+
Seit Oktober ist die Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn wegen Einsturzgefahr geschlossen. 

Einsturzgefahr

Heilig-Geist-Kirche droht Abbruch

  • schließen

Die Heilig-Geist-Kirche in Breitbrunn bleibt weiterhin wegen Einsturzgefahr geschlossen. Ob sie jemals wieder geöffnet werden kann, entscheidet sich in den nächsten Monaten.

Breitbrunn – Es sieht nicht gut aus für das erst 1971 geweihte Gotteshaus. Pfarrer Simon Rapp und Kirchenpfleger Christoph Welsch nutzten die Gelegenheit bei der Ortsteilversammlung am Donnerstag, um über den Sachstand zu berichten.

Seit Oktober vergangenen Jahres müssen die Gottesdienstbesucher in Breitbrunn auf die kleine, unbeheizte Pfarrkirche St. Johannes Baptist ausweichen. Die Christmette wurde sogar im Rosengarten unter freiem Himmel gefeiert. „Hut ab!“, fand Bürgermeister Christian Schiller, „die Breitbrunner sind wacker.“ Und sie haben einen Pfarrer, der aus der Not eben eine Tugend zu machen weiß. „Das war eine Schnapsidee von mir, die Gott sei Dank viele mitgemacht haben“, freute sich Rapp. Wie lange er und seine Seelsorgekollegen noch improvisieren müssen, ist nicht bekannt. Gewiss ist nur, es wird teuer.

Weder Rapp noch Kirchenpfleger Christoph Welsch nannten am Donnerstag Zahlen. Welsch, selbst Architekt, erklärte warum. Das Problem sei die Hohlkonstruktion des architektonisch beeindruckenden Kirchenbaus. Die Holzträger bestehen aus verleimtem Holz. Dass dieser Leim schnell altert, ist seit dem Deckeneinsturz in Reichenhall bekannt. Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen würden diese Alterung beschleunigen. „Beides trifft in Breitbrunn zu“, bedauerte der Kirchenpfleger. Proben hätten ergeben, dass der Leim zum Teil nur noch 50 Prozent seiner ursprünglichen Festigkeit aufweise. „Ich hatte gehofft, dass es eine einfache technische Lösung gibt“, gesteht Welsch. Aber dies ist nicht der Fall.

Hinzu gesellen sich weitere Alterserscheinungen an den Schallbetonwänden, an der Heizung oder am Dach. „Für uns heißt dies Generalsanierung“, sagt Welsch. „Wir reden im Prinzip über eine Komplettmaßnahme.“ Alles andere mache keinen Sinn. Ein Gutachten sei bereits in Auftrag gegeben worden, „die Zahlen sollen demnächst auf dem Tisch liegen“. Erst dann werde entschieden – gemeinsam mit der Diözese und mit der Kirchengemeinde. „Wichtig ist zu wissen, welche Unterstützung wir bekommen“, so der Kirchenpfleger. Die Mittel der Kirchenstiftung in Breitbrunn seien begrenzt.

Die Heilig-Geist-Kirche sei zwar architektonisch reizvoll, aber noch keine 50 Jahre alt und möglicherweise „einigermaßen überdimensioniert“ mit Platz für bis zu 300 Menschen in einer Pfarrgemeinde mit 740 Mitgliedern. Es gibt eine Menge Optionen: Bauliche Veränderungen, Verkleinerung, Abbruch und Neubau oder nur Abbruch. Welsch und Rapp erwarten eine spannende Diskussion.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Der Meister der Formen und Farben
In Unterbrunn lagert ein Teil der Werke von Adolf Kleemann, in Weimar verwaltet die Tochter den Rest.
Der Meister der Formen und Farben
80-Jähriger stürzt vom Dachgeschoss
Am Freitagnachmittag hat sich in Dießen ein Schwerer Unfall auf einer Baustelle ereignet. Ein 80-Jähriger wurde dabei schwer verletzt.
80-Jähriger stürzt vom Dachgeschoss
Aus der Millionen-Metropole nach Walchstadt
Ana Dora Viracochea Melendes ist 27 Jahre alt, kommt aus Bolivien und hat dort Medizin studiert. Seit drei Monaten arbeitet sie bei einer Familie in Walchstadt als …
Aus der Millionen-Metropole nach Walchstadt
Die Qual der Investoren-Wahl
Das Gasthaus Schauer ist Possenhofens verstaubtes Goldstück. Es gibt mehrere Interessenten, die Abgabefrist für ihre Konzepte ist vorbei. Bis Jahresende soll eine …
Die Qual der Investoren-Wahl

Kommentare