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Sieht das Ganze mit Hu mor: Gabi Huber findet vor ihrem Geschäft regelmäßig Cent-Stücke – so geht es auch anderen Händlern. Die vermuten Einbrecherbanden dahinter.

Polizei machtlos 

Ständig liegen Cent-Stücke vor Türen - manche sehen darin gefährliche Zeichen

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Herrschinger Ladeninhaber finden jeden Morgen vor ihren Geschäften Cent-Stücke. Handelt es sich um einen Scherz – oder werden sie von Einbrechern markiert?

Herrsching – Bevor Gabi Huber morgens ihr Modegeschäft aufschließt, hebt sie erst einmal ein Cent-Stück auf. Dann spuckt sie darauf und wünscht sich Glück. So macht es die Herrschinger Unternehmerin seit einigen Wochen. Unbekannte legen ihr in der Nacht Ein-Cent-Stücke vor die Eingangstüre. Kein Einzelfall: Auch andere Geschäftsinhaber berichten von Cent-Stücken, die sie vor ihren Eingängen finden.

Hubers Interpretation: „Da will uns jemand ganz viel Glück wünschen. Ich mache nicht aus allem ein Drama.“ Als Vorstand des Gewerbeverbands „Wir – Werte in der Region Herrsching“ kennt sie aber auch die Meinung der anderen Ladenbesitzer. „Manche sind total nervös und aufgelöst. Sie sehen es als Zeichen, dass Kriminelle einbrechen wollen.“ 

Stammen die Cent-Stücke aus einem Einbruch?

Betroffen sind Geschäfte mehrerer Branchen – in manchen wurde früher bereits eingebrochen. „Einmal wurde sogar eine ganze Kasse geklaut – aber ob die Cent-Stücke daraus sind, kann man nicht sagen.“ Auch in einem früheren Geschäft von Huber wurde schon mal eingebrochen. An Türen der Geschäfte gebe es ab und an Kratzer mit Markierungen der Kriminellen, sagt sie.

Herrschings Polizeichef Erich Schilling hat auf seinem Schreibtisch ein Blatt liegen, mit vielen Symbolen darauf – sogenannte Gaunerzinken. Kriminelle malen sie unauffällig auf Türrahmen. Mit Kreisen signalisieren sich Einbrecherbanden, dass es in dem Gebäude etwas zu holen gibt, mit Zickzack-Linien warnen sie sich vor einem bissigen Hund. Was Cent-Stücke bedeuten könnten, steht nicht auf Schillings Blatt. 

Polizei: „Momentan sehen wir keine Möglichkeit“

„Wir können uns auch keinen Reim darauf machen“, sagt Herrschings Polizeichef. „Es gibt keine Einbrüche, die definitiv damit in Verbindung gebracht werden können.“ Bei aller Unsicherheit glaubt Schilling nicht, dass Einbrecher mit Cent-Stücken Geschäfte markieren. „Geld wird auf der Straße doch immer wieder aufgehoben.“

Den „Täter“ beim Hinlegen der Cent-Stücke zu erwischen, sei schwer möglich. „Außerdem ist das nicht strafbar. Momentan sehen wir da keine Möglichkeit.“ Der Polizeichef versteht aber die Verunsicherung unter Geschäftsinhabern. „Es liegt nun mal in der Einbruchszeit.“ Eine gute Nachricht hat Schilling für die Geschäftsinhaber: Sie dürfen die Cent-Stücke behalten. „Nach dem Fundrecht ist das bis zum Betrag von fünf Euro erlaubt.“

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