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Sehen das Projekt Bundesliga beim TSV Herrsching in Gefahr: Die drei Gesellschafter der GCDW Home of Volleyball GmbH Fritz Frömming, André Bugl und Max Hauser (v.l.) wollen nun mit einem Sponsorenaufruf die Erstklassigkeit des TSV Herrsching sichern.

Volleyball

Mehr Geld oder es heißt: Servus, Bundesliga in Herrsching

Bundesliga-Volleyball in TSV Herrsching steht auf der Kippe. Grund: Zu wenig Geld. Jetzt wollen die GCDW-Gesellschafter mit der Sponsorenaktion „100 für Erste Liga“ 150000 Euro Mehreinnahmen generieren.

HerrschingGleich der erste Satz der gestern Mittag veröffentlichten Pressemeldung des Volleyball-Bundesligisten TSV Herrsching schlug ein wie eine Bombe: „Wir stellen das Projekt 1. Liga auf den Prüfstand.“ Das sagte Fritz Frömming. Der TSV-Geschäftsführer ist einer von drei Gesellschaftern der GCDW Home of Volleyball GmbH, die nach eigenen Angaben gemeinsam aus eigener Tasche bereits einen sechsstelligen Betrag investiert haben. Mit seinen beiden Mitstreitern André Bugl und Maximilian Hauser hinterfragt Frömming nach vier Jahren im Volleyball-Oberhaus das Projekt Bundesligavolleyball beim TSV Herrsching. „Wir stecken sehr viel Arbeit in ein Zukunftsprojekt und in die Vision, wie Volleyball-Bundesliga in der Region langfristig erfolgreich sein kann. Wir haben einen Plan und ein funktionierendes Konzept, das merkt man an den Erfolgen und der Entwicklung der letzten Jahre. Doch wir haben auch eine Verantwortung gegenüber allen Beteiligten an diesem Projekt“, so Frömming.

Für die drei Gesellschafter ist eines klar. „Es sind die Menschen in und um den Verein, die trotz schwierigster Voraussetzungen diese einzigartige Geschichte ermöglicht haben.“ Knapp 50 Männer, Frauen und Kinder umfasst die Helfer-Crew, die an Heimspieltagen die Herrschinger Nikolaushalle binnen weniger Stunden in die spektakuläre GCDW-Arena verwandelt. Doch eben diese Menschen seien es, „die ohne strukturelle Verbesserungen nun an ihre Grenzen stoßen“.

Doch Veränderungen beziehungsweise Verbesserungen kosten nun mal Geld. Geld, das der GCDW nicht hat. „Wir haben in intensiven Diskussionen und Arbeitskreisen einen Plan erstellt und klare Eckpfeiler für unseren weiteren Weg abgesteckt, die wir mit Sponsoren erreichen müssen, um auch weiterhin Sportgeschichte schreiben zu können und dieser Region dieses gesellschaftliche Event und diesen beeindruckenden Sport mit seinen Persönlichkeiten und Helden zu ermöglichen“, führt Marketingmanager Bugl aus. In Zahlen heißt dies: Erhöhung des Gesamtetats um mindestens 30 Prozent sowie Aufstockung der Sponsoringeinnahmen auf 500 000 Euro. Gut 150 000 Euro Mehreinnahmen will der Klub generieren. „Gelingt es uns nicht, so sehen wir das Projekt 1. Liga für die Saison 2018/2019 in diesem Maße nicht mehr umsetzbar und werden uns mit einer Alternative beschäftigen müssen“, so Bugl weiter.

Bis zum letzten Heimspieltag am 24. März hat der Klub deswegen die Aktion „100 für Erste Liga“ gestartet, bei der man auf die Kraft der Gemeinschaft setzt. „Wir haben eine wirtschaftlich starke Region, der wir hier ein gesellschaftliches Großprojekt geschaffen haben, das viele Menschen begeistert. Jetzt brauchen wir die Region und suchen 100 Sponsoren, die jeweils 1000 Euro zahlen“, erklärt Bugl die Idee. „Wir wollen keine Almosen, wir wollen Partnerschaften entwickeln, so wie mit den bestehenden Sponsoren. Jeder soll für sein Geld ein Sponsoringpaket bekommen, bei dem er zum einen das Bestehen des Projekts ermöglicht, aber auch die Präsenz im Rahmen der Aktion als Unternehmen wahrgenommen werden kann.“ Mitmachen, so Bugl, könne jeder. „Entweder wir schaffen es und bleiben erstklassig oder wir schaffen es nicht und gestalten eine alternative Zukunft des GCDW.“

Max Hauser, der nach den Heimspielen stets nicht nur um lautstarke, sondern auch um finanzielle Unterstützung wirbt, sieht die Aktion als richtungsweisend. „Die Region hat jetzt die Chance zu zeigen, ob sie so etwas wie Volleyball-Bundesliga hier haben möchte oder nicht. Wir sind eines der größten Sportevents im Münchner Umfeld. Wenn das so weitergeführt werden soll, dann benötigen wir jetzt eine entsprechende Wertschätzung in Form von neuen Unterstützern.“

Dirk Schiffner

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