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Herrschinger Heimschwäche: Im ersten Satz hatten die Ammerseer noch Oberwasser, aber nach dem unglücklichen zweiten Durchgang lief nichts mehr zusammen. 

Volleyball

Nationaltrainer sieht Herrschings vierte Heimpleite

In den ersten beiden Spielzeiten ihrer Bundesligazugehörigkeit holten die Volleyballer des TSV Herrsching den Großteil ihrer Punkte in der heimischen Nikolaushalle. Doch heuer läuft es daheim einfach nicht.

Herrsching – Am Samstag verlor die Mannschaft von Coach Max Hauser gegen die SVG Lüneburg mit 1:3 (25:22, 28:30, 13:25, 17:25). Trotz der sechsten Heimpleite können die Ammerseer den sechsten Platz, der zur direkten Teilnahme an den Play offs berechtigt, weiterhin aus eigener Kraft schaffen. Der direkte Kontrahent TV Bühl verlor zeitgleich bei den Netzhoppers Königs Wusterhausen mit 1:3. Gestern aber gewannen die Badener bei der Nachwuchs-Schmiede des VCO Berlin mit 3:1 und schoben sich in der Tabelle an Herrsching vorbei. Am kommenden Samstag kommt es dann zum vorentscheidenden direkten Duell zwischen Herrsching und Bühl.

Vergangene Woche war Patrick Steuerwald bei der MVP-Verleihung sichtlich genervt. Zu sehr hatte ihn die 1:3-Niederlage in Frankfurt gewurmt. Auch diesmal wurde er vom gegnerischen Trainer zum besten Herrschinger Spieler gewählt – zum insgesamt zehnten Mal in dieser Saison. Doch diesmal wirkte Steuerwald etwas entspannter. Was wohl an dem Überbringer der Medaille gelegen haben dürfte. Der neue deutsche Bundestrainer Andrea Giani gab sich in Herrsching die Ehre. „Ich möchte die Vereine und die Spieler kennen lernen“, sagte der 46-jährige Italienier, der derzeit eine Art Deutschland-Tour unternimmt. Am Sonntag weilte der 474-fache italienische Nationalspieler beim Spitzenspiel Friedrichshafen gegen Frankfurt. In Herrsching hatte er eine Menge zu tun. Immerhin spielen mit Ferdinand Tille, Patrick Steuerwald und Tom Strohbach gleich drei aktuelle Nationalspieler in den Reihen des TSV Herrsching. Mit allen führte der Giani Vier-Augen-Gespräche. Auch TSV-Trainer Hauser sprach mit dem prominenten Kollegen. „Ein sehr offener Mensch“, so Hausers erster Eindruck. In der Abschlusseinheit am Samstagvormittag gab Giani sogar den Co-Trainer. „Das war riesig für mich“, freute sich Hauser.

Auch über die ersten beiden Sätze gegen Lüneburg freute sich Hauser. „Da waren wir konsequent und konzentriert. Wir haben verdammt viel richtig gemacht.“ Den ersten Satz gewann Herrsching mit 25:22. Der zweite Durchgang ging an die Nordlichter. Allerdings hatte Schiedsrichter Stefan Molnar (Hilsbach) beim Stand von 27:26 eine Berührung eines Lüneburgers übersehen. Das wäre das 28:26 gewesen. So aber drehte Lüneburg den Satz noch (28:30). Sichtlich verärgert stapften die Herrschinger in die Kabine. Lüneburgs Co-Trainer Bernd Schlesinger bezeichnete den Satzgewinn als „Knackpunkt des Spiels“.

Fortan lief im Herrschinger Spiel wenig bis gar nichts mehr zusammen. „Nach der Pause waren wir irgendwie leer“, meinte Tom Strohbach. Der 24-Jährige, mit 20 Punkten einmal mehr Punktbester, hatte aber auch fehlenden Willen bei sich und seinen Teamkameraden ausgemacht. Während bei Herrsching die Moral im Keller war, wurden die Gäste immer stärker. Im dritten Satz hieß es schnell 0:6, auch in der Halle wurde es merklich stiller. Lediglich der 30-köpfige Lüneburger Fanblock war bester Stimmung. Nach nur 20 Minuten war Satz drei mit 13:25 eingetütet.

Im vierten Durchgang machten die „Lünehünen“ da weiter, wo sie aufgehört hatten. Vor allem im Mittelblock stand Lüneburg immer wieder goldrichtig. Allein fünf der insgesamt 15 Blocks gingen auf das Konto des besten Spielers Michael Schlien. Nach 105 Minuten war das Duell der beiden Aufsteiger von 2014 zu Gunsten der Gäste entschieden.

Trotz der mäßigen Leistung blickt man im Herrschinger Lager optimistisch auf das vorentscheidende Duell um Platz sechs gegen Bühl. „Da werden wir es besser machen“, versprach Strohbach.

Dirk Schiffner

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