Zugeparkt: die Staatsstraße am Herrschinger Kreuz 2020.
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Zugeparkt: die Staatsstraße am Herrschinger Kreuz 2020.

Lösung in Sicht

Parkchaos am Ammersee: Surfer, Kiter und Behörden-Vertreter am Runden Tisch - Darauf einigten sie sich

  • Tobias Gmach
    vonTobias Gmach
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Mehr offizielle Parkplätze und digitale Appelle: Das ist die Reaktion auf das Parkchaos, das im vergangenen Sommer am Ammersee, gerade am Herrschinger Kreuz, ausgebrochen war.

Herrsching – Surfer und Kiter wollen an den Ammersee genau wie Badegäste und Spaziergänger. Am Herrschinger Kreuz ballte sich die Freizeitlage 2020 so sehr, dass ein Konflikt entstand, für den sich nun eine erste Lösung abzeichnet. Der Anlass damals: zugeparkte Straßen, viel Müll in der Natur und Gefahren. Der Höhepunkt: der 24. Mai, nach dem ein Polizist dem Starnberger Merkur sagte: „Die Staatsstraße zwischen Herrsching und Breitbrunn war lahmgelegt.“ Das Bauamt Weilheim schüttete daraufhin auf Order des Landratsamts Erdwälle am Straßenrand auf – und machte das Parken so unmöglich. Das soll künftig an anderer Stelle erlaubt sein und so die Situation entspannen. „Bei einem Runden Tisch hat man sich verständigt, den geschlossenen Parkplatz des Hauses der bayerischen Landwirtschaft probeweise zu öffnen“, meldete das Landratsamt am Freitag. Wassersportler hatten im August 2020 per Online-Petition neue Parkmöglichkeiten gefordert.

Am Runden Tisch hatten Vertreter von Landratsamt, Straßenbauamt, Polizei, Gemeinde, dem Haus der bayerischen Landwirtschaft (HDBL) sowie der Surfer und Kiter Platz genommen. „Eine gemeinsame Lösung zu finden, ist uns wichtig. Ich denke, hier sind wir gemeinsam einen großen Schritt vorangekommen“, sagt Landrat Stefan Frey. Herrschings Bürgermeister Christian Schiller ergänzt: „Ich bin froh, dass hier alle Beteiligten an einem Strang ziehen und sich alle für ein gutes Miteinander einsetzen.“

Ammerseeufer: Parkprobleme innerorts wie außerorts

Während die Kiter bevorzugt direkt am Herrschinger Kreuz ins Wasser gehen, sind die Surfer etwas weiter nordwestlich anzutreffen. Doch an beiden Stellen gibt es Parkprobleme. Innerorts sind die Wohnstraßen zugeparkt. Außerorts parken die Autos in langen Schlangen am Straßenrand. Das ist nicht nur gefährlich für die Surfer, die ihr Equpiment dann entlang der Straße zum See tragen, sondern oft auch hinderlich für Linienbusse. Die Sportler ärgert der sorglose Umgang mit der Natur. Immer öfter müssen sie über Glasscherben, andere Hinterlassenschaften und an Feuerstellen vorbei zum Wasser laufen. In der Pandemie hat der Tages- und Freizeittourismus weiter zugenommen und die Situation verschärft.

„Ein Parkverbot hält die wenigsten ab“, so das Landratsamt. Man sei sich mit den Sportlern einig gewesen, dass Verbote nichts bringen. Alle Beteiligten des Runden Tisches wollen nun an die Vernunft appellieren. Die Sportler haben laut Pressemitteilung angeboten, an guten Surf- und Kitetagen über soziale Netzwerke, Whatsapp-Gruppen und Ähnliches über die Situation vor Ort zu informieren und zu mehr Rücksichtnahme aufzurufen.

Über das Angebot von HDBL-Direktor Gunther Strobl, den derzeit wegen Corona geschlossenen Parkplatz probeweise wieder zu öffnen, freuten sich alle Beteiligten. Strobl hofft, dass man dieses Angebot langfristig aufrechterhalten kann. „Der Privatparkplatz ist vorrangig für Hausgäste. Mit einzelnen Sportlern stehen wir in Kontakt, aber es gibt viele andere Tagesgäste, die sich nicht an die Regeln halten.“ Nicht selten würde etwas beschädigt oder Müll liegen gelassen. Bürgermeister Schiller möchte daher prüfen, ob die Gemeinde dort künftig Mülleimer aufstellen und leeren kann.

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