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Neustart in Herrsching: Stephanie Leonhardt ist ausgebildete Kaffee-Sommelière mit einigen Jahren Röst-Erfahrung. 

Gewerbe

Kaffeerösterin mit Leib und Seele

Wer den kleinen Laden etwas abgelegen, aber doch noch an der Madeleine-Ruoff-Straße betritt, der taucht augenblicklich in die duftende, wunderbare Welt des Kaffees ein: Seit Ende Oktober röstetet Stephanie Leonhardt in der „Kaffeerösterei am Ammersee“ ausgesuchte Bohnen aus der ganzen Welt.

Herrsching – Um die Kaffeebohnen rösten zu können, besteigt die zierliche Herrschingerin mit einem bis zu 60 Kilogramm schweren Jutesack die zwei Meter hohe, leuchtend-rote Röst-Maschine am Eingang und schüttet zehn Kilogramm in den Trichter. Von dort aus fließt die Röstware ins Rohr, wo die Bohne zu ihrer besonderen Geschmacksnote kommt.

Gut Ding hat hier Weile, denn der Prozess dauert – bei einer um zwei Drittel geringeren Temperatur – mit gut 20 Minuten sechsmal so lang als die industriell hergestellten Kaffeesorten. „Damit kann sich das Aroma besser entfalten“, erklärt die 47-Jährige. Und der gute Geschmack liegt sprichwörtlich in der Luft und zieht an diesem Freitag einen Mann mit Gefolge in den hellen, freundlichen Raum.

Gut 14 verschiedene Sorten verarbeitet die Kaffeerösterin. Kaffee ist für die ausgebildete Kaffee-Sommelière eine lebenslange Leidenschaft, sagt sie. Bereits in ihrem von 2007 bis 2012 betriebenen Kaffee „Aroma“ in Herrsching überlegte sie kurz, selbst zu rösten. Stattdessen bezog sie das Produkt aus einer kleinen Rösterei und sammelte erst später drei Jahre Röst-Erfahrung in einem eigenen Laden. Jetzt erfüllte die dreifache Mutter sich mit der Rösterei gegenüber der Erlöserkirche einen Herzenswunsch.

Das Herz findet sich im Logo auf der Mauer hinter der Theke wieder – und mit Herz ist die Rösterin dabei. Das Resultat: „So einen guten Cappuccino habe ich noch nie getrunken“, staunt eine Kundin. Während der Adventsmarkt aufgebaut wird, schenkt Leonhardt einen Kaffee nach dem anderen aus. Den Rohstoff bezieht sie über drei Lieferanten von Kleinbauern aus Äthiopien, Mexiko, Indonesien oder Kolumbien. „Zu fairen Preisen, weil keine Organisation dazwischen ist“, betont sie. Das schätzen die Kunden. Wie die Gilchingerin, die sich regelmäßig einen Coffee-to-go holt. Wann immer sie in Herrsching sei, führe ihr Weg in die Kaffeerösterei, gesteht sie.

18 bis 80 Jahre seien die Kunden alt, so die Ladeninhaberin. Wer bei ihr ein Kilo Kaffee kauft, der muss tiefer in die Tasche greifen als im Supermarkt. Ab 5,80 Euro kostet das Kilo. Man müsse bedenken, dass alleine die Röststeuer mehr als zwei Euro ausmache. Ihren Kunden sei die Qualität der Preis wert. In kleinen Döschen hängen Muster der blassen, ungerösteten Arabica, biologischer Macala oder Robusta-Bohne an der Wand. Nach der Verarbeitung gehen die Geschmacksrichtungen von fruchtig blumig über Vanille bis ins Schokoladige. Bis das Endprodukt allerdings ihrem Anspruch genügt, probiert die leidenschaftliche Kaffeefrau nicht selten ein Paar Röstvorgänge durch. Sie komponiert auch verschiedene „Blends“.

Ihr aktueller Liebling ist der Weihnachtsespresso – und das ist nur eine der neuen Duftnoten am Ammersee, die immer neue Kaffeeliebhaber in die Rösterei ziehen.

Informationen

Kaffeerösterei am Ammersee, Madeleine-Ruoff-Str. 4a, 82211 Herrsching, z (0 81 52) 999 70 37, E-Mail: post@kaffeeroesterei-am-ammersee.de. Öffnungszeiten sind dienstags. bis freitags von 8.30 bis 12.30 Uhr und von 14.30 bis 18.00 Uhr, samstags von 8.30 bis 13 Uhr. Montags und sonntags ist geschlossen.

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