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Liveschaltung im Probelauf

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Von: Andrea Gräpel

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Der Herrschinger Gemeinderat tagt in der Martinshalle, coronabedingt mit Abstand und an Einzeltischen.
Der Herrschinger Gemeinderat in der Martinshalle: Seit Corona tagt das Gremium dort, am heutigen Montag sogar mit Liveschaltung. ©  Andrea Jaksch

Die bevorstehende Bürgerversammlung zwingt die Gemeinde Herrsching zu neuen Lösungen. Heute Abend probt sie eine Liveschaltung aus der Martinshalle.

Herrsching – Die Gemeinde Herrsching steckt in einem Dilemma. In diesem Jahr gab es noch keine Bürgerversammlung. Die Geschäftsordnung schreibt aber wenigstens eine in jedem Ortsteil zwingend vor. Da die Beteiligung an diesen Veranstaltungen erfahrungsgemäß groß ist, ist in Zeiten von Corona guter Rat teuer. Eine digitale Lösung ist deshalb nicht ausgeschlossen. Wie sich diese gestalten könnte, wird in der heutigen Gemeinderatssitzung (Beginn: 19 Uhr in der Martinshalle) in einem internen Probelauf getestet.

Bis zu 200 Besucher sind in der Vergangenheit in die Martinshalle gekommen, wenn Bürgermeister Christian Schiller zur großen Bürgerversammlung im Hauptort eingeladen hatte. Aktuell dürfen insgesamt gerade einmal 50 Menschen hinein, wenn die pandemiebedingten Abstände eingehalten werden sollen. „Allein der Gemeinderat und die Verwaltung sind schon 30 Personen“, sagt Vizebürgermeisterin Christina Reich, die Schiller derzeit während seines Urlaubs vertritt. Unterm Strich dürften also nur noch 20 Besucher in die Halle. „Eine Alternative wäre, mehrere Versammlungen abzuhalten“, sagt Reich. Und möglicherweise per Shuttleservice Bürgern aus den Ortsteilen eine Teilnahme zu ermöglichen, denn die Möglichkeiten dort seien ebenfalls begrenzt.

Die Vizebürgermeisterin und ihre Ratskollegen haben sich darüber viele Gedanken gemacht. Und so steht das Thema auf der Tagesordnung der heutigen Gemeinderatssitzung. Eine räumliche Alternative für die Bürgerversammlung wäre die Nikolaushalle. Dies würde nach Ansicht Reichs und vieler Gemeinderäte jedoch unverhältnismäßig teuer. Wie berichtet, ist dort der Boden gerade erst erneuert worden. „Es müsste ein Teppich ausgelegt werden“, erklärt Reich. Ganz abgesehen von der notwendigen Technik. Allein 8000 Euro kostete dort im Mai die konstituierende Sitzung des Gemeinderats.

So sei die Idee entstanden, eine Liveschaltung zu ermöglichen, in die sich jeder einwählen kann, wenn es funktioniert. „Wie fühlt sich das an?“, fragt sich auch Christina Reich. Darum wird dies nun getestet. Intern. Ein Probelauf, vor dem jeder Gemeinderat und alle anderen Teilnehmer der Sitzung heute ihr Einverständnis dazu erklären müssen. Bis Freitag lagen Christina Reich die Unterschriften aller Gemeinderäte vor, „bis auf eine von einem Kollegen, der es schlicht vergessen hatte“.

Mitarbeiter des Rathauses werden also mit Kameras die öffentliche Sitzung begleiten, weitere Mitarbeiter wählen sich ein, um zu sehen, ob die Übertragung funktioniert. Im Probelauf ist dies nur intern möglich. Die Daten werden auch nicht gespeichert. „Wir müssen sehen, ob die Hardware, die uns vorliegt, uns diese Möglichkeit überhaupt bietet“, erklärt die Vizebürgermeisterin. „Und wir müssen das jetzt ausprobieren, sonst läuft uns die Zeit davon“, sagt sie. Wenn der Probelauf funktioniert, kann der Gemeinderat in seiner Sitzung im Oktober abschließend entscheiden, wie er mit der Durchführung von Bürgerversammlungen verfahren will.

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