Karlsruhe erlaubt G20-Protestcamp - aber stark eingeschränkt

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CSU Herrsching

Knülle haut noch einmal drauf

Herrsching - Er wäre nicht Gerhard Knülle (78), wenn sein Austritt aus der CSU Herrsching nicht genau so erfolgte wie er nun erfolgt – mit einem Paukenschlag und mit einem Hintertürchen.

Der ehemalige Werbefachmann hat seinem Ortsverband gestern nach 40 Jahren – zumindest vorerst – den Rücken gekehrt. Die E-Mail erreichte den Vorsitzenden Bernhard Kögl in Kanada, wo er sich derzeit beruflich aufhält.

„Auch bei größtem Wohlwollen sehe ich nicht, dass die CSU Herrsching in den letzten Jahren durch politische Aktivitäten aufgefallen wäre, die nachhaltige Aufmerksamkeit bewirkt hätten. Vielmehr ist unser Ortsverband dadurch aufgefallen, dass er nicht aufgefallen ist.“ Das Gleiche gelte für die CSU-Fraktion im Gemeinderat, schreibt er weiter. Knülle hatte in seiner aktiven Zeit wenigstens zwei Bürgerbegehren angeschoben. Und er vermisse allgemeine Diskussionen wie über AfD und Flüchtlingspolitik.

„Es ist sehr bedauerlich“, sagt Kögl, der die Verdienste Knülles hervorhebt – als Gemeinderat (1996 bis 1999), als Vorsitzender des Ortsverbandes und als Schatzmeister der Kreis-CSU. Zuletzt hatte er 2014 sogar für den Gemeinderat kandidiert. Schon damals hatte es Streit gegeben und Knülle organisierte seine eigene Wahl mit ganzseitigen Anzeigen. In den Gemeinderat brachte es den streitbaren Herrschinger nicht zurück. Nun fühlt er sich offensichtlich überhaupt nicht mehr zu Hause in der Herrschinger CSU.

Im Schreiben an den Ortsvorsitzenden, das er zeitgleich den lokalen Medien weiterleitete, betont er, „dass ich nach fast 45 Jahren Mitgliedschaft natürlich nicht an einen Austritt aus der CSU denke, sondern nur an den Wechsel in einen anderen Ortsverband“. Welchen, das lässt Knülle offen. Telefonisch erreichbar war er auch nicht.

„Es ist halt eine andere Zeit“, sagt Christina Reich, stellvertretende Ortsvorsitzende der CSU und Gemeinderätin. Knülle als Rentner habe einfach mehr Zeit. „Es sind bestimmt auch Punkte, bei denen er Recht hat, aber auf die Art und Weise hätte es nicht sein müssen.“

Der Vorstand will sich in einer Woche mit dem Thema befassen, wenn Kögl zurück ist. Und Knülle lenkt ein. Er schiebt noch einen gut gemeinten Aufruf an das Ende seines Schreibens: „Lasst uns in einer möglichst noch in diesem Jahr stattfindenden Mitgliederversammlung diskutieren, wie die politische Arbeit im Ortsverband wieder auf das Niveau früherer Jahre zurückgeführt werden kann.“ Eine Hintertür, die niemanden ernsthaft überrascht. „So ist er halt“, sagt Christina Reich.

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