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Deckel der Pfostenhalterungen und Markierungen lösen sich ab.

Nikolaushalle

Herrschinger Halle gesperrt, Harzverbot gefordert

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Schon im Dezember 2016 hatte die Nikolaushalle Herrsching für den Schulsport gesperrt werden müssen. Nun ist sie wieder gesperrt. Immer wieder dreht sich alles um Harz. Rektor Florian Thurmair fordert ein Harzverbot.

Herrsching – Die einzige Dreifachturnhalle in Herrsching, die Nikolaushalle, sie ist wieder gesperrt – für den Schulsport und auch für den Vereinssport. Bodenabdeckungen hätten sich abgelöst, es bestehe erhebliche Unfallgefahr, teilte der Schulleiter am Montag der Gemeinde mit. Mehr noch, der bald scheidende Rektor Florian Thurmair fordere ein Harzverbot für die Handballer, berichtete Bürgermeister Christian Schiller am Abend dem Gemeinderat. Das Gremium ließ diese Forderung allerdings unkommentiert.

Wie berichtet, hatte Thurmair die Halle schon im Dezember 2016 sperren lassen, weil der Boden mit Harz verdreckt war. Knapp 10 000 Euro hatte die Gemeinde damals für die Grundreinigung zahlen müssen. Seither wird drei- bis viermal im Monat gereinigt. 700 Euro kostet dies die Gemeinde monatlich. Nun sind es die „lösungshaltigen Reinigungsmittel“, so Thurmair, die dem Boden schaden. Es handele sich um 30 bis 40 Deckel, die nicht mehr halten, aus dem Boden herausstünden und damit Stolperfallen darstellten, erklärte Schiller. „Das Risiko, die Halle zu benutzen, ist zu groß“, bestätigte CSU-Gemeinderätin Hannelore Doch, die auch Vorsitzende des TSV Herrsching ist. „Ich hab’s mir angeschaut.“

Thurmair, dessen künftige Nachfolgerin Katharina Casper und ein Fachbereichsleiter seien am Montag im Rathaus gewesen, so Schiller. Eigentlich ging es darum, über die erfahrungen mit der Reinigungsfirma zu sprechen, die seit einem Jahr den Boden reinigt. Thurmair sei zufrieden, so Schiller. Allerdings seien nun auch ganz andere Bereiche verdreckt – Armaturen, Handläufe, Nebenräume. Das Harz befinde sich überall. „Das zu entfernen, müsste man extra zahlen und in Auftrag geben“, so Schiller. Im Nebensatz habe Thurmai dann erwähnt, dass er die Halle für den Schulsport erneut habe sperren müssen. In der Kürze der Zeit habe immerhin eine Firma gefunden werden können, die die Deckel bis zum Wochenende reparieren soll, so Schiller. „Das Problem ist, wir werden das Problem immer wieder haben“, so der Bürgermeister.

Uli Sigl ist nicht nur SPD-Gemeinderat, er ist auch Handball-Abteilungsleiter. Die Handballspieler sind es, die Harz für einen besseren Griff benötigen. Das Harz klebt an den Bällen und diese hinterlassen dadurch Spuren auf dem Boden. „Ich spiele seit 1980 in der Halle, die Deckel lösen sich schon immer ab“, sagte er etwas ungehalten. Er und seine CSU-Ratskollegin Christina Reich wollten auch wissen, weshalb: Hausmeister Klaus Trunte befindet sich zurzeit im Krankenstand. Er habe die Schäden immer repariert. „Schade, dass das nicht passiert, wenn er krank ist“, fand Reich. Es könne aber nicht Aufgabe des Hausmeisters sein, dass er jeden Monat 30 bis 40 Bodendeckel klebe, sagte Schiller.

Klaus Pittrich (CSU), seines Zeichens Maschinenbauingenieur, bot an, die Deckel vulkanisieren zu lassen, kostenlos. „Dann sehen wir, ob das nochmal passiert“. Schiller wies diesen Vorschlag brüsk zurück: „Ich bin kein Deckelexperte. Und am Ende sagt Thurmair dann wieder, das ist nicht professionell gemacht.“ Darauf wollte er sich nicht einlassen. Da das Thema am Montag zum Ende der öffentlichen Sitzung unter Bekanntgaben und Anfragen diskutiert wurde und kein Gemeinderatsbeschluss notwendig war, gab es darauf keine Widerrede mehr.

Wenigstens bis Ende der Woche wird die Halle also sowohl für den Schulunterricht als auch für den Trainingsbetrieb gesperrt bleiben. In der Gemeinderatssitzung am 12. März soll das Thema wieder auf die Tagesordnung. Alle Verantwortlichen werden beigeladen.

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