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Polizei schnappt Herrschinger

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Von: Andrea Gräpel

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Flughafenpolizei auf Streife
Bundespolizei auf Streife im Flughafenterminal © Polizei

Am Samstagvormittag ging den Bundespolizisten im öffentlichen Bereich des Flughafens ein 69-jähriger gesuchter Herrschinger ins Netz.

Herrsching – Bundes- und Landespolizisten am Münchner Airport nehmen seit jeher fast täglich mit Haftbefehl gesuchte Reisende fest und führen diese der Strafverfolgung zu. In Zeiten coronabedingter Reisebeschränkungen leiden zwar Flughafen und Airlines unter stark rückläufigen Passagierzahlen, Klientel für die beiden Polizeibehörden im Erdinger Moos jedoch ist genügend unterwegs.

Dass die Bundesbeamten ausgerechnet den per Haftbefehl gesuchten Mann aus Herrsching kontrollierten, könne mehrere Gründe haben, so ein Polizeisprecher. Zum einen hätten die Polizisten eine geschulten Blick, zum anderen sind mindestens 80 Prozent weniger Menschen in den Hallen der Terminals unterwegs als im Vergleich zum November des Vorjahres. Ganz häufig sei auch eine nicht korrekt sitzende Maske ausschlaggebend. Den genauen Grund kennt der Sprecher allerdings nicht, auch nicht den Grund, warum der 69-Jährige im Erdinger Moos war. Bekannt sei lediglich, dass der Herrschinger offenbar keine Flugabsichten hatte. Und bei der Kontrolle seiner Personalien habe sich herausgestellt, dass es drei offene Haftbefehle gegen ihn gibt.

Zum einen hatten Münchner Richter den Gesuchten im März 2016 wegen Urkundenfälschung zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und elf Monaten verurteilt. Zum zweiten hatte ein Richter am Landgericht München II den Herrschinger bereits vor mehr als zehn Jahren wegen Betrugs einmal zu zwei Jahren und vier Monaten und einmal zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Außerdem suchte die Münchner Justiz im Zusammenhang mit einem Strafverfahren wegen Betrugs mit Haftbefehl aus dem Jahr 2017 nach dem Mann.

Der Herrschinger war offenbar untergetaucht. Statt sich zum Haftantritt zu melden, was er nach einer Verurteilung in seinem Fall von selbst hätte machen müssen, blieb er der bayerischen Justiz offenbar 279 Tage Haft schuldig und aus den beiden Urteilen im Jahr 2009 insgesamt 341 Tage, rechnet der Polizeisprecher vor. Daher hatten ihn die Staatsanwaltschaften München I und München II im Mai 2018 mit Vollstreckungshaftbefehlen zur Festnahme ausgeschrieben. Das heißt, er wurde seit 2018 gesucht. Diese Haftbefehle vollstreckten nun die Bundespolizisten im Erdinger Moos.

Der Herrschinger wurde direkt zur Wache geführt. Dort bekam der Festgenommene akute gesundheitliche Probleme, aufgrund derer er in ein Krankenhaus im Flughafenumland eingeliefert werden musste. „Dort passen nun Beamte der Polizeiinspektion Flughafen München auf, dass der Erkrankte nicht stiften geht“, heißt es im Polizeibericht. Sobald es sein Gesundheitszustand erlaubt, werden die bayerischen Landespolizisten ihn in die nächste Justizvollzugsanstalt begleiten, damit der Mann dort seine Strafe absitzen kann.

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