tritt zum dritten Mal unabhängig und parteifrei zur Wahl in Herrsching an.

Herrsching – Als „Bürgermeister für Alle“ zog Christian Schiller 2008 ins Herrschinger Rathaus ein – unterstützt durch seinen ein Jahr zuvor gegründeten Verein. Dieser hat allein den Zweck, einen parteiunabhängigen Bürgermeister zu unterstützen. Im März tritt Schiller zum dritten Mal so an. Seine Unterstützerschar ist von damals acht auf aktuell 66 Mitglieder gewachsen. 47 kamen am Dienstag zur Versammlung, um ihn einstimmig zu nominieren.

2008 war Schiller der erste Bürgermeister im Landkreis, der unabhängig von einer Partei oder Wählergruppe in den Wahlkampf zog. Unterdessen hat er Nachahmer gefunden, etwa die frühere SPD-Kandidatin Christel Muggenthal in der Gemeinde Wörthsee. Auch Schiller gehörte einmal einer Partei an, hatte von 1996 bis 2002 einen Sitz für die CSU im Gemeinderat. Zum Bruch kam es im Sommer, nachdem er wiedergewählt worden war. Schiller trat aus der CSU aus und wagte beim nächsten Mal seinen Alleingang. Parteilos und unabhängig, „das ist mein Pfund“, sagt er heute. 2014 gelang ihm der Wiedereinzug ins Rathaus mit 89,89 Prozent der Stimmen. Allerdings gab es damals keinen Gegenkandidaten. Mit Fromuth Heene (CSU) und Alexander Keim (FDP) hat er aktuell zwei.

Kommunalwahl 2020: Welche Aufgaben hat der Bürgermeister?

Eine Rathaussanierung, ein Feuerwehrhaus-Neubau und weitere auf sieben Seiten zusammengetragene Projekte später, „brennt“ er noch immer für seine Gemeinde. Und sein Verein ist nach der CSU die mitgliederstärkste Gruppierung in Herrsching. Eine große Familie, so fühlte es sich in der Versammlung im Andechser Hof jedenfalls an, in der der 51-Jährige nicht nur durch Ehefrau Eva, sondern auch von seinen Söhnen Felix (18) und Valentin (19) Unterstützung erfuhr.

Im Landkreis hat man Schiller schon bald den Beinamen Duz-Bürgermeister gegeben, weil er einen lockeren Umgang miteinander bevorzugt. Das fängt schon im Rathaus bei den Mitarbeitern an. Er spricht von einem tollen Team, das da zusammengewachsen sei und an dem sich manch Dienstleister ein Beispiel nehmen könne. Dass ihm die Arbeit dort Spaß macht, ist offenkundig. Aus Erfahrung klug geworden sei aber auch Schiller, gab er zu. Deshalb wolle er der Bürgerbeteiligung noch mehr Raum verschaffen. Das Wort Pflanztrog nimmt er gar nicht mehr in den Mund, aber bevor die Kritik erneut erst dann laut werde, wenn lang diskutierte „Maßnahmen“ im Verkehrskonzept umgesetzt sind, will er Bürger nicht nur über öffentliche Gemeinderatssitzungen einbeziehen.

Es sei damals keine spontane Entscheidung gewesen anzutreten. Dies sei es diesmal auch nicht, sagte Schiller. „Erstmal wurde ein Familienrat abgehalten“, denn ohne die Unterstützung seiner Frau und seiner Söhne würde er nicht erneut in den Wahlkampf ziehen. „Es ist ja so schon nicht einfach mit mir“, sagte er und lachte. Während er seinen Ausblick auflistete, wurde schnell deutlich, dass zwar viel erreicht ist, er aber noch nicht fertig ist. Als große Herausforderung warte zum Beispiel die Zusammenlegung der Klinik Seefeld und der Klinik Schindlbeck. „Ich werde mich für einen gemeinsamen Standort in Herrsching einsetzen“, versprach er. „Es gibt viel zu tun“, rief er begeistert in die Runde, „bitte gebt mir eure Stimme!“ Die erhielt er bei der Nominierung zu 100 Prozent.

Alles zu den Kommunalwahlen im Landkreis Starnberg lesen Sie hier:

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