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62 Wohneinheiten entstehen an der Rieder Straße in Herrsching. 

An der Rieder Straße

Neue Wohnungen am Herrschinger Seeufer: Jetzt ist Halbzeit

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Die Verantwortlichen von „Bauwerk“ sind in Feierstimmung, ihr Bauprojekt an der Rieder Straße feierte am Donnerstag mit dem Richtfest Halbzeit. Ende 2020 sollen 36 Wohnungen, 17 Reihen-, zwei Doppel- und fünf Einfamilienhäuser bezugsfertig sein.

Herrsching – Zehn Wohnungen sollen schon ab nächster Woche als „Familienmodell“ für Herrschinger auf den Markt kommen, so der Gemeinderat Herrsching am Montag den Konditionen zustimmt.

Aber erst einmal wurde gefeiert. Mit einer großen geschmückten Richtkrone, die normalerweise an Dachstühle gehängt wird. In diesem Baugebiet gibt es aber ausschließlich Flachdächer, weshalb die Krone am Donnerstag an einen Kran über einem für das Richtfest aufgebauten, liebevoll geschmückten Zelt mit Platz für 200 Gäste hing – darunter natürlich die Bauarbeiter, Behörden- sowie Firmenvertreter, Käufer und viele Interessenten. In Schweden würde die Stimmung wohl mit „lagom“ beschrieben.

Lagom ist ein skandinavisches Wort, für das es keine Übersetzung gibt. Es bedeutet so viel wie ein anstrebenswerter Zustand, vielleicht sogar etwas wie ein nationales Ideal. Mit diesem Glück der Schweden wird auch ein Lifestyle-Trend umschrieben, den sich die Immobilienagentur Bauwerk mit ihrem Vorhaben an der Rieder Straße zu eigen gemacht hat. Mit Lago wie See, wie Lifestyle-Banausen vermuten könnten, hat Lagom jedenfalls nichts zu tun, auch wenn das Bauprojekt in Seenähe entsteht. 98 Prozent der Wohnungen, ausgenommen des Familienmodells, sind bereits verkauft. Die meisten Häuser sind noch zu haben.

Auf dem Grundstück war einst ein Senioren-Wohnheim geplant

Vielleicht können sich einige Herrschinger noch zurückerinnern, als auf diesem Grundstück mit der alten Villa Mitte der 1990er Jahre ein Seniorenstift geplant wurde. Das gesamte Areal war im Flächennutzungsplan für „Seniorenwohnen“ festgeschrieben und damit für alles andere geblockt. Bis 2011.

Das Grundstück wurde zwangsversteigert – und mit dem Johanniter-Haus hatte Herrsching zwischenzeitlich auch ein Seniorenheim. Die Gemeinde ließ ein Wertgutachten erstellen und ließ sich auf einen Handel ein. Sie erwarb rund 6300 Quadratmeter zum Bodengutachten-Preis von etwa 60 Euro pro Quadratmeter als Fläche für einen Kindergarten und sicherte sie beim Projektträger einen Teil der daraufhin erlaubten Wohnbebauung im Einheimischenmodell für Familien und den Erhalt der alten Villa. Tatsächlich gibt es sogar einen Interessenten.

14 Wohnungen sollten es 2016 noch sein. „Dann stiegen die Bodenwerte“, erklärte Jürgen Schorn von Bauwerk. „Wie konnten dem nicht mehr gerecht werden. Es hat nicht mehr funktioniert.“ Damit Wohneigentum für Einheimische halbwegs erschwinglich bleibt, wurde die Anzahl auf zehn reduziert. Der Mehrwert, den Bauwerk dafür kassiert, soll den Preis dieser im Schnitt 90 Quadratmeter großen Drei-Zimmer-Wohnungen wenigstens einigermaßen unten halten. Schorn gesteht, „es ist immer noch teuer“, aber es seien doch zehn Prozent unter dem Preis der Lagom-Wohnungen auf dem freien Markt.

Einheimische, die sich das trotzdem leisten können, müssen die Richtlinien für dieses Familienmodell erfüllen. Der Gemeinderat soll am Montag abschließend sein Okay geben.

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Der zweite Anlauf für ein Bürgerbegehren gegen den Standort des geplanten Herrschinger Gymnasiums in Mühlfeld beunruhigt den Förderverein. In einer Mitteilung warnt der Verein nun vor den Konsequenzen, sollte das Begehren genug Unterschriften bekommen.

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