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Die Turnhalle der Realschule Herrsching.

Zweckverband

Realschul-Turnhalle: Grundstückseigner zieht Angebot zurück

Unmut in der Versammlung des Zweckverbands für weiterführende Schulen: Hintergrund ist die Absage eines Tennisplatzbetreibers, der entgegen gemachter Zusagen nun kein Grundstück für die geplante Dreifach-Turnhalle der Realschule Herrsching abtreten will. Die Blockade trifft rund 1000 Schüler.

Herrsching Bereits 2014 hatten sich die Verbandsräte des Zweckverbandes für den Abriss der bestehenden Eineinviertel-Turnhalle an der Realschule Herrsching ausgesprochen und den Neubau einer Dreifachhalle favorisiert. Jetzt, wo alles in trockenen Tüchern ist, liegt das Projekt wieder auf Eis: Der Eigentümer des Grundstückes, auf dem die Halle entstehen soll, hat seine Zusage zurückgezogen.

„Es waren sehr viele Hürden zu überwinden, bevor wir die Genehmigung bekommen haben“, erklärte Geschäftsführer Stefan Amon am Freitag auf Anfrage. Unter anderem war die hohe Verschuldung des Zweckverbandes (knapp 20 Millionen Euro) mit ein Grund, dem etwa 7 Millionen Euro teuren Neubau zunächst die Genehmigung zu versagen. „Wir hatten deswegen sehr viele Gespräche mit dem Landratsamt“, sagte Amon. Schließlich habe die Aufsichtsbehörde zugestimmt, auch wegen der günstigen Zinsen. „Auch die Schulaufsicht hatte nichts mehr einzuwenden, so dass wir grünes Licht geben konnten.“ Der Zweckverband kann mit einer staatlichen Förderung von etwa einem Drittel der Baukosten rechnen.

Am meisten freute sich Realschulleiterin Rita Menzel-Stuck. „Seit Jahren müssen unsere Kinder mit dem Schulbus zum Turnunterricht nach Hechendorf oder in die Mittelschule in Herrsching fahren. Da geht sehr viel Zeit vom Unterricht verloren.“

Doch die Freude war nur von kurzer Dauer. In der Verbandsversammlung am Donnerstag teilte Amon mit, dass der Betreiber des angrenzenden Tennisplatzes seine Zusage zurückgezogen habe. „Es war ausgemacht, dass er uns das an die Schule angrenzende Grundstück verkauft. Dabei geht ihm nur ein Tennisplatz verloren. Jetzt macht er die Zusage von einer Entscheidung in der Gemeinde Inning abhängig.“ Dort will er laut Amon für ein Grundstück eine baurechtliche Genehmigung. So lange er diese nicht erhalte, sei er auch nicht bereit, der Schule das Herrschinger Grundstück zur Verfügung zu stellen.

Ein rechtlich fragwürdiges Vorhaben, da es sich dabei um ein so genanntes Koppelungsgeschäft handele – Grundstück gegen Baugenehmigung. „Uns sind die Hände gebunden, und wir wissen auch nicht, wie es weitergeht“, sagte Amon. Auch im Gremium rührte sich deutlicher Unmut. Unter anderem sagte Menzel-Stuck: „Ich bin sehr enttäuscht und frustriert, dass jemand seine privaten Interessen auf dem Rücken der Schüler austrägt. Nächstes Jahr feiern wir 50-jähriges Bestehen. Das wollten wir in der neue Turnhalle feiern.“     Uli Singer

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