Ein Apothekenzeichen ist am Eingang einer Apotheke angebracht
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Die Apotheke vor Ort

„Wahlradar Gesundheit“

Politiker haben lokale Strukturen auf Radar

  • VonAndrea Gräpel
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Die Apotheken konnten in der Pandemie gegenüber dem Versandhandel deutlich punkten – dies zeigt auch die Aktion „Wahlradar Gesundheit“ des Spitzenverbandes der Apotheken, an der auch die See-Apotheke von Helen Brugger in Herrsching teilgenommen hat. Politiker verleihen auf dem Internetportal ihrer Wertschätzung Ausdruck – auch sieben Stimmkreiskandidaten.

Herrsching - Eingeladen waren die Kandidaten zu jeweils einer Führung durch die Apotheke und anschließendem Gespräch mit den Mitarbeitern. Alle sieben nahmen die Einladung an. „Und dies in der heißen Phase des Wahlkampfs“, freut sich Helen Brugger, „toll, dass die sich die Zeit genommen haben.“ Die Namen der ausgewählten Kandidaten, betont sie, stelle dabei nur eine Auswahl dar. Gekommen waren Martina Neubauer (Grüne), Michael Kießling (CSU), Simone Ketterl (Linke), Carmen Wegge (SPD), Britta Hundesrügge (FDP), Rasso von Rebay (FW) und die Weilheimer Kandidatin Gerrit Huy (AfD).

Alle Politiker ließen sich berichten von diesem Jahr der Herausforderung, was aus Sicht Helen Bruggers aber „extrem, extrem super geklappt hat“. Ihr Dank geht dabei an ihre Mitarbeiter, aber auch an Ärzte, Pflegeeinrichtungen, Impf- und Testzentren. Die Zusammenarbeit sei Hand in Hand gelaufen. Und sie erinnert: „Die Apotheken vor Ort haben in der Pandemie die Bevölkerung mit selbst hergestellten Desinfektionsmitteln, Masken, Coronaschnelltests und Covid-Impfstoffen versorgt.“ Und neben den Impfzentren hätten die Hausärzte mit inzwischen fast 50 Millionen Dosen den Großteil der Impfstoffimmunisierungen geschultert. „Wir konnten auf die bewährte Kooperation von Hausarzt und örtlicher Apotheke in der Belieferung zurückgreifen“, so Brugger.

Für die Herrschinger Apothekerin ist das Interesse der Politiker ein Beweis dafür, das diese lokale Strukturen erhalten und gefördert werden müssen. Zugleich bedauert sie, dass es auf dem Land immer weniger Ärzte gibt.

Die See-Apotheke, zu der in Herrsching auch die Nikolaus-Apotheke gehört, hat 25 Mitarbeiter. Zudem gibt es sechs bis sieben Ausfahrer, die Medikamente nach Hause liefern. „Dieser Botendienst ist gerade für kranke und ältere Menschen ein unverzichtbarer Beitrag“, sagte Michael Kießling. Genauso wie der persönliche Kontakt. „Ich würde mir wünschen, dass alle Apothekenteams ausbilden und weiterhin so gut ansprechbar sind, wie es jetzt der Fall ist“, erklärte etwa Carmen Wegge.

Wasser auf die Mühlen Helen Bruggers war Simone Ketterls Aussage zu Versandapotheken, „weil sie keine patientenorientierte, individuelle Versorgung ermöglichen und die Vor-Ort-Apotheken schwächen“. Seit Ausbruch der Corona-Pandemie habe die örtliche Apotheke ihren Mehrwert gegenüber dem Versandhandel, der als reiner Logistiker agiert, aber ausbauen können. Davon ist Helen Brugger überzeugt.

Die Antworten der einzelnen Kandidaten zu unterschiedlichen Themen rund um die wohnortnahe Gesundheitsversorgung sind im Internet auf wahlradar-gesundheit.de nachzulesen.

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