Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen

Verheerender Anschlag in Ägypten: Zahl der Toten auf 155 gestiegen
+
Auf einmal stand die Familie vor dem Landratsamt. Geschickt haben will sie aber niemand.

Asyl

Schiller: „Ich habe die Flüchtlinge nicht ins Taxi gesetzt“

  • schließen

Herrsching/Starnberg - Die Geschichte sorgte am Dienstag für Aufsehen: Der Bürgermeister von Herrsching, Christian Schiller, setzte angeblich eine Flüchtlingsfamilie ins Taxi zum Landratsamt. Jetzt behauptet Schiller: „Ich war das nicht, die Idee kam von Landrat Karl Roth.“

Die Stimmung Christian Schillers als gereizt zu beschreiben, trifft es nicht ganz, als er sich in der Redaktion des Starnberger Merkur meldet. Er fühlt sich zu Unrecht als Buhmann hingestellt. Was ist passiert? Ein syrischer Familienvater hatte nach Anerkennung seines Flüchtlingsstatus den Antrag gestellt, seine Familie nach Deutschland zu holen. Der Helferkreis hatte Geld gesammelt und die Flugtickets gekauft. Am Dienstagmorgen stand die Familie dann im Herrschinger Rathaus auf der Matte (wir berichteten). 

Schiller: Roth war es

Ab da gehen die Darstellungen weit auseinander. Fakt ist, dass die Familie in ein Taxi gesetzt und zum Landratsamt in Starnberg gefahren wurde. Wer allerdings die Idee dazu hatte, daran schieden sich gestern die Geister. Schiller behauptet, die Anregung sei von Landrat Karl Roth gekommen. „Ich habe ihn angerufen und den Fall geschildert, ihm dann angeboten, die übernächtigte und erschöpfte Familie in die Asylunterkunft des Landkreises in Breitbrunn bringen zu lassen. Roth sagte daraufhin, ich solle sie ins Taxi setzen und ins Landratsamt schicken. Da würde man die Sache öffentlich machen“, erzählt der Herrschinger Bürgermeister. Dass ihm nun die Aktion angelastet werde, findet er zum – Schiller verwendet ein drastisches Schimpfwort. „Damit wird Lobbyarbeit auf dem Rücken von Flüchtlingen gemacht“, stellt Schiller klar. Er verstehe auch nicht die vorgebliche Verwunderung Roths: „Er wusste seit Mai, dass das Problem besteht. Ich habe das in jeder einzelnen Bürgermeisterberatung angesprochen.“

Dazu hieß es gestern aus dem Landratsamt: Schiller habe bei all den Sitzungen keine Gelegenheit verstreichen lassen anzukündigen, dass er, falls die ersten Familien bei ihm eintreffen, diese umgehend im Taxi nach Starnberg schicken werde.

Roth: Schiller war es

Landrat Karl Roth gab sich durchaus diplomatischer, blieb aber in der Sache bei seiner Darstellung: „Ich habe das Taxi weder bestellt, noch jemanden zu der Aktion aufgefordert und schon gar nicht die Fahrt bezahlt“, sagte er. Die Darstellung Schillers, er habe die ganze Aktion initiiert, um Druck auf die Regierung Oberbayerns zu machen „muss ich entschieden von mir weisen“.

Aber darum gehe es auch gar nicht, so Roth. Sondern darum, dass das Problem endlich geklärt werden müsse. Und zwar so, dass weder Landkreis noch Gemeinden auf den Unterbringungskosten für die anerkannten Flüchtlinge und ihre Familien sitzenbleiben. „Derzeit steuert der Bund nur 30 Prozent zu den Unterbringungskosten bei. Ein Gesetzentwurf, wonach Berlin für drei Jahre die Kosten in voller Höhe übernimmt, liegt zur Unterschrift bei Finanzminister Wolfgang Schäuble“, meinte er.

Zudem fordert Roth, dass die Regelungen zum Familiennachzug überarbeitet werden müssen. In den ersten drei Monaten nach Anerkennung müsse dieser Antrag genehmigt werden. „Wir müssen dahin kommen, dass der Antrag erst genehmigt wird, wenn der Antragsteller nachweist, dass er Arbeit und entsprechenden Wohnraum hat, um seine Familie unterzubringen“, so Roth.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Kreis lässt Stadt auflaufen
Die Expresslinie X900 sollte Buchenau und Starnberg ab Dezember mit weiteren Bussen verbinden. Daraus wird nichts, beziehugnsweise nur bis Gilching, denn  Starnberg …
Kreis lässt Stadt auflaufen
Perger-Hof in Breitbrunn ist verkauft
Der Perger-Hof in Breitbrunn ist verkauft worden – wahrscheinlich für knapp zwei Millionen Euro. Von einem höheren Preis war man abgerückt.
Perger-Hof in Breitbrunn ist verkauft
Mit dem Radl Richtung Fortschritt
Das vom Breitbrunner Verein Promoting Africa in Kenia errichtete Skill Centre nimmt Fahrt auf - und dies im Wortsinn. Gerade kamen zwei Fachleute zurück, die für den …
Mit dem Radl Richtung Fortschritt
Röchnerknoten und sieben Brücken
Anwohner der Landsberger Straße befürchten Chaos währen des Baus der Gilchinger Westumgehung. 
Röchnerknoten und sieben Brücken

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion