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Metallschiene bohrt sich frontal in Linienbus

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Von: Andrea Gräpel

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Riesenglück für Fahrer und Insassen: Die Metallschiene bohrte sich knapp oberhalb des Fahrerplatzes in den Bus. © Feuerwehr Breitbrunn

Besser als es die Polizei ausdrückt, lässt sich ein Unfall, der am Samstag gegen 13.30 Uhr in Breitbrunn geschah, nicht beschreiben: „Schutzengel fährt Linienbus.“  Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt.

Breitbrunn – Gegen 13.30 Uhr am Samstag fuhr ein 79-jähriger Mann aus dem Landkreis Landsberg mit seinem Pkw von Herrsching Richtung Breitbrunn. Hinten dran ein Imbisswagen-Anhänger. Offensichtlich war die Ausgabenklappe nicht richtig fixiert, so dass sie mit dem Fahrtwind immer wieder aufschlug. Kurz vor dem Ortseingang Breitbrunn öffnete sich die linke Seitenklappe komplett und stand quer über der Gegenfahrbahn. Mehrere Autofahrer und auch ein Motorradfahrer konnten der öffnenden Klappe gerade noch ausweichen, so die Polizei. Ein Linienbus aber nicht.

Die Seitenklappe druchschlug einen Teil der Frontscheibe, wobei sich eine Metallschiene Klappe ablöste und sich wie ein Speer durch die Rückwand hinter dem Fahrersitz bohrte und auf den ersten Fahrgastreihen liegen blieb. Der Busfahrer, ein 42-jähriger Inninger, wurde hierbei mittelschwer verletzt. Und doch hatte er großes Glück im Unglück, weil die Metallschiene ihn nicht direkt traf, sondern über seinem Kopf hinwegflog. Der Busfahrer wurde dafür von von Glas und Holzsplittern getroffen.

Zum Zeitpunkt des Unfalls befand sich außer dem Busfahrer lediglich ein Fahrgast im Bus, der glücklicherweise unverletzt blieb, so die Polizei. Das Auto, das hinter dem Linienbus fuhr wurde von der abgerissenen Seitenklappe und umherfliegenden Trümmerteilen getroffen. Auch hierbei blieben alle Insassen – zumindest körperlich – unverletzt. Die schwangere Fahrerin, eine 27-jährige Frau aus Moorenweis, und ihr mit im Auto sitzende 5-jähriges Kind erlitten aber einen Schock und wurden vorsorglich zur weiteren Abklärung ins Klinikum Starnberg transportiert.

Aufgrund des Unfalles musste die Staatsstraße 2067 in diesem Bereich am Ortseingang Breitbrunn für zirka eine Stunde voll gesperrt werden. Die Feuerwehren Breitbrunn, Buch und Herrsching sowie ein Fachberater vom Technischen Hilfswerk waren mit 36 Einsatzkräften vor Ort. Es war ja nicht auszuschließen, dass Verletzte eingeklemmt waren. Die Feuerwehr übernahm sowohl die Sperrung als auch die Lenkung des Verkehres und die Erstversorgung der Patienten, bis der Rettungsdienst mit vier Fahrzeugen an der Unfallstelle eintraf.

Breitbrunns Kommandant Florian Kleber nannte es „definitiv Riesenglück“, das alle Beteiligten hatten. Ihm war von insgesamt sieben leicht Verletzten bekannt, die noch an der Unfallstelle versorgt werden konnten. Insgesamt drei Personen wurden seiner Kenntnis nach vorsorglich in Krankenhaus gebracht. Trümmerteile und Glas seien auf einer Länge von zirka 100 bis 150 Meter auf der Straße verteilt gewesen. Knapp zwei Stunden waren Kleber und seine Feuerwehrkameraden im Einsatz, bis die Unfallstelle wieder frei gegeben werden konnte. Der Sachschaden am Bus, dem Auto und am den Imbisswagen-Anhänger wird von der Polizei auf etwa 20 000 Euro geschätzt. „Natürlich kann das nur eine grobe Schätzung sein“, betonte ein Polizeisprecher gestern.

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