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Mehr Zeit und mehr Geld für Dreifachhalle

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Von: Andrea Gräpel

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Gründungsarbeiten für Halle in Herrsching
Vier Monate Verzögerung: Erst Anfang November haben die Gründungsarbeiten für die Halle begonnen. © Andrea Gräpel

Vier Monate Verzögerung: Erst Anfang November haben die Gründungsarbeiten für die Halle begonnen.

Herrsching – Kaum war Ende Juli der Spatenstich für die neue Dreifachturnhalle der Realschule Herrsching gesetzt, tauchten Probleme auf. Das Rammgerät, das seit Wochen zwar bereitsteht, ist erst seit Anfang November im Einsatz. Die Prüfstatiker im Landratsamt Starnberg zweifelten am Baugrundgutachten, und auch die Firma, die den Zuschlag für die Gründung erhalten hat, schloss sich dem an. Dies kostete Zeit und viel Geld. Die Ausweitung der Gründungsarbeiten verursacht zusätzliche Kosten in Höhe von mehr als 600 000 Euro – eine fast sechsprozentige Steigerung. Schulverbandsrat Oliver Fiegert aus Gilching orakelte in der Verbandsversammlung am Mittwoch, dass es – wenn es so weiter geht – am Ende Mehrkosten in zwölfprozentiger Höhe geben könne.

Insgesamt waren für den Bau ursprünglich rund zehn Millionen Euro veranschlagt worden. 35 Prozent dieser Kosten werden bezuschusst. 90 Prozent der übrig bleibenden Kosten zahlt der Landkreis, zehn Prozent die sieben Mitgliedsgemeinden. Die nicht durch Zuschuss gedeckten Mehrkosten sollen nicht durch eine Sonderumlage der Gemeinden, sondern über Kreditaufnahmen gedeckt werden.

Gilchings Bürgermeister Manfred Walter sprach als Vorsitzender des Zweckverbandes für weiterführende Schulen im westlichen Landkreis von einer „unschönen Sache“. Und Geschäftsführer Stefan Amon war sogar froh über die dumpfen Stoßgeräusche, die während der Sitzung, die in der kleinen Schulturnhalle stattfand, in regelmäßigen Abständen den Boden erschütterten: „Das letzte Mal hat sich noch nichts getan. Jetzt bewegt sich endlich was.“

Dabei gab es für ihn in den vergangenen Wochen eigentlich Bewegung genug, da alles neu berechnet werden musste. 53 Standardpfähle wurden zusätzlich gebraucht. Da es sich um sogenannte Mehrmeter handele, seien diese auch noch deutlich teurer, erklärte Architekt Ulrich Köbberling vom Büro Sommersberger. Entschuldigend fügte er hinzu, dass die Bodenkennwerte, auf die das Baugrundgutachten fußte, andere waren als jene, die die Prüfstatikerin im Landratsamt verwendete. Die ausführende Firma hatte sich diesem Ergebnis der Behörde sogleich angeschlossen, denn an die Auftragsvergabe nach dem Vergaberecht unverhandelbar gebunden, muss der Schulverband als Bauherr den Auftrag nun deutlich ausbauen. Allein die „Stillstandskosten“ für das besagte Rammgerät, das schon frühzeitig aufgestellt worden war, betragen rund 23 000 Euro.

Die monatelange Verzögerung hat den Zeitplan gehörig durcheinandergewirbelt. Ursprünglich war mit der Fertigstellung im Herbst nächsten Jahres gerechnet worden. Nun rechnet Köbberling eher mit April 2022. Geschuldet ist dies auch dem nahenden Winter. Die Gründung der Rammpfähle sollte Mitte Dezember abgeschlossen sein. Der Architekt empfahl, dann eine Pause einzulegen, da die Einrichtung einer Winterbaumaßnahme wieder hohe Kosten verursache. „Wir sollten nicht direkt im Januar weitermachen, es sei denn, es zeichnet sich ab, dass es ein milder Winter wird“, so Köbberling. Im Mai oder Juni des kommenden Jahres werde das Dach drauf sein, „Ende April 2022 sollten wir dann fertig sein.“

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