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Zwölf Quadratmete r, optimal ausgenutzt: Elisabeth Engmann in ihrem Handarbeitsladen in Herrsching.

Handarbeiten

Selbstgemacht ist immer im Trend

Weihnachtsgeschenke direkt aus der Nähmaschine, von der Strick- oder Häkelnadel sind wieder im Trend – und „Nadel & Faden“ in Herrsching liefert vom Samtstoff über den Wollknäuel bis hin zum Reißverschluss und Motivknopf das notwendige Zubehör.

Herrsching – Alexandra Carl hat gerade eine bunte Libelle entdeckt, die sie auf dem selbst genähten Tragetuch für das Patenkind anbringt. Unter ihrem Tannenbaum liegt viel Handgefertigtes, verrät die 38-Jährige. Entsprechend groß ist ihr Bedarf an Handarbeitswaren, den sie regelmäßig in der Mühlfelder Straße deckt.

Damit Kundinnen wie sie nicht bis nach München fahren müssen, eröffnete Elisabeth Engmann 1996 das Geschäft, nachdem Herrschings einziger Kurzwarenladen die Türen schloss. Seither gibt es hier zwölf Quadratmeter alles, was das Handarbeiterherz begehrt. Vor der Eingangstür ist Weihnachtliches mit Aufdrucken wie „Merry Christmas“ oder Sternen und Tannenbäumen ausgelegt.

Immer wieder zwängen sich neue Kundschaft in den winzigen Verkaufsraum mit dieser unglaublichen Auswahl. Eine Seefelderin sucht nach einem dunkelgrünen Tüll für unter den Christbaum. Gemeinsam scannen Ladeninhaberin und Kundin die bis unter die Decke in drei Meter Höhe aufeinandergestapelten Textilien ab. Die Wahl fällt auf den Stoffballen ganz oben, woraufhin die rüstige Geschäftsfrau auf die Leiter klettert und einen tiefgrünen Samtstoff herauszieht. Handarbeiten sei wieder in, weiß die Herrschingerin.

„Viele Omas schenken ihren Enkeln für Weihnachten eine Nähmaschine und kaufen bei mir die Grundausstattung“, sagt sie. Auch Männer kaufen hier ein. Meistens Praktisches wie Ösen für das Sonnentuch auf dem Balkon oder Knöpfe zum Einstanzen, aber durchaus auch Stoff und Faden, so Engmann. Die Altersspanne ihrer Kunden reicht vom Teenager bis zum Senior.

Wieder betritt jemand den Raum. Diesmal nimmt Engmann eine Hose zum Reparieren entgegen. Kleine Flicksachen nehme sie auch an, sagt Engmann, deren Füße in dicken Fellstiefeln stecken. Es ist immer ein wenig kalt im Laden, erklärt sie. Das liege daran, dass früher in den Räumlichkeiten Milch verkauft wurde, die naturgemäß mit der Wärme nicht so klarkommt. In diesem Sinne finden momentan Wolle für Socken und Mützen reißenden Absatz. Gerne gibt die passionierte Handarbeiterin auch Tipps und verteilt Anleitungen.

Auf Weihnachten hin werde Dekoratives wie Kissen oder Tischdecken mit Spitzen und Gold genäht. Die Bänder für den Christbaumschmuck gehen längst nicht mehr nur in grün und rot über den Ladentisch, sondern gerne auch Mal in lila oder gold, sagt Engmann. Die Stunde im Kurzwarenladen belegt: Selbstgemachtes ist wieder im Trend. Und die Arbeit an der Nähmaschine ist entspannter als der Weihnachtsstress. Von Michèle Kirner

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