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Wegen der hellen Räume schätzen viele Besucher die Herrschinger Kirche St. Nikolaus. Der Neubau wurde 1990 fertiggestellt . Vor einem Jahr wurde von dort erstmals ein Fernsehgottesdienst live übertragen.

30. Jubiläum

Langer Weg bis zum Kirchen-Neubau: Die Geschichte von St. Nikolaus in Herrsching

Seit 30 Jahren steht der Neubau der Kirche St. Nikolaus in Herrsching. Bis dahin war es ein weiter Weg. Ein Blick in die Geschichte des Gotteshauses.

Herrsching – Seit gut 800 Jahren wacht an der Bahnhofstraße die alte Pfarrkirche St. Nikolaus sprichwörtlich über die Gemeinde Herrsching. Ihr modernes Pendant feiert heuer 30. Geburtstag. Als bekennender Fan von neuzeitlicher Baukunst hat Pfarrer Simon Rapp zu der Kirche einen besonderen Bezug. „In den hellen Räumen feiere ich gerne Gottesdienste“, sagt er. Auch für das musikalische Lob Gottes biete der Raum eine geradezu perfekte Kulisse, findet der Pfarrer und erinnert sich in diesem Zusammenhang gerne an das Musical „Jesus Christ Superstar“, das der Cantilena Chor und die Crashband am Palmsonntag 2017 dort vor begeisterten Zuschauern aufführten.

Von der Idee bis zur Fertigstellung des Neubaus war es allerdings ein weiter Weg. Dieser nahm streng genommen Ende 1922 mit einem achteckigen Anbau seinen Anfang, der zugunsten des späteren Gebäudes wieder abgerissen wurde. Damals trommelte Johann Zedelmayer, der erste Pfarrer der Gemeinde, die Bürger zusammen und breitete vor ihnen Pläne für einen Anbau an die bestehende Nikolauskirche aus.

Bevölkerung verdreifachte sich innerhalb von 25 Jahren

Notwendig geworden war die Erweiterung, nachdem sich Herrschings Bevölkerung innerhalb von 25 Jahren verdreifacht hatte, erzählt Rapp. Eine Folge der Eisenbahnlinie, die die Kommune seit 1903 mit der großen, weiten Welt verband. Der Beschluss für den Neubau fiel mit überwältigender Mehrheit, die finanziellen Belange sollte der neu gegründete Kirchbauverein St. Nikolaus in die Hand nehmen. Zwei Jahre später dockte ein eckiger Baukörper westlich an die alte Kirche an. Entstanden unter „großen finanziellen Opfern“ – laut Homepage der Pfarrgemeinde. Doch schon wenig später platzte das Gotteshaus mit Anbau wieder aus allen Nähten, weil in Herrsching in kürzester Zeit dreimal so viele Katholiken wie bisher lebten.

Pläne für die heutige nach Nord-Osten ausgerichtete Kirche entwickelten sich erst 1979. Vorausgegangen war ein Tauschvertrag mit der Herrschinger Grundbesitzerin Josefine Höllriegl und der Kauf des dazugehörigen Wohngebäudes. Der Entwurf von Architekt Leonhard Riemerschmid überzeugte die Entscheidungsträger insbesondere damit, dass die alte Kirche weitgehend erhalten bleiben konnte. Das achteckige Oktogon hingegen musste nach langem Abwägen weichen. Am 13. Mai 1985 segnete der Bauausschuss das Kirchenprojekt einstimmig ab. Kosten: inklusive Sanierungsarbeiten am Altbau 5,3 Millionen D-Mark. Es entstand eine „Gesamtanlage aus alter und neuer Kirche mit Sakristei“, beschreibt es die Chronik. Und ein Altar, dessen Protagonisten dank des verglasten Dachs im Lichtkegel der Sonne Gott preisen.

Michèle Kirner

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