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Mussis neues Radl-Paradies

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Von: Andrea Gräpel

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Die Räume sind neu, die Hütte rechts im Bild ist der große Stolz: Mustafa Mussi Kaya (Mitte) mit dem Auszubildenden Jannick Hotze (l.). und Emre Buchakcha. Die Werkstatt hat nun vier statt zwei Reparaturplätze.
Die Räume sind neu, die Hütte rechts im Bild ist der große Stolz: Mustafa Mussi Kaya (Mitte) mit dem Auszubildenden Jannick Hotze (l.). und Emre Buchakcha. Die Werkstatt hat nun vier statt zwei Reparaturplätze. © Andrea Jaksch

Was für ein Jahr neigt sich für Mustafa Kaya dem Ende entgegen. Ein Jahr voller Wartezeiten, aber auch ein Jahr mit Happy End. Denn endlich ist der 36-Jährige, den alle nur Mussi nennen, mit seinem Fahrradgeschäft Bike Life Kaya innerhalb des Gewerbegebiets in Herrsching umgezogen: von der Gewerbestraße in die Heinestraße 3, direkt hinter das Autohaus Czasny.

Herrsching - Ursprünglich hatte Kaya dort schon im August eröffnen wollen, mit umso mehr Elan starten er und sein Team nun auf einer dreimal so großen Fläche wie zuvor ins zehnte Geschäftsjahr.

Mussi Kaya ist Herrschinger durch und durch und bekannt wie ein bunter Hund. 25 Jahre war er bei der Freiwilligen Feuerwehr, erst als er 2019 mit seiner Frau Sylvia und den Kindern nach Wielenbach zog, ist er nicht mehr aktiv. Der Zweirad-  und Motorradmechanikermeister verweist stolz darauf, dass er ein Gastarbeiterkind der ersten Generation ist. Er selbst ist in Herrsching groß geworden, wo er nach der Meisterschule in der Garage seiner Eltern seine Werkstatt hatte.

Als es dort zu klein wurde, mietete er sich in einer größeren Garage bei Ludwig Darchinger ein. Dort bot sich aber keine Möglichkeit zum Radlverkauf. Also eröffnete er 2016 sein erstes Ladengeschäft an der Gewerbestraße. Auch dort wurde es zuletzt eng – mit Werkstatt, Verkaufsausstellung und Büro. Alleine schafft Mussi Kaya das alles schon lange nicht mehr. Er hat drei Mitarbeiter, die Fahrräder reparieren oder überholen. Ein regelmäßiger Check gehört bei den Hightech-Fahrrädern von heute genauso dazu wie bei jedem Auto. Wenn ein E wie Elektro davor ist, noch mal mehr. Mit dem einfachen Einstellen von Bremse oder Gangschaltung ist es längst nicht mehr getan – und einfach ist es schon gar nicht. Als Zweirad- und Motorradmechaniker war der 36-Jährige auf diese Entwicklung aber gut vorbereitet. Nicht absehbar war dagegen Corona mit seinen Folgen.

Rahmen konnten nicht geliefert werden, auch Helme und vor allem Kinderfahrräder gab es nicht mehr. Ganz abgesehen von einer Ladentür für die größeren Räume an der Heinestraße. Räder stünden mittlerweile wieder in großer Auswahl zur Verfügung, sagt Kaya. Aber vier Monate habe er auf die große Ladentür warten müssen. Zeit, die er schon mal für den Innenausbau der neuen Räumlichkeiten nutzte. Dafür stand ihm Holz einer 100 Jahre alten Hütte zur Verfügung. Mussi Kaya spannte Freunde und Familie ein und baute aus dem Holz eine urige Bürohütte und Fahrradaufsteller.

„Als Mountainbiker freut man sich über jeden Stadl, an dem man vorbeikommt“, sagt er. Also baute er sich einen Stadl in die Halle und ist ziemlich stolz auf das Ergebnis. „Hochglanz kann jeder, Hütte nicht“, sagt er lachend. Mit Hütte und mit viel mehr Platz für Werkstatt und Laden lässt es sich gut ins zehnte Jahr starten. „Quasi Bike Life Kaya 2.0.“ Das einzige, was noch fehlt, sind die Firmenschilder.

Kaya war vor allem in den zwei Corona-Sommern gut beschäftigt. Sein guter Rat als ehemaliger Downhill- und Enduro-Fahrer ist gefragt. Als Vater von drei kleinen Kindern ist Mussi Kaya allerdings schon längst auf Elektroantrieb umgestiegen, „E-Enduro, da kann ich meine Kinder im Anhänger mitnehmen“, sagt er. Für einen Ratsch ist er trotzdem immer zu haben, gerne ausgiebig. Niemand kann bei ihm rausgehen und behaupten, nicht ausführlich beraten worden zu sein.

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