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So könnte die Multifunktionshalle für Herrsching aussehen.

Multifunktionshalle

Letzte Chance für Herrschings Volleyballer

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Die Volleyballer streben in die nächste Liga, die Eventliga. Mit einem wohldurchdachten Konzept für eine Multifunktionshalle begeisterten sie am Montag Gemeinderat und Besucher.

Herrsching – Den Volleyballern ging es mit dieser Präsentation darum, ein Stimmungsbild einzufangen. Im noch nie zuvor so voll besetzten Sitzungssaal funktionierte dies wunderbar. Die TSV-Abteilung steht unter Druck, die Nutzungsgenehmigung der viel zu kleinen Nikolaushalle wurde ein letztes Mal für drei Jahre verlängert. Eine Multifunktionshalle sei die letzte Chance für den Verbleib in der Bundesliga. Und das sagte Trainer Max Hauser sehr deutlich: „Ich steige nicht ab, weil ich keine Halle hab’.“ Wenn nicht hier, würde er es woanders versuchen, das hatte auch Bugl in Interviews mehrfach betont. Herrsching wäre trotzdem die erste Wahl. „Meine Familie lebt seit 200 Jahren hier“, berichtete Hauser. „Wir sind Herrschinger!“ Er meinte damit nicht nur sich, sondern auch seine Mitstreiter, Troika, Fritz Frömming und André Bugl. Kapitän Patrick Steuerwald würde auch gern dazu zählen, verriet Hauser.

Die Volleyballer haben unbestritten Sportgeschichte in Herrsching geschrieben. „Meine eigene Geschichte ist noch ehrgeiziger“, klang in diesem Zusammenhang fast wie eine Drohung Hausers. Und doch ist sie so eng mit der Ammerseegemeinde verknüpft, dass die Vision dieser Troika allen nutzen könnte. Dafür haben die drei Macher viel recherchiert, Ideen entwickelt und in ein Konzept verpackt. „Wir haben uns die letzten drei Jahre mit nichts anderem beschäftigt“, sagt Bugl. Die Absage des Zweckverbandes weiterführende Schulen, mit dem sie das Projekt gern gemeinsam an der Realschule entwickelt hätten, hatte ihnen ein Stich versetzt (wir berichteten). „Aber wir haben einen Plan B“, hatte Frömming damals schon gesagt.

Plan B ist ausdrücklich keine Sporthalle, sondern eine Multifunktionshalle, eine Arena für 2500 Menschen, die nutzbar wäre für Messen, Kongresse, Konzerte aber auch für den Sport. Wenn die Gemeinde mitzieht, könnte es offenbar ganz schnell gehen. Der Manager hat nicht nur eine Bank an der Hand für einen zinslosen Kredit, sondern auch mehrere Investoren.

Zwei Varianten stellten sie am Montag vor: einen Stahl-Betonbau und eine Stahl- oder Holz-Tragluftkontruktion. Die eine 12 Millionen Euro teuer, die andere 3,5 bis 4 Millionen Euro. Beide Varianten benötigen eine Fläche von 14 000 Quadratmeter – jeweils inklusive Parkflächen für 500 bis 700 Fahrzeuge. Bugl warb für die Mischkonstruktion ähnlich der Allianz-Arena als nachhaltige und günstige Bauweise. „Wir haben mit dem weltweiten Marktführer gesprochen, er ist sehr interessiert“, versicherte Bugl. „Es ist nicht so, dass man einen Ballon aufbläst, sondern vielmehr eine Ummantelung“, deren Gestaltung variabel ist. Ein weiterer Vorteil: Ein Rückbau ist jederzeit möglich, „man kann das Ding einfach einpacken“.

Hauser fasste es so zusammen: Die Halle kann die gesamte Region bereichern, sie habe Symbolkraft und in der Größe gebe es nichts Vergleichbares in der Nähe. „München hat Kapazitäten bis 1000 und dann ab 6000 Menschen. Die drei größten Veranstalter in München wären sofort dabei, sagt Frömming. Nicht zuletzt würden Tourismus und Wirtschaft profitieren. „Wenn die Halle funktioniert, macht die Gemeinde Geld über Steuereinnahmen.“ Eine weitere kommunale Einnahmequelle hatte Frömming im Sinn, nämlich die über Parkgebühren auf den Parkplätzen.

Das Konzept klingt durchdacht. Es wurde am Montag laut beklatscht. Allein der Standort bedarf noch Diskussionen, diesen müsste die Gemeinde stellen. Es gibt nur einen, auf dem es möglich ist, erwähnt wurde er mit keiner Silbe. Dort, wo das Gymnasium geplant war. Ob die gemeindeeigenen Grundstücke eine zusammenhängende Fläche von 14 000 Quadratmetern ergeben, müsse man prüfen, sagte Bürgermeister Christian Schiller gestern. Der Kauf der Grundstücke war zudem zweckgebunden für ein Gymnasium. Auch das müsse geprüft werden. Im April soll über Zahlen, Grundstück sowie Erschließung und natürlich über den Verkehr nichtöffentlich weiter diskutiert werden. „Wir haben noch einen Puffer“, sagte Bugl, als Anke Rasmussen (Grüne) die Erschließung ansprach. Zuschüsse gäbe es auch.

Sowohl Hannelore Dochs (CSU) als auch Wolfgang Schneiders (SPD) Unterstützung können sich die Volleyballer gewiss sein: „So klasse“ sagte die eine, „endlich mal was Visionäres in Herrsching, wäre doch toll“ der andere. Das macht den Volleyballern Mut. Dass es nicht einfach wird, dessen sind sie sich bewusst.

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