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Überdimensionierte Fluchtwegzeichen ließen zunächst an einen Volkslauf denken. Bei genauem Hinsehen ist aber klar, würde jemand schnell aus der Veranstaltungszone fliehen wollen: Hier geht’s lang.

Öffentliche Veranstaltungen

Fluchtwege in XXL

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Überdimensionierte Fluchtweg-Tafeln haben während des Frühlingszaubers in Herrsching für Aufsehen gesorgt. Die XXL-Banner gehören zu dem neuen Sicherheitskonzept bei öffentlichen Veranstaltungen. 

Herrsching– Einige dachten, es sei ein Volkslauf, der in Herrsching am Sonntag, 2. April, veranstaltet worden war. Andere mussten erst zweimal überlegen, was diese überdimensionierten grünen Männchen auf weißem Grund mit dem Pfeil voraus bedeuten könnten. Dabei ist es ganz einfach. „Das kennt doch jeder“, sagt Anna-Christine Vielhaber, die als Vorstandsassistenz des Vereins die Organisation übernommen hatte. Das hänge in jedem öffentlichen Saal in der Ecke, „es ist das offizielle Fluchtwegzeichen“. Nun, wo sie es sagt. An das überdimensionierte Banner muss man sich im Vergleich zu der handgroßen Leuchte über den Türen in öffentlichen Gebäuden aber erstmal gewöhnen.

Das Schild war erstmals zum Frühlingszauber des Gewerbevereins WIR in Herrsching im Einsatz – an sechs Stellen. „Überall an den Querstraßen zu den gesperrten Straßen Seestraße und Bahnhofstraße“, erklärt Anna-Christine Vielhaber. Sie konnte schon Erfahrung mitbringen, denn auch das Faschingstreiben hatte sie mitorganisiert. Auch dies war erstmals von einem Sicherheitskonzept in Absprache mit Veranstalter, Gemeinde und Polizei abgelaufen.

Wie berichtet, waren die Gemeinden bereits im August vergangenen Jahres vom Polizeipräsidium Oberbayern angeschrieben worden, mit der Bitte, auf jeden Fall bei Veranstaltungen ab 1000 Besucher sensibler umzugehen. Die jüngsten Lkw-Attentate in Erinnerung – zuletzt in Stockholm. Diese Veranstaltungen sollten mit den jeweiligen Polizeiinspektionen abgesprochen werden, so die Empfehlung. Die Gemeinde Herrsching hat seit März eine Mitarbeiterin, die sich in diesem Zusammenhang allein um Veranstaltungen wie diese kümmert. Erfahrungen dazu bringt sie von früheren Jahren aus der Kreisstadt Starnberg mit. Sandra Marsch hatte sich in der jüngsten Gemeinderatssitzung vorgestellt und eine gewisse Panik nehmen können, die mit der ersten Erwähnung von Sicherheitskonzepten für alle Veranstaltungen ausgelöst worden war (wir berichteten). Marsch verfährt mit allen Veranstaltungen gleich. Aus Prinzip, damit sich niemand besonders gefährdet fühlt. Erstes Gespräch, Absprache mit der Polizei, kurz vor der Veranstaltung ein Abschlussgespräch, nochmal Absprache mit der Polizei und dann – in der Regel grünes Licht der Gemeinde als zuständige Sicherheitsbehörde.

„Die Zusammenarbeit ist großartig“, schwärmt Anna- Christine Vielhaber, die ja nun schon zweimal das Vergnügen hatte. „Wir sind uns da völlig einig, wir machen nur das, was notwendig ist“, erklärt die Vorstandsassistentin. „Wir halten den Ball flach.“ Für den Gewerbeverein hieß dies, erstmaliger Einsatz von Sicherheitsleuten – vier insgesamt – und die Aufstellung der Banner, die der Verein angeschafft hat und die nun im Bauhof im lagern. Andere Veranstalter können diese Banner gegen eine Leihgebühr dort ausleihen.

Und die nächsten Veranstaltungen sind schon in Vorbereitung: der traditionelle Seemarkt der Herrschinger Firma Geja-Event, der über die Osterfeiertage vom 15. bis 17. April am Seeufer veranstaltet wird. Auch zum Schlossgartenfest im Juli gab es bereits erste Vorgespräche und die gute Nachricht: Die Polizei fordere keine Einzäunung mehr und auch keine hundertprozentige Taschenkontrolle, sondern nur Stichproben, freut sich Bürgermeister Christian Schiller.

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