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Die Barrierefreiheit im Kurparkschlösschen ist Wolfgang Schief schon seit Jahrzehnten ein Anliegen.

Kurparkschlösschen

Schief lässt nicht locker

  • vonAndrea Gräpel
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Die SPD-Fraktion in Herrsching stellt einen neuerlichen Antrag zum Einbau eines Innenlifts im Kurparkschlösschen - auf Initiative des ehemaligen Gemeinderats Wolfgang Schief.

Herrsching – Der Aktionsplan für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Starnberg lässt Wolfgang Schief hoffen. Der ehemalige SPD-Gemeinderat in Herrsching bleibt der unermüdliche Streiter für einen Personenaufzug am Kurparkschlösschen, um diesen auch Menschen in eingeschränkter Mobilität zugänglich zu machen. Als dieser nimmermüde Streiter nimmt er den im Juni 2017 veröffentlichten Aktionsplan nun zum Anlass, um über seine ehemalige Fraktion im Gemeinderat, erneut den Antrag zu stellen, ein Architekturbüro damit zu beauftragen, um im Kurparkschlösschen einen Innenaufzug zu installieren.

Mit einem ähnlich formulierten Antrag ist im Frühjahr vergangenen Jahres zuletzt der Behindertenbeauftragte im Gemeinderat, Alfred Ploetz (FDP), gescheitert. Über Dienstaufsichtsbeschwerden und die Anrufung des Deutschen Behindertenrats hatte Schief daraufhin nachgelegt, kam jedoch nicht zu dem gewünschten Ziel. Es bleibt für ihn ein unhaltbarer Zustand , dass die vielen Veranstaltungen im Kurparkschlösschen nicht für jeden zugänglich sind. Als Nachbar kann er den Kulturbetrieb Tag für Tag beobachten. Wie berichtet, stehen einer Lösung sowohl Denkmalschutz als auch Brandschutz entgegen. Die Einhaltung des Brandschutzes überwacht das Landratsamt. Da die Kreisbehörde aber auch am Aktionsplan beteiligt ist, setzte Schief, der wie Ploetz seit Jahrzehnten für eine barrierefreie Lösung im Kurparkschlösschen kämpft, erneut nach. Er schrieb dem Landrat. Dessen Zusicherung, „alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um die Barrierefreiheit des Kurparkschlösschens doch noch zu verwirklichen“ nährte die Hoffnung, doch noch zum Ziel zu gelangen.

„Klarer und eindeutiger kann Landrat Roth sein Engagement nicht ausdrücken, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Ich setze auf seine Tatkraft und sein Durchsetzungsvermögen und vertraue ihm, dass er auf Worte Taten folgen lässt“, meint Schief. In seinen Augen verstößt die Gemeinde Herrsching nämlich gegen internationales Recht, namentlich die UN-Behindertenrechtskonvention.

Im aktuellen SPD-Antrag steht an erster Stelle der Vorwurf, die Gemeinde Herrsching habe sich im Rahmen des Aktionsplans nicht positioniert, hätte sich nicht beteiligt, was so nicht stimmt. Herrsching hat wie alle anderen Gemeinden an der Fragebogenaktion teilgenommen, bestätigt Kreissprecher Stefan Diebl. Die SPD fordert trotzdem wie schon Ploetz vor eineinhalb Jahren, dass in den nächsten Haushalt der Gemeinde Herrsching 20 000 Euro für weitere Planungen zum Einbau eines Innenlifts im Kurparkschlösschen bereitgestellt werden und dass der damalige, mit 14 gegen elf Stimmen gefasste negative Beschluss, aufgehoben wird.

Schief vertraut auf Roths Schreiben, auch wenn dieser darin zugleich betont, dass ihm über eine Auditgruppe nur Empfehlungen möglich seien. Außerdem wacht in seiner Behörde das Kreisbauamt über den Brandschutz. Der Antrag fließt in die Haushaltsberatungen ein, die am Montag, 3. Dezember, auf der Tagesordnung stehen.

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