Die Verwerfungen auf der Herrschinger Seepromenade
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Die Verwerfungen auf der Herrschinger Seepromenade bergen zum Teil erhebliche Stolperfallen vor allem für ältere Menschen.

Uferweg zwischen Seespitz und Seehof

Seepromenade schlägt hohe Wellen

  • vonAndrea Gräpel
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Die Herrschinger Seepromenade zwischen Seespitz und dem Hotel Seehof birgt die ein oder andere Stolperfalle.

Herrsching – Wer nicht aufpasst, kommt schnell ins Straucheln, denn eine Verwerfung durch Baumwurzeln reiht sich an die nächste. Unregelmäßig, versteht sich. Und mit jedem Jahr werden sie höher und kommen neue hinzu. Das Problem ist im Rathaus bekannt, doch guter Rat ist teuer. Denn fasst jede Maßnahme könnte den Tod der meisten der rund 60 Bäume zur Folge haben.

„Eine Sanierung der Promenade würde die Wurzeln stark beschädigen“, sagt Franziska Kalz, Sachgebietsleitung Umwelt im Rathaus Herrsching. Die studierte Forstwirtin kennt das Dilemma. Um die Wurzelbereiche nicht zu beschädigen, müsse man das Niveau des Weges um circa 30 Zentimeter anheben und mit sogenannten Wurzelbrücken arbeiten. Die Krux dabei sei, dass dann der Wasserablauf zu beiden Seiten nicht mehr funktioniere. Ganz abgesehen davon, dass dies schwer zu realisieren sei, „ist das vor allem mit Riesenkosten verbunden“. „Wir müssen uns zuerst einmal anschauen, welcher Baum erhaltenswert ist“, sagt Franziska Kalz.

Schon im vergangenen Jahr war sie mit einem Sachverständigenbüro vor Ort und hat eine Bestandsaufnahme gemacht. Dabei hat sie festgestellt, dass elf Bäume keine Verwerfungen haben, 20 dafür mittlere bis starke. Alle anderen seien als leicht zu bewerten. Ihr Bericht darüber im Gemeinderat steht noch aus. Der müsse letztlich entscheiden, ob er die erhaltenswerten Bäume erhalten will und die Kosten dafür in Kauf nimmt oder alternativ eine Neuverlegung des Pflasters auf demselben Niveau wünscht. Dabei müsse man in Kauf nehmen, dass die meisten Bäume dies nicht überlebten oder über eine alternative Bepflanzung nachdenken. Nicht eingeschlossen worden in die Untersuchung waren die Kastanien auf Höhe des Parkplatzbereichs vom Hotel Seehof. „Die gehören nicht der Gemeinde“, so Franziska Kalz.

„Den Zustand an der Promenade haben wir seit mindestens 20 Jahren“, sagt Bürgermeister Christian Schiller. Ihm sei es bewusst, dass es zu unglücklichen Stürzen kommen kann und auch bereits gekommen sei. „Vor allem ältere Menschen sind da schon hingefallen. Glücklicherweise ist nichts Schlimmeres passiert.“ Im vergangnen Jahr hatte er dazu auch ein Schreiben von der CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Ute Eiling-Hütig aus Feldafing erhalten. Die Promenade sei immer mal wieder auch Thema im Gemeinderat. Aktuell stehe der Bericht der Sachgebietsleiterin aus, auf dessen Grundlage der Gemeinderat dann entscheiden muss, was an der Promenade passiert.

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