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Vorfreude aufs Wochenende: Jürn Ehlers, Gesine Dorschner, Monika Roll, Margit Metz und Roland Althammer (v.l.) bei den letzten Vorbereitungen im Kurparkschlösschen.

Ausstellung

Im Zentrum des Kunstrauschs

26 Herrschinger Künstler befinden sich an diesem Wochenende im „Kunstrausch“, öffnen am Wochenende wieder ihre Ateliers und stellen parallel jeweils ein Ausstellungsstück im Kurparkschlösschen aus.

Herrsching – Das Ganze trägt die Handschrift von Herrschings Kulturverein, der mit dieser Reihe bereits zum siebten Mal Kunstschaffenden in Herrsching und im Umkreis eine Plattform bietet. Am Donnerstag hängten Vereinsvorsitzende Margit Metz und ihr „Kanzler“ Dietmar Oehler die unterschiedlichsten Werke in den denkmalgeschützten Räumen.

Einen ersten Eindruck von dem, was einen erwartet, gibt die Stahlskulptur von Felix Flesche. Der Architekt setzte Stahlpfeiler auf Stahlpfeiler, so dass eine Bewegung in der Bewegungslosigkeit entstand. Seine Arbeit wird zum Türöffner für die Ausstellung, für die es sich lohnt, ein wenig Zeit mitzubringen. Etwa für Edith Steiners „Umarmung“. Die Acryl-Kohlezeichnung zeigt eine Abschiedsszene auf dem Bahnsteig. Bei genauerem Hinsehen wirft die vorbeirasende Bahn hinter dem eng umschlungenen Pärchen Lichter, warten Menschen auf den nächsten Anschluss. Sie malt, was sie in ihren Bann zieht. Auch Marka Paoli findet ihre Motive zufällig. So waren die Werbeplakate ein Produkt des Zufalls, die sie vom Boden klaubte und zu einem Bild riss und klebte. Aus Verkaufsangeboten wurden Bergkulissen mit steilen Flanken und vorbeiziehenden Nebelschwaden, die wirkungsvoll aufeinanderprallende Naturgewalten widerspiegeln.

Roland Althammer fotografierte eine in rot getauchte Wolkenfront, die er in einen Goldrahmen steckte. Hinter dem Titel „Himmelreich“ verbirgt sich ein bisschen Kirche und viel Alltag. Statt eines Heiligenbildes stellt die Wolkenformation die biblische Himmelspforte dar, die ebenso eine virtuelle „Cloud“ sein könnte, auf der Menschen weltweit persönliche Daten hinterlassen. Mit „Someday“ regt Monika Roll die Fantasie des Betrachters ihrer Kreidefiguren an, die zuversichtlich und neugierig dem entgegensehen, was vor ihnen liegt. Gesine Dorschners „Vogelschutzgebiet“ ist eine Fotografie eines Holzstegs durch das Schutzgebiet, die bewusst überbelichtet und unscharf der Szene einen mystischen Touch verleiht.

Malerin Beatrice Wolny sammelte auf ihren Reisen Erde, aus der sie Pigmentfarben für ihre Bilder mischte und abstrakte Landschaften oder Gebäude schuf, die in andere Welten entführen. Doris Contreras bleibt abstrakt und gibt ihren Gemälden mit einem Pinselstrich eine dreidimensionale Qualität. Thomas Schirmaier seinerseits verzichtete auf Farbe und brachte mit Graphitstift auf das Wesentliche reduzierte, lebendige Figuren und ein Blumenmeer in Freesien auf Papier.

Auch der aus Bronze gegossene Jongleur von Bildhauer Martin Piehler lädt zum Verweilen ein und Sudhir Kamals Skulptur widmet sich kriegerischen Auseinandersetzungen.

Öffnungszeiten

Die Ateliers und die Ausstellung im Kurparkschlösschen sind an diesem Samstag und am Sonntag jeweils von 14 bis 19 Uhr geöffnet.

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