Der zweite Lockdown ist ein Rückschlag für das Deutschförderangebot von MiBiKids. Jetzt sucht der Verein nach Alternativen für den Unterricht. Symbolbild: dpa
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Für wie viele Schüler der Unterstufe soll das Herrschinger Gymnasium geplant werden? Diese Frage diskutieren derzeit Kreispolitiker.

Schulausschuss stimmt für vierzügiges Modell

Neues Gymnasium in Herrsching: Größere Variante ist der Favorit

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Das Herrschinger Gymnasium soll größer gebaut werden als bisher vorgesehen. Aber die Entscheidung des Schulausschusses muss noch vom Kreistag bestätigt werden.

Herrsching/Landkreis – Die Entscheidung ist noch nicht durch, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass das Herrschinger Gymnasium großzügiger gebaut wird als bisher vorgesehen. Vierzügig, um genau zu sein. Das Schulhaus wird so geplant, dass in der Unterstufe (Klassen 5 bis 7) pro Jahrgang jeweils vier Klassen Platz finden. Dafür stimmte nun zumindest der Ausschuss für Schule, Bildung und Kultur des Kreistags.

Die Entscheidung muss allerdings noch bestätigt werden – vom ausnahmsweise kombinierten Kreis- und Bauausschuss am Donnerstag und vom Kreistag am 17. Mai. Sollte es zum endgültigen Beschluss kommen, würde das Großprojekt noch mal 3,1 Millionen Euro mehr und damit insgesamt 87,8 Millionen Euro kosten.

Es ist eine knifflige Entscheidung für die Kreispolitiker: Wenn sie sich für die dreizügige Variante mit etwas weniger Klassenräumen entscheiden und dann zu wenig Platz ist, muss der Landkreis nachträglich erweitern – und das wäre teurer als von Anfang an vierzügig zu bauen. Nicht nur wegen der Umbaumaßnahmen, sondern auch, weil mit steigenden Baupreisen in den nächsten Jahren zu rechnen ist. Nach aktueller Kalkulation entstünden im Nachrüstungsfall wohl Mehrkosten von bis zu 4,6 Millionen Euro. Die Verwaltung präsentierte dem Ausschuss auch eine Kompromissvariante: Der Gedanke, ein paar Puffer-Räume einzubauen, fand aber keine Mehrheit.

Für den vierzügigen Bau stimmten Landrat Stefan Frey, Stefanie von Winning, Ute Nicolaisen-März (alle CSU), Martina Neubauer, Kerstin Täubner-Benicke, Anton Maier (alle Grüne), Christiane Kern (SPD) und Britta Hundesrügge (FDP). Dagegen waren Rupert Monn, Eva-Maria Klinger (beide CSU), Andreas Neubauer (Linke), Marlene Greinwald und Petra Gum (beide Freie Wähler). Die Gegner der größeren Variante zielten vor allem darauf, dass für die Mehrkosten derzeit keine staatliche Förderung zu bekommen ist. Sich inständig darum zu bemühen, ist Teil des Beschlusses. Tutzings Bürgermeisterin Greinwald verwies auf die „katastrophale finanzielle Situation“ des Landkreises und sprach von „Glaskugelleserei“.

Übertrittsquote zwischen 50 und 60 Prozent, bayernweit nur bei 40 Prozent

Mit Sicherheit kann heute noch niemand sagen, ob die vier Klassen je Unterstufenjahrgang nach der Eröffnung des Gymnasiums gebraucht werden. Ab 100 Schülern pro Jahrgang sind vier Klassen nötig – denn in Bayern dürfen maximal 33 Schüler in einer sein.

Den vierzügigen Bau hatte auch das beauftragte Münchner Büro Schürmann-Dettinger-Architekten empfohlen – auf Basis des Zwischenberichts der Schulbedarfsprognose, der zuvor in der Ausschusssitzung vorgestellt worden war. Dessen Basis wiederum war die Zahl 25 440. So viele Menschen mehr leben nach einer Studie des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München im Jahr 2037 im Landkreis. Der Zuzug, aber noch mehr die anhaltend hohe Übertrittsquote von der Grundschule aufs Gymnasium spricht für das Herrschinger Projekt: Sie liegt im Landkreis zwischen 50 und 60 Prozent, der bayernweite Schnitt nur bei 40 Prozent.

Der Baubeginn am Mühlfeld ist für Frühjahr 2022 geplant. Die Verkehrserschließung des Baugebiets soll heuer zwischen Mitte Juni und November vollendet werden. Abseits der konkreten Baumaßnahmen ist das Gymnasium Teil eines Forschungsprojekts der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) – unter dem Titel „Planungsphase des Neubaus Gymnasium Herrsching – Optimierter Schulbau in Holzsystembauweise mit durch Low-Tech minimiertem Energieverbrauch“. Den Abschlussbericht will der Landkreis Ende Juni bei der DBU abgeben.

Wenn nichts dazwischen kommt, eröffnet das Gymnasium zum Schuljahr 2023/24. Damit der Betrieb nicht nur mit ein paar fünften Klassen starten muss, sollen an anderen Schulen ab dem kommenden Schuljahr Vorklassen eingerichtet werden. In Frage dafür kommen laut Kreisverwaltung das Carl-Spitzweg-Gymnasium in Unterpfaffenhofen und das Christoph-Probst-Gymnasium in Gilching.

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