Tempo 30 und Fahrradstraßen: In der Gemeinde Herrsching tut sich was.
+
Tempo 30 und Fahrradstraßen: In der Gemeinde Herrsching tut sich was.

Verkehr

Mehr Tempo-30-Zonen in Herrsching

Im kommenden Jahr gilt in Herrsching westlich und östlich der Mühlfelder Straße nur noch Tempo 30. Außerdem könnte die Ammerseegemeinde drei Fahrradstraßen bekommen. Das sind zwei Themen, die den Gemeinderat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr beschäftigten.

Herrsching – Vor sechs Jahren brachte Herrschings Gemeinderat ein Verkehrskonzept auf den Weg, das Verkehrsplaner Dr. Ralf Kaulen ausgearbeitet hat. Einiges wie etwa die abknickende Vorfahrt an der Rieder Straße an der Einmündung der Bahnhofstraße oder verkehrsberuhigte Bereiche im Ort wurden bereits umgesetzt. In ihrer Sitzung folgten die Gemeinderäte am Montag in der Martinshalle der Empfehlung des Arbeitskreises Mobilitätswende und nickten einhellig die Freigabe für eine Tempo-30-Zone westlich und östlich der Mühlfelder Straße ab. Ob die Madeleine-Ruoff-Straße, die Rudolf-Hanauer-Straße und die Summerstraße zur Fahrradstraßen umgewidmet werden, bleibt offen.

Tempo-30-Zonen

Eine Tempo-30-Zone bringt nicht nur die reduzierte Geschwindigkeit mit sich. Obenauf gilt in dem Bereich rechts vor links – und diese Vortrittsregel bringt der Verkehrsteilnehmer nicht unbedingt mit der 30er-Zone in Verbindung, vermutete der Verkehrsplaner. Zur Sicherheit beschlossen die Räte, an allen betroffenen Kreuzungen sogenannte Haifischzähne anzubringen. Diese quer über die Fahrbahn aufgetragenen Dreiecke machen dem Autofahrer ersichtlich: Vorsicht, Vorfahrt geändert. An der Schönbichlstraße und der Madeleine-Ruoff-Straße würden Parkzonen ausgewiesen, kündigte Bauamtsleiter Guido Finster gegenüber dem Starnberger Merkur an. Damit entfällt der derzeitige Schilderwald mit Park- oder Halteverboten. Stattdessen wird am Anfang und am Ende ein „Tempo-30-Zone“-Schild aufgestellt. Geparkt werden darf lediglich in markierten Bereichen. In den anderen Straßenzügen bleibt es wie gehabt und die Anzahl der Parkplätze bleibt unverändert, versicherte Kaulen auf Nachfrage von Roland Lübeck (CSU). Einstimmig genehmigten die Räte die dafür erforderlichen Kosten in Höhe von 200 000 Euro. In dem Betrag enthalten sind auch erdverbundene Pflanzeninseln, die nach Möglichkeit die umstrittenen Pflanztröge ersetzen sollen. Mit den Arbeiten soll im Frühjahr 2021 begonnen werden.

Fahrradstraßen

Auf der Madeleine-Ruoff-Straße bleibt zumindest vorübergehend alles, wie es war. Erst müsse geprüft werden, ob die Madeleine-Ruoff-Straße, die Rudolf-Hanauer-Straße und die Summerstraße in Fahrradstraßen umgewidmet würden, erklärte Kaulen. Sollten sich die Räte für Fahrradstraßen entscheiden, genießen die Radler fortan vor der Realschule über den Bahnhof bis hin zum zukünftigen Gymnasium Vortritt.

Diese „fahrradfreundliche Achse“ (Kaulen) gefiel nicht allen Ratsmitgliedern. Fromuth Heene (CSU) wollte „auch für die Autofahrer eine Lanze brechen“ und plädierte für Gleichberechtigung beider Verkehrsteilnehmer. Streng genommen herrsche bereits jetzt ein Vortritt für Radler, weil der Autofahrer beim Überholen mindestens 1,5 Meter Abstand einhalten müsse. Das allerdings gäbe die Straßenbreite nicht her, konterte Kaulen.

Anke Rasmussen (Grüne) war grundsätzlich für die Fahrradstraßen – aber nicht, wenn in Folge die Seepromenade für die Radler gesperrt werde. Das nämlich ist offensichtlich eine Bedingung von Starnbergs Verkehrsmanagerin Susanne Münster, erklärte Bürgermeister Christian Schiller. Kaulen soll nun versuchen, Münster umzustimmen, so der Wunsch der Ratsrunde. Und er soll die Konsequenzen überprüfen, die eine Umwidmung mit sich bringt. Eine Frage dabei ist, ob die Ausweisung einer Fahrradstraße den Busverkehr einschränkt. Wenn der Bus beispielsweise über die Seestraße fahren muss, könnten dort Parkplätze wegfallen.

Michèle Kirner

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare