Die Gartenmauer des „Stellwerk“ gibt ein gutes Gestaltungsbeispiel: Die Bofrost-Hallenwand (im Hintergrund) auf der anderen Seite der Gleise eigne sich optimal für das Graffiti-Projekt, finden Jan Pleines (l.) und Christian Kreilkamp.
+
Die Gartenmauer des „Stellwerk“ gibt ein gutes Gestaltungsbeispiel: Die Bofrost-Hallenwand (im Hintergrund) auf der anderen Seite der Gleise eigne sich optimal für das Graffiti-Projekt, finden Jan Pleines (l.) und Christian Kreilkamp.

Jugendarbeit

Mit Graffiti Vandalismus gegensteuern

  • vonAndrea Gräpel
    schließen

Eigentlich hätte es noch gar nicht Thema im Gemeinderat sein sollen. Leo Gruber (BGH) allerdings begeisterte die Idee offenkundig so sehr, dass er schon in der Sitzung am Montagabend mehr zum Projekt „Streetart an der Bofrost-Halle“ wissen wollte. Bürgermeister Christian Schiller vertröstete ihn aber, denn vorerst seien die Fraktionen gefragt, was sie von der Idee hielten.

Herrsching - Das Projekt ist eine Idee von Herrschings neuem Streetworker Jan Pleines in Zusammenarbeit mit Gemeindejugendpfleger Christian Kreilkamp. Gemeinsam haben sie sich Gedanken darüber gemacht, wie dem nicht abreißenden Vandalismus im Ort Einhalt geboten werden könnte. Dazu zählen auch Wandschmierereien, die – seien sie noch so kunstvoll – als Sachbeschädigung gelten. Pleines und Kreilkamp wollen den gestalterischen, kreativen Aspekt hervorheben. Vom Haus der Jugend „Stellwerk“ blicken beide jeden Tag über die Gleise auf die weißen Mauern der alten Bofrost-Halle. Eine gemeindeeigene Immobilie, für die es noch keine langfristige Verwendung gibt. Bis es soweit ist, wünschten sie sich, den Herrschinger Jugendlichen genau dort einen Gestaltungsraum zu geben – eine Fläche, auf der unter Aufsicht des Jugendarbeit-Teams legal Graffitis entstehen dürfen.

„Uns geht es bei dem Projekt um die Schlüsselbegriffe (Kriminal-)Prävention, Partizipation, Identifikation und Mitbestimmung, Kommunikation sowie Gestaltung und Kreativität“, schreiben die Jugendpfleger in einem Positionspapier, das vor einer Entscheidung an alle Fraktionen im Gemeinderat verteilt worden ist. Der finanzielle und materielle Aufwand sei überschaubar. Kosten für Farbe, Workshops und dergleichen könnten aus dem Etat der Streetworker und des Jugendhauses sowie über Projektpartner oder Spenden gedeckt werden. Der Kulturverein Herrsching habe bereits Interesse bekundet, die Polizei Herrsching sei von dem Projekt ebenfalls angetan.

Genauso wie Gemeinderat Leo Gruber. Schiller will aber noch ausstehende Stellungnahmen der Fraktionen abwarten und erst dann im Gemeinderat über das Projekt abstimmen lassen. „Jeder soll sich mit Gedanken oder Ideen einbringen können“, sagt er. Das Team Jugendarbeit würde es auf jeden Fall freuen.  

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare