Herrschings Gemeinderäte wollen das Schulgelände absperren
+
Herrschings Gemeinderäte wollen das Schulgelände absperren

Volksschule soll nachts abgesperrt werden

Schwierige Suche nach mehr Sicherheit

  • vonAndrea Gräpel
    schließen

Das nächtliche Treiben auf dem Gelände der Christian-Morgenstern-Volksschule ist dem Gemeinderat ein Dorn im Auge.

Herrsching – Die Gemeindeimmobilien in Herrsching sind immer wieder Ziel von Vandalismus. Hatte dieser im Sommer ein bisschen abgenommen und im Seewinkel sogar so gut wie gar nicht mehr stattgefunden, geht es nun wieder los. Ausgewichen waren jugendliche Gruppe zudem auf das Gelände der Christian-Morgenstern-Volksschule. Die CSU-Fraktion im Gemeinderat hatte schon im September beantragt, das Gelände nachts abzusperren. Allerdings ist dies aufgrund der vielen Nutzer des Gebäudes leichter gesagt als getan. Guter Rat war nun auch wieder in der jüngsten Sitzung teuer.

Immer wieder halten sich jugendliche Gruppen nachts auf dem Gelände der Volksschule auf. Zurück bleiben Müll und nicht selten auch ein Sachschaden. Bürgermeister Christian Schiller teilte nun mit, dass dem Hausmeister die Überwachung nicht zuzumuten sei. Die letzten externen Nutzer verließen nicht selten erst gegen 22 Uhr das Gebäude. Zuvor müsste er einen Kontrollgang machen. Und allein sei ihm dies zu unheimlich.

„Aus Sicherheitsgründen ist das mehr als bedenklich“, erklärte Bauamtsleiter Guido Finster, dem die gemeindlichen Liegenschaften unterstellt sind. Die Jugendlichen hielten sich insbesondere im Bereich zwischen Nikolaushalle und Schulgebäude auf, was ein nicht einsehbarer Bereich sei. Nahezu einmal wöchentlich konsumierten sie dort Alkohol und Drogen oder legten auch mal ein Feuer. Es sei fraglich, ob der Hausmeister allein dann durchgreifen könnte.

Andererseits mache es keinen Sinn, die vorhandenen niedrigen Tore abzusperren, sagte Finster. Die Alternative seien höhere Zäune und Tore. Für die Absperrung und einen täglichen Rundgang müsste aber ein Sicherheitsdienst beauftragt werden, der die Gemeinde zwischen 1600 und 3000 Euro im Jahr koste.

CSU-Fraktionssprecher Roland Lübeck hatte zwischenzeitlich mit dem Hausmeister Kontakt aufgenommen. Er habe sich persönlich davon überzeugen können, dass der Rundgang für ihn allein zu gefährlich sei, sagte Lübeck. Festhalten wollten er und seine Fraktionskollegen aber am Absperren. Hans-Hermann Weinen (SPD) schlug vor, die dunklen Ecken mit Strahlern zu beleuchten, die durch Bewegungsmelder angeschaltet würden. Ungebetene Gäste würden so vertrieben. Lübecks Fraktionskollegin Fromuth Heene hingegen meinte, das sei allein Sache der Polizei. „Wenn wir hier ein Sicherheitsproblem haben, ist zu allererst die Polizei dafür verantwortlich“, sagte sie. Und wenn die Polizei sage, sie habe keine Kapazitäten, könne dies keine Antwort sein.

Zunehmend Ärger mit nächtlichen Besuchern gebe es auch am Seewinkel, sagte Christian Schiller. Gerade erst habe er eine E-Mail von der neuen Kiosk-Pächterin erhalten, die fordere, dass das Gelände nachts abgesperrt wird. „Aber das ist nicht so einfach“, sagte Schiller, „die Behindertentoilette muss zugänglich bleiben.“

Zumindest für das Schulgelände war sich der Gemeinderat einig. Es soll abgesperrt werden. Die Verwaltung wurde beauftragt, nach einer gangbaren Lösung zu suchen, damit die vorhandenen Anlagen so abgesperrt werden können, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt niemand mehr auf das Gelände kommt – aber jeder, der noch dort ist, runter kann. Claudia Hirschfeld (BGH) sprach von einem Signal. „Aktuell ist alles offen, das ist sehr einladend.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare